Beim HSV wackelt Sportchef Jens Todt, beim VfL Wolfsburg steht Manager Olaf Rebbe in der Kritik. Und bei beiden Klubs wird Jörg Schmadkte als potenzieller Nachfolger gehandelt. Er habe „aktuell zu keinem Verein Kontakt“, sagte der 53-Jährige dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und versicherte: „Ich finde das auch nicht in Ordnung, da Wolfsburg und Hamburg schwierige Aufgaben vor der Brust haben. Ich will da nichts befeuern und nicht noch zusätzliche Unruhe reinbringen.“ Aber: Schmadkte fühlt sich durchaus bereit für eine neue Aufgabe: „Grundsätzlich kann ich mir das vorstellen. Ich fühle mich nicht ausgepumpt oder leer.“ Im Oktober vergangenen Jahres schied er beim 1. FC Köln aus.

VfL 93 Hamburg, VfB Lübeck, Würzburger Kickers – als Cheftrainer hat Bernd Hollerbach bislang noch nicht auf der ganz großen Fußballbühne gestanden. Allerdings darf sich der neue HSV-Coach offiziell Deutscher Meister nennen. Den Titel gewann er in mit dem VfL Wolfsburg in der Saison 2008/2009 als Co-Trainer von Felix Magath. Der Triumph der Niedersachsen war damals eine echte Sensation – und Hollerbach hat seinen Teil dazu beigetragen. Gemeinsam mit Magath wechselte er dann zu Schalke, das Duo kehrte aber noch einmal nach Wolfsburg zurück.

Bernd Hollerbach mit Sohn Ben und Meisterschale (Foto: Witters)

Der letzte Kick vor der Winterpause brachte auch der U17 des HSV kein Glück. Im Verfolgerduell der Bundesliga setzte es im Volkspark ein 0:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg. Die „Wölfe“ schoben sich damit am HSV vorbei auf Rang zwei, die „Rothöschen“ sind nun Vierter.

Auf dem Transfermarkt ist beim HSV derzeit wenig Bewegung. Mit den 16 Millionen Euro, die die Hamburger bisher aber ausgegeben haben, sind sie dennoch schon in der ersten Tabellenhälfte angesiedelt. Auf Platz neun rangiert der HSV mit dieser Summe. Ganz oben stehen natürlich die Bayern, die mehr als 100 Millionen Euro investierten. Dahinter folgen Schalke (47,5 Millionen), Wolfsburg (45) und Dortmund (44). Am wenigsten gab bisher Aufsteiger Hannover 96 aus. Die Niedersachsen investierten bisher fünf Millionen Euro. Der HSV hatte für Kyriakos Papadopoulos 6,5 Millionen Euro, für André Hahn sechs Millionen Euro und für Julian Pollersbeck 3,5 Millionen Euro ausgegeben. Der einzige Spieler, für den der HSV eine Ablöse erzielen konnte, war bisher Michael Gregoritsch. Der Österreicher wechselte für 5,5 Millionen Euro nach Augsburg. Das Transfer-Minus des HSV liegt in dieser Periode, die noch bis zum 31. August andauert, bei 10,5 Millionen Euro. Nur fünf Vereine weisen derzeit ein größeres Transfer-Minus auf – neben den Bayern (75,45) sind dies laut transfermarkt.de Schalke (46,75), Leipzig (29,3), Köln (18,05) und Stuttgart (11,1).

Nach dem geglückten Klassenerhalt schaut Daniel Didavi in die Zukunft. Zuletzt wurde Wolfsburgs Mittelfeldmann mit dem HSV in Verbindung gebracht  dem aber widerspricht er energisch. Die Gerüchte bezeichnet Didavi als „völligen Schwachsinn“. Er sei „jetzt ein Jahr hier, ich habe für fünf Jahre unterschrieben. Ich verstehe nicht, warum so geredet wird, als wäre es wahrscheinlich, dass ich wechseln würde“, sagte er: „Ich denke, dass mit jedem Gespräche geführt werden, es wird jedem gesagt, wie es weitergehen soll. Ich habe hier einen langfristigen Vertrag. Ich will oben spielen, ich will nicht wieder um den Abstieg spielen“, sagte er: „Ich denke der Verein will das auch. Und wenn das so ist, sehe ich keinen Grund, den Verein zu wechseln.“

Der HSV beobachtet nach Informationen des „Kicker“ Innenverteidiger Toni Leistner von Union Berlin. Der Abwehrchef der Köpenicker hat einen großen Anteil daran, dass Union als aktuell Tabellendritter die zweitbeste Defensive der 2. Liga zu bieten hat (30 Gegentore) und sich berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg ausrechnen darf. Leistner ist 26 Jahre alt und spielt derzeit die stärkste Saison seiner Karriere. Im Fachmagazin „Kicker“ ist er der notenbeste Verteidiger der 2. Liga (Durschnittsnote 2,78). Neben dem HSV sollen auch der VfL Wolfsburg und der englische Zweitligist Wolverhampton Wanderers an Leistner interessiert sein. Sein Vertrag läuft bis 2018, eine Ablöse wäre daher fällig.

Heute und morgen dürfen die HSV-Profis nach ihrer Rückkehr aus Dubai entspannen, danach beginnt die direkte Vorbereitung auf die Partie am Sonnabend in Wolfsburg. Los geht’s am Dienstag mit einer Doppelschicht: Um 10 und 15 Uhr bittet Markus Gisdol zu zwei für Fans öffentliche Trainingseinheiten in den Volkspark.

Immer stärker kristallisiert sich heraus, dass Bruno Labbadia Favorit auf den Trainerposten beim VfL Wolfsburg ist. Sollte es zu einer Einigung kommen, dürfte Labbadia mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder seinen Assistenten Eddy Sözer mitnehmen. Übrigens: Wenngleich der HSV in dieser Saison bislang noch nicht gegen die „Wölfe“ gespielt hat, würde es ein Wiedersehen mit Labbadia erst im kommenden Jahr geben. Weil die Bundesliga so spät in die Saison startete, werden bis zur Winterpause nur 16 Spieltage absolviert. Der letzte Spieltag der Rückrunde wird dann zum Liga-Neustart am 20.-22. Januar ausgetragen.