Böse Absicht oder nur ein kleines technisches Versehen? Laut den Marktwertexperten von transfermarkt.de ist die Zeit von Aaron Hunt beim HSV bereits abgelaufen. Wer den Kader des HSV dort aufruft, sucht den 31-jährigen Spielgestalter in der Auflistung vergebens. Aaron Hunts derzeitiger Verein sei „unbekannt“. Möglich, dass nach der schwachen Leistung des Ex-Bremers gegen Mainz ein kleiner Scherz dahinter steckt. Nach MOPO-Informationen gehört Hunt dem Kader nämlich noch bis zum 30. Juni an. Es wäre übrigens nicht die erste Augenzwinker-Aktion von transfermarkt.de. Als Frank Rost 2002 auf nicht ganz saubere Art und Weise von Werder Bremen zum FC Schalke 04 wechselte, strafte die aus Hamburg gesteuerte Seite die Schalker ab, in dem man sie kurzzeitig aus der Auflistung der Bundesliga-Vereine kickte.

 

Für transfermarkt.de hat Bernd Hollerbach 2011 in einem Video seine persönliche Traumelf zusammengestellt. Darin finden sich neun ehemalige HSV-Spieler, ein St. Paulianer und eine spanische Sturm-Legende. Im Tor setzt „Holler“ auf Martin Pieckenhagen. In der Abwehr dürfen Manni Kaltz, Stéphane Henchoz, Thomas Gravesen und St. Paulis gefürchteter Eisenfuß Dieter Schlindwein ran. Auf der Sechser-Position setzt Hollerbach auf Collin Benjamin, die Kreativ-Abteilung davor wird gebildet von Sergej Barbarez, Rodolfo Cardoso und Felix Magath. Im Sturm lauten seine Lieblingsspieler Anthony Yeboah und Superstar Raúl, mit dem Hollerbach als Co-Trainer auf Schalke zusammenarbeiten durfte.

Ex-Teamkollegen: Rodolfo Cardoso besuchte Bernd Hollerbach beim Training. (Foto: Witters)

Am Donnerstag soll Walace nun im Trainingslager in Jerez de la Frontera erscheinen – so die Hoffnung von Sportchef Jens Todt. „Fakt ist, dass wir an ihn glauben“, sagte er im Interview mit dem „Kicker“. „Ich habe mehrfach mit ihm gesprochen, ihm auch vor Augen geführt, wie sich sein Landsmann entwickelt hat: Douglas Santos hat auch ein Jahr gebraucht und spielt jetzt eine richtig gute Rolle bei uns. Daran soll er sich orientieren. Ich merke, dass es in ihm grummelt, aber generell gilt: Einzelschicksale sind in unserer Situation nicht relevant. Jeder muss sich jetzt den übergeordneten Interessen des Vereins unterordnen.“

Sportchef Jens Todt hält sich weiter bedeckt bei der Frage, ob der HSV noch einen neuen Spieler für das offensive Mittelfeld verpflichten wird. „Wenn sich eine richtig gute Option auftut, wären wir bereit zu handeln, wir müssen aber nicht“, sagte Todt vor dem Abflug ins Winter-Trainingslager nach Jerez.

Der SC Freiburg, Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt und am 7. Januar Testspielgegner des HSV, hat sich in der Offensive verstärkt. Vom SV Sandhausen kommt Top-Stürmer Lucas Höler, der in dieser Zweitliga-Saison sieben Tore erzielt hatte. Die Sandhäuser haben damit Bedarf in der Offensive. HSV-Sportchef Jens Todt hatte bestätigt, dass es eine Anfrage des SVS für Regionalliga-Knipser Törles Knöll gebe. Gut möglich also, dass die Sache nun an Fahrt aufnimmt.

Michael Gregoritsch ist heute als einer der ersten Bundesliga-Profis wieder ins Training eingestiegen. Bei eisigen Temperaturen marschierte der Ex-HSV-Star dick eingepackt auf den Platz. Am 13. Januar kommt es für ihn zum Wiedersehen mit den alten Kollegen aus Hamburg. Denen wird dann ein Spieler gegenüberstehen, der seinen Marktwert in Augsburg in Höhen geschraubt hat, die jedem HSV-Fan und -Verantwortlichen weh tun werden. Die Experten von transfermarkt.de taxieren Gregoritschs Wert nach der neuesten Anpassung auf neun Millionen Euro. Beim HSV gibt es keinen Spieler, der einen höheren Wert aufweist. Gregoritsch war Anfang Juli für 5,5 Millionen Euro nach Augsburg gewechselt, hat dort in der Hinrunde acht Tore erzielt und vier vorbereitet.

Während der Marktwert von Fiete Arp durch die Decke ging, müssen andere HSV-Spieler feststellen, dass sie an Wert verloren haben. So büßte Walace zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Million Euro ein. Der Brasilianer wird von den Experten von transfermarkt.de nunmehr nur noch auf sieben Millionen Euro taxiert. Anfang des Jahres hatte der HSV für den Transfer des Olympiasiegers 9,2 Millionen Euro an Gremio Porto Alegre überwiesen.

Neun Bundesliga-Spiele, zwei Tore – und eine Zukunft, die riesengroße Erwartungen schürt. Auch die Marktwertexperten von transfermarkt.de haben darauf reagiert und den Wert für Fiete Arp förmlich explodieren lassen. Der 17-Jährige steigerte seinen Marktwert von 500.000 Euro auf 7,5 Millionen Euro. Das entspricht einer prozentualen Steigerung von 1400 Prozent! Nach Kyriakos Papadopoulos (9 Mio.) und Filip Kostic (8 Mio.) ist Arp damit bereits der drittwertvollste Spieler des HSV-Kaders.

Morgen um 18 Uhr schließt sich das Transferfenster, bis dahin haben die Bundesliga-Klubs noch Zeit, um Spieler zu verpflichten oder abzugeben. Was passiert beim HSV? Der Brasilianer Walace (21) kommt für zehn Millionen Euro von Gremio Porto Alegre. Weitere Zugänge sind laut Sportchef Jens Todt nur dann denkbar, wenn nach Alen Halilovic (auf Leihbasis zu UD Las Palmas) weitere Spieler abgegeben werden. Kandidaten sind Aaron Hunt und Nabil Bahoui. Auch Pierre-Michel Lasogga würde man keine Steine in den Weg legen.