Während der HSV ab morgen im Hotel „Treudelberg“ in Lemsahl Quartier bezieht, bereitet sich Gegner Mainz 05 ganz normal auf das Kellerduell am Sonnabend vor. „Ein Kurztrainingslager ist ja ein legitimes Mittel“, so Trainer Sandro Schwarz, der selbst aber von dieser Maßnahme absehen wird: „Vor Auswärtsspielen ist so was auch eigentlich nicht üblich.“ Vor allem aber spielen die Zahlen eine Rolle. Mainz holte aus den letzten beiden Partie in Berlin (2:0) und gegen Wolfsburg (1:1) vier Punkte.

Der HSV hat sein Trainingslager, in dem er sich auf das eminent wichtige Abstiegs-Endspiel gegen Mainz vorbereiten will, gefunden. Die Wahl fiel auf das Hotel Treudelberg. Und das befindet sich bekanntlich in Hamburg – ganze 19 Kilometer nordöstlich des Volksparks, in dem das Team von Bernd Hollerbach auch weiterhin trainieren wird. Ab Donnerstag will der Trainer im Alstertal die Spieler ganz nah bei sich haben. Aufgrund der Kälte hatten die Hamburger keinen adäquaten Platz in der Nähe gefunden, auf dem ein Rettungs-Camp Sinn gemacht hätte. Daher nun die heimatnahe Lösung. „Wir wollen uns bestmöglich und mit vollem Fokus auf das wichtige Spiel gegen Mainz 05 vorbereiten. Dazu soll auch diese Maßnahme beitragen“, sagte Sportchef Jens Todt.

Der Charter-Flieger in Jerez hebt in wenigen Minuten Richtung Hamburg ab. Vorher zog Markus Gisdol ein kurzes Fazit des kurzen Trainingslagers. „Wir haben unsere Ziele gut umgesetzt. Das Team hat sehr gut zusammengehalten und funktioniert. Die Mannschaft ist unser Gewinner.“ Dass es mit der Partie in Augsburg am Sonnabend bereits zwölf Tage nach Trainingsstart ernst wird, sieht Gisdol als Herausforderung an. „Es ist schon eine einzigartige Situation, so eine Blitz-Vorbereitung zu absolvieren, in der eigentliche jede Minute auf dem Trainingsplatz wichtige Erkenntnisse bringen muss. Aber wir konnten in Spanien direkt voll einsteigen, weil die Spieler in der kurzen Pause sehr fleißig und diszipliniert waren“, sagte der HSV-Coach und erklärte, dass an Neujahr alle Profis „mit Idealgewicht“ aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekommen seien.

André Hahn gehört zu den HSV-Profis, denen eine Woche im Trainingslager auch Trennungsschmerz bereiten. Der 27-Jährige muss bis zum 8. Januar schließlich nicht nur auf Ehefrau Ragna, sondern auch auf seinen Sohn Julien (2) verzichten. „Für jeden, der Frau und Kinder hat, ist diese Phase immer etwas unangenehm“, gestand Hahn der „Bild“. „Doch das gehört zu unserem Beruf dazu – das wissen wir und unsere Familien.“ Die Video-Anrufe würden die Situation deutlich erleichtern. „Wir haben das große Glück, dass es heutzutage so etwas wie Face-Time gibt“, sagt Hahn. „Mein Sohn fängt langsam an, das zu verstehen und erkennt mich auf dem Handy. Das erleichtet die Trennung von der Familie.“

Vor dem Abflug nach Jerez de la Frontera hatten die HSV-Profis am Neujahrstag die Sicherheitskontrollen über den „Fast Lane“-Schalter passiert. „Einschmuggeln“ wollte sich dabei auch jemand, der die Fußballer in Sachen Prominenz sogar in den Schatten stellt: Schauspieler Til Schweiger. Der TV-Star wurde bei seinem Vorhaben aber von einer Flughafen-Mitarbeiterin gestoppt. „Das ist nur für Business-Class-Passagiere“, wies sie Schweiger zurecht. Das schien dem 54-Jährigen zwar überhaupt nicht zu gefallen, dennoch stellte er sich schließlich brav wie jeder „Normalo“ an.