Lewis Holtby hat sich nach dem 1:0-Sieg gegen Freiburg zu seinem goldenen Tor geäußert. Bei „Sky“ sagte er: „Ich glaube, das war technisch versiert und eine gute Ballbehandlung. Ich wollte den unbedingt reinmachen und ich bin dankbar, dass er auch reingegangen ist und ich der Mannschaft damit auch helfen konnte.“ Zu seiner eigenen Situation erklärte er: „Für mich ist es einfach eine Freude, Fußball zu spielen. All das, was in der Vergangenheit war, hab ich hinter mir gelassen. Ich will einfach der Mannschaft helfen, sodass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Mit Blick auf das Spiel beim VfL Wolfsburg sagte Holtby: „Nächste Woche kommt der nächste Kracher. Das Spiel müssen wir mit dem gleichen Engagement und dem absoluten Überlebensfight annehmen, aber dazu brauchen wir noch drei sehr gute Spiele von uns, der Mal eine Willensleistung.“

In der Fürung des Automobil-Konzerns Volkswagen stehen bedeutende Veränderungen bevor. Im Vorstand wird es Personalwechsel geben, die sich auch auf den VfL Wolfsburg auswirken. So wird unter anderem Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz zurückziehen. Trainer Bruno Labbadia ist wegen des VW-Bebens besorgt, wie er vor dem wichtigen Heimspiel im Abstiegskampf morgen (20.30 Uhr) gegen Augsburg eingestand: „Natürlich interessiert das auch die Mannschaft”, sagte Labbadia, meine Aufgabe ist es aber, solche Dinge fernzuhalten und nicht so groß zu thematisieren. Wir können dem Verein am meisten helfen, wenn wir auf dem Platz funktionieren.”

Beim HSV versucht es Christian Titz mit völlig neuen Maßnahmen, beim VfL Wolfsburg dreht nun Bruno Labbadia auf. Der Trainer hat bei den Niedersachsen den Zehn-Stunden-Tag für die hochbezahlten Profis eingeführt. Der Tag beginnt seit dieser Woche mit einem gemeinsamen Frühstück um 8 Uhr, endet nicht vor 18 Uhr. Zwischen den Trainingseinheiten stehen viele Einzelgespräche und Analysen an.

Kehrt er nach Hamburg zurück? Michael Meeske, einst Geschäftsführer beim FC St. Pauli, zählt zu den heißen Kandidaten auf den freien Posten den Vorstandschefs beim HSV. Auch ein Liga-Rivale wollte ihn unter Vertrag nehmen, handelte sich aber einen Korb ein. „Ich kann mit großer Deutlichkeit dementieren, dass ich im Sommer zum VfL Wolfsburg wechsle“, sagt Meeske der „Bild“, bestätigte zugleich aber weitere Offerten: „Ich kann nicht widerlegen, dass der eine oder andere Verein Interesse hat. Grundsätzlich habe ich hier aber einen langfristigen Vertrag. Mein Fokus liegt voll auf dem 1. FC Nürnberg. Deswegen kommt das alles für mich nicht infrage.“ Abwarten, wie Meeske, dessen Familie weiter in Hamburg lebt, bei einem konkreten Interesse des HSV darüber denkt.

Im Kampf gegen den Abstieg erhöht Bruno Labbadia beim HSV-Konkurrenten Wolfsburg den Trainingsumfang. Am Dienstag und Mittwoch stehen je zwei Übungseinheiten auf dem Programm der „Wölfe“. Am Donnerstag soll morgens traininert und um 18.30 Uhr ein Testspiel beim Zweitligisten Union Berlin absolviert werden. „Wir haben in dieser Woche die Möglichkeit, noch mal einen Input zu geben“, sagte der Ex-HSV-Trainer. „Wir werden intensiv trainieren.“ Allerdings fehlen Labbadia nicht nur mehrere verletzte Profis, sondern auch ein halbes Dutzend Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind.

Drei Spiele, ein Punkt. Die Bilanz von Bruno Labbadia, HSV-Retter von 2015, beim VfL Wolfsburg ist enttäuschend. Die Niedersachsen haben sieben Punkte Vorsprung auf den Vorletzten HSV, treffen morgen (18.30 Uhr) auf den Liga-Zweiten Schalke 04. „Das ist eine besondere Situation, über die ich mich schon am Anfang gewundert habe, dass wenig registriert und offenbar nicht erkannt wird, wo man ist“, sagte der VfL-Coach im Ausblick auf den Abstiegskampf in den kommenden Wochen.

Viele HSV-Fans sehen auch in ihm plötzlich wieder einen Hoffnungsträger: Bruno Labbadia, der die Hamburger 2015 vor dem Abstieg rettete, könnte mit seinem VfL Wolfsburg dazu beitragen, dass das Wunder Klassenerhalt für den HSV doch noch gelingt. Seit der 52-Jährige die „Wölfe“ trainiert, befinden sich die Niedersachsen im Sturzflug. Aus drei Spielen holte Labbadia nur einen Punkt. Seine Mannschaft präsentierte sich zuletzt in einem desaströsen Zustand. Im Umfeld fürchten viele, dass der VfL noch auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen könnte, eine Gefahr, die auch Labbadia sieht. „Ich habe den HSV und Köln noch nicht abgeschrieben“, sagt er. In Hamburg wird man das gerne hören – in Wolfsburg auch?

Der HSV und Hertha BSC sind nicht nur die beiden Teams mit den wenigsten Treffern der Rückrunde, die Hamburger und Berliner gehören auch zu den Mannschaften, die sich die wenigsten Chancen in dieser Saison erarbeiten. Der HSV ist mit 91 Chancen Schlusslicht der Bundesliga, gefolgt vom VfL Wolfsburg (93) und Hertha (99). Diese drei Teams sind die einzigen Mannschaften, die auf weniger als 100 Chancen in dieser Saison kommen.

2011 machte er für zehn Monate den HSV-Spielern Beine. Günter Kern war unter Armin Veh, Michael Oenning und den Interimstrainern Rodolfo Cardoso und Frank Arnesen Fitnesstrainer der Hamburger. Nun hat der 59-Jährige, der den Ruf eines Schleifers genießt, einen neuen Job. Kern verstärkt das Trainerteam von Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg. Er solle angesichts der vielen verletzten Spieler beim VfL kurzfristig für eine Entlastung bei der angespannten personellen Situation sorgen, teilte der Klub mit. Kern war bereits vor seinem Wechsel zum HSV für die „Wölfe“ tätig. Auch für Eintracht Frankfurt und den VfB Stuttgart hat er bereits gearbeitet.

Klaus Allofs hat keine Lust auf den HSV. „Ich lebe gerade andere Facetten des Lebens und bin freigestellt vom VfL Wolfsburg. Meine ersten Gedanken sind nicht bei einer Neuanstellung“, sagte der Ex-Geschäftsführer der „Wölfe“ beim Fußball-Talk des TV-Senders Sky Sport News am Sonntag.
Ausschließen will Allofs eine Funktion im Profi-Fußball aber nicht. „Man merkt aber auch, dass der Stress über 40 Jahre auch Spaß gemacht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass mich eine Aufgabe wie in Bremen oder Wolfsburg noch mal interessieren könnte“, sagte der 61-Jährige.