Zaubert Bernd Hollerbach im Gastspiel bei Borussia Dortmund einen Kader-Debütanten aus dem Hut? Heute trainierte Josha Vagnoman mit den HSV-Profis, morgen kommt er im Testspiel gegen ein Team aus eigenen Nachwuchskräften zum Einsatz. „Mir ist sein Tempo aufgefallen. Dazu hat er für sein Alter schon einen guten Körper. Hinten links habe ich zurzeit nur Douglas Santos, deshalb will ich mir ihn mal anschauen“, sagte der HSV-Coach über den 17-Jährigen Rechtsfuß, der in der U19 auf dieser Position zum Einsatz kommt.

Mit Fiete Arp und Tatsuya Ito haben es diese Saison gleich zwei Nachwuchs-Kräfte in den Profi-Kader geschafft. Doch das soll laut Bernhard Peters nur der Anfang sein. Der Nachwuchs-Boss sagte auf hsv.de: „Mit Stephan Ambrosius, Patric Pfeiffer, Josha Vagnoman, Tobias Knost, Marco Drawz oder auch Lenny Borges kommen sehr vielversprechende Spieler nach. Die müssen nur alle schön auf dem Teppich bleiben.“ Zu den Zielen sagte Peters: „Wir müssen den Konkurrenzdruck auf einzelne Positionen im Bundesligakader über unsere Perspektivspieler erhöhen. Wir sollten mittelfristig auch anstreben, mit der U21 in der 3. Liga zu spielen und mit der U17 und U19 in ein Halbfinale oder Endspiel einer deutschen Meisterschaft einzuziehen.“

„Ich bin zufrieden, dass sich keiner verletzt hat und dass wir die Länderspielpause für so ein Spiel nutzen konnten“, erklärte HSV-Coach Markus Gisdol nach dem 6:0-Testpielsieg gegen Curslack-Neuengamme. Besonders im Fokus standen für ihn die jungen Spieler. Der Trainer: „Die will man vor allem in solchen Spielen sehen. Da sind schon interessante Spieler dabei. Besonders spannend fand ich Vagnoman. Für sein Alter ist er körperlich schon weit.“ 

Josha Vagnoman beim Test gegen Curslack (Foto: Witters)

Der Kader ist in der Länderspielpause dünn besetzt, daher hat Markus Gisdol auch heute wieder einige Nachwuchsspieler zum Profitraining eingeladen. Auf dem Platz dabei sind Mats Köhlert (19, Linksaußen), Stephan Ambrosius (18, Innenverteidiger), Tobias Knost (17, Rechtsverteidiger), Marco Drawz (18, Stürmer) und Josha Vagnoman (16, Rechtsverteidiger), der zuletzt bei der U17-WM in Indien gemeinsam mit Fiete Arp (17) zum Einsatz gekommen war.

Eigentlich ist Fiete Arp ja noch Teil des U19-Teams des HSV. Wegen seiner Berufung zu den Profis kann der 17-Jährige sein Team aber derzeit nur emotional unterstützen. Das tat Fiete heute: Er feuerte seine Jungs beim 2:0-Sieg in der A-Junioren-Bundesliga gegen Holstein Kiel im Volkspark an. Erolind Krasniqi und Josha Vagnoman erzielten die Treffer. Die U19 bleibt damit Tabellenführer. Wegen einer Verletzung und seiner Reise zur U17-WM nach Indien hat Fiete übrigens erst drei Saisonspiele bei den A-Junioren absolviert – dennoch steht er bei sieben Saisontoren.

Fiete Arp (M.) schaut sich das Spiel seiner U19 gegen Kiel an. (Foto: Patrick Sun/MOPO)

Er stand zwar im Schatten von Mega-Talent Fiete Arp, aber auch das zweite HSV-Juwel sorgte bei der U17-WM in Indien für Furore. Josha Vagnoman (16) wurde erst nachnominiert, spielte sich dann in die Startformation. „Josha ist ein auf allen vier Außenpositionen variabel einsetzbarer Spieler, der in jeder Partie marschiert. Seinen robusten Körper setzt er in Zweikämpfen sehr gut ein“, sagte Marinus Bester. Der Talente-Manager der Rothosen freut sich, dass einer seiner Schützlinge den nächsten Schritt macht. „Das Turnier wird ihm persönlich, aber auch als Spieler gut tun“, so Bester und fügte an: „Sein großer Vorteil ist die Vielseitigkeit. Damit wird er für jeden Trainer zum Segen.“ Mit dem 1:2 gestern im WM-Viertelfinale endete für Vagnoman und Arp das Indien-Abenteuer, heute treten sie die Rückreise nach Hamburg an.