Heribert Bruchhagen macht sich für eine Abschaffung der Winter-Transferperiode stark. Der Klubboss des HSV plädiert dafür, dass sich die Vereine im Winter künftig nicht mehr zusätzlich verstärken dürfen, „auch wenn wir hiervon als HSV zuletzt stark profitiert haben. Wir haben uns dieses zweite Transferfenster zum Vorteil gemacht“, so Bruchhagen in der Vereins-Zeitschrift „HSV live“. Ohne die im vergangenen Winter verpflichteten Profis Walace, Mergim Mavraj und Kyriakos Papadopoulos „wären wir abgestiegen, das müssen wir so nüchtern und ehrlich eingestehen. Deshalb bin ich, auch wenn wir in diesem Fall von der Regelung profitiert haben, der Meinung, dass der Wettbewerb fairer ist, wenn sich jeder Club im Sommer den Kader zusammenstellt, mit dem er dann durch die Saison gehen muss.“ Allerdings befürchtet Bruchhagen arbeitsrechtliche Probleme bei dem Versuch, die Änderung durchzubekommen.

Zweikämpfe mit ihm taten fast ohne Ausnahme so richtig weh! Carsten Kober gehört zu den härtesten Raubeinen, die die Bundesliga je hervorgebracht haben. Noch immer verfolgt der inzwischen 49-Jährige die Geschehnisse rund um „seinen“ HSV – und Kober stößt dabei die Transferpolitik der Rothosen übel auf. „Der Kader ist zu dünn besetzt und die Mischung stimmt überhaupt nicht“, sagte er zur MOPO. Verwundert habe ihn aber der Umgang mit Pierre-Michel Lasogga: „Da gibt man einen Strafraumstürmer wie Lasogga ab und verpflichtet vier Wochen später mit Sejad Salihovic einen Spieler, der ihm die Bälle direkt auf den Kopf servieren kann. Das passt doch nicht zusammen.“

Erneut hat Trainer Markus Gisdol öffentlich auf die fehlende Kadertiefe hingewiesen. Jens Todt hat damit überhaupt kein Problem. Gegenüber „Sky Sports News HD“ sagte der Sportchef: „Wir wollten noch einen Linksverteidiger holen. Das haben wir nicht gemacht. Das kann der Trainer natürlich ansprechen. Aber unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. Es gibt überhaupt keinen Dissens zwischen uns. Wir gehen gemeinsam durch diese Geschichte und vertrauen diesem Kader.“

Die Verantwortlichen des HSV haben ein ernüchterndes Fazit ihrer Bemühungen auf dem Transfermarkt gezogen. Allen voran Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen gibt sich selbstkritisch: „Die Transferperiode hat gezeigt, dass wir nicht alles umsetzen konnten, was sportlich wünschenswert gewesen wäre“, zitiert ihn „Bild“. Grund seien wirtschaftliche Zwänge gewesen: „Wir bewegen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten. Die Gesamt-Betrachtung hat nicht zugelassen, mehr zu investieren.“ Auch Jens Todt hat ein Risiko ausgemacht: „Wir haben einen der kleinsten Kader der Bundesliga“, so der Sportchef.

Heute endet die Transferperiode und es wird noch einmal hektisch im deutschen Fußball. Schlägt auch der HSV auf den letzten Drücker zu? Sportchef Jens Todt gibt sich cool und erklärte, dass Last-Minute-Transfers „äußerst unwahrscheinlich“ wären und man dem aktuellen Kader vertraue. Doch vor wenigen Tagen hatte er auch betont, dass sich in den letzten Stunden vor Transferschluss „plötzlich Möglichkeiten ergeben können, die man nicht erahnen konnte.“ Alles ist möglich.