Den Abstieg seines früheren Vereins hat Uli Stein gelassen zur Kenntnis genommen. Der frühere Nationaltorwart ist darüber verärgert, dass man sich nach der Karriere nicht um ihn bemüht habe. Ob er um seinen Rat gebeten worden sei? „Nie. Meine Kameraden und ich aus den großen HSV-Jahren mit dem Europapokal-Triumph und der Meisterschaft 1982 und 1983 sind nie gefragt worden. Ich fühle mich inzwischen der Frankfurter Eintracht, für die ich zwischen 1987 und 1994 gespielt habe und die ich jetzt als Markenbotschafter vertrete, emotional näher als dem HSV. Das liegt daran, dass sich der HSV um ehemalige Spieler null gekümmert hat“, sagte Stein der „FAZ“. Die Arbeit der Verantwortlichen in den zurückliegenden Jahren bewertet er kritisch: „Der HSV hat sich immer auf den Dino und die Uhr verlassen. Das war ja absurd, wenn es ständig hieß, die Uhr darf nicht ausgehen. Und es war fast schon ein Armutszeugnis der vielen Verantwortlichen über die Jahre, sich permanent auf diese beiden Dinge zu versteifen. Letztlich haben sie in Hamburg ihr Glück überstrapaziert. Dass es dann irgendwann in die andere Richtung läuft, ist eigentlich normal.“

Im Volksparkstadion tickt die Uhr weiter. Nach dem Abstieg wird nicht mehr die Zeit seit der HSV-Zugehörigkeit in der Bundesliga angezeigt, sondern die Zeit seit der HSV-Gründung am 29. September 1887. Trainer Christian Titz gefällt das. Er sagt: „Ich war zwar nicht an der Entscheidung beteiligt, aber Ich finde, es ist eine sehr gute Idee. Damit bleibt die Uhr bestehen.“

Er ist ein Teil der großen Bundesliga-Geschichte des HSV, von Februar 2007 bis Juni 2008 stand Huub Stevens beim HSV als Trainer unter Vertrag, bewahrte den Klub damals zunächst vor dem Abstieg und führte ihn sogar in den Europapokal. Doch die Uhr im Volkspark und die damit verbundene Bürde für alle Beteiligten ging ihm gehörig auf die Nerven, wie der Niederländer bei Sport1 andeudete: „Die Uhr bleibt nicht immer am Ticken. Und endlich ist dieses Thema jetzt auch mal weg. Das ist doch eine Scheiße, die Uhr.“

Das ging fix! Im Volkspark zeigt die Uhr nach dem Abstieg gestern nicht mehr die Zugehörigkeit in der Bundesliga, sondern bereits die Jahre, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden seit Gründung des HSV 1887 an. Statt des Schriftzugs „In der Bundesliga seit“ steht dort nun „Tradition seit“.

Die HSV-Uhr im Volkspark zeigt nun die Zeit seit der Gründung des Verein an.

 

Neben des Maskottchens ist die Stadion-Uhr, die anzeigt, seit wann der HSV in der Bundesliga spielt, DAS Markenzeichen des Dinos. Laut aktuellen Plänen der HSV-Bosse soll die Uhr aber auch bei Abstieg erhalten bleiben. Die Idee ist, dass sie dann anzeigt, seit wann der HSV besteht. Das Gründungsdatum des Vereins ist der 29. September 1887.