Geldstrafe oder Suspendierung? So lautete die Frage vor der Rückkehr von Kyriakos Papadopoulos von seiner Länderspiel-Reise mit Griechenland. Die Antwort: Weder noch! Der 26-jährige Verteidiger zeigte sich im Gespräch mit Direktor Sport Brernhard Peters, Trainer Christian Titz und Vorstandsberater Thomas von Heesen derart einsichtig, dass die HSV-Bosse den Entschluss fassten, „Papa“ mit einer ernsten Verwarnung davonkommen zu lassen. Zur Erinnerung: Nach dem Spiel gegen Hertha BSC (1:2), das er von der Ersatzbank aus verfolgen musste, hatte Papadopoulos Coach Titz für dessen Personalentscheidungen öffentlich kritisiert: „Ich finde nicht, dass ich so schlecht war, um nicht zu spielen. Er hat auch nicht mit mir über die Gründe gesprochen. Ich finde es total schade, dass ich nicht spiele und manche erfahrene Spieler nicht in der Mannschaft sind. Die Spieler, durch die wir in der vergangenen Rückrunde den Klassenerhalt geschafft haben, sind gar nicht mehr auf dem Platz. Diekmeier oder Mavraj sind erfahrene Spieler, die Mannschaft braucht diese Spieler, sie sind wichtig. In unserer Situation immer etwas Neues zu probieren, ist nicht die beste Lösung.“ Aussagen, für die sich „Papa“ nun bei Trainer und Kollegen entschuldigte.

Nach seiner Rückkehr von der griechischen Nationalmannschaft am Mittwoch hat sich Kyriakos Papadopoulos für sein Fehlverhalten gegenüber Trainer Christian Titz und den Teamkollegen entschuldigt. Vorausgegangen war ein Gespräch mit Direktor Sport Bernhard Peters, Titz und Vorstandsberater Thomas von Heesen. „Wir haben klargestellt, dass wir kritische Spieler wie ihn mögen – aber in der internen Kommunikation“, sagte Peters und betonte: „Der Trainer hat Papa die Erwartungen an seine sportliche Entwicklung aufgezeigt. Papa hat das voll akzeptiert und sieht sich, so wie wir ihn auch, als wichtiges Mitglied des Kaders.“

Trotz des bisher so gruseligen Saisonverlaufs gibt es beim HSV auch positive Entwicklungen. So hat sich Rick van Drongelen innerhalb weniger Monate zur Stammkraft entwickelt. Seine Zukunft in Hamburg ist allerdings trotz Vertrags bis 2023 alles andere als klar. Denn der 19-jährige Verteidiger ist heiß begehrt. Wie man beim HSV über den Niederländer denkt, sagte Thomas von Heesen der MOPO. „Aus meiner Sicht war er im vergangenen Sommer ein Super-Einkauf für den HSV. Das ist ein sehr, sehr talentierter Spieler. Meine Empfehlung ist, ihn unbedingt in Hamburg zu halten. Weil das wirklich ein toller Junge ist, der auch diesen Kampfgeist darstellt, den man sich von seinen Spielern wünscht, der immer mit 100 Prozent Einsatz und Engagement dabei ist. Van Drongelen ist einer, der für den HSV in der Zukunft noch wertvoller werden kann“, so der sportliche Berater des Vorstands.

Schon vor den heutigen Gesprächen mit Kyriakos Papadopoulos hat Thomas von Heesen seinen Standpunkt bei den Verantwortlichen und Trainer Christian Titz klar hinterlegt. Und sich für den Griechen stark gemacht. „Wir werden sicher ganz vernünftig miteinander reden und versuchen, auf eine Ebene zu kommen“, sagte der Vorstandsberater der MOPO. Warum?  „Weil ich glaube, dass wir einen Typen wie ihn brauchen und er Fähigkeiten hat, die der Mannschaft guttun. Er ist halt ein emotionaler Typ. Da muss man genau abwägen, bevor man Entscheidungen trifft. Das wird in Ruhe geschehen.“

Zu schlecht für die Profis! Der HSV hat Mergim Mavraj im Bundesliga-Kader aussortiert, mit sofortiger Wirkung darf der 31-Jährige nur noch in der U21 mittrainieren. Diese Entscheidung wurde dem Verteidiger nach dessen Rückkehr vom albanischen Nationalteam von Trainer Christian Titz, Direktor Sport Bernhard Peters und Vorstandsberater Thomas von Heesen mitgeteilt.

Wie reagiert der HSV auf das erneute Fehlverhalten von Walace? Der Brasilianer, ohnehin schon zur U21 degradiert, schwänzte am vergangenen Sonntag das Training, jettete nach Mailand. Thomas von Heesen, sportlicher Berater des Vorstands, empfiehlt eine harte Linie. „Das ist nicht zu tolerieren. Der Klub macht klare Ansagen, daran hat sich jeder Spieler zu halten. Wer dagegen verstößt, muss mit den Konsequenzen leben“, sagte er der MOPO und stellte klar: „Walace hat Dinge getan, die nicht erlaubt waren, er hätte in Hamburg bleiben und trainieren müssen. Es ist klar, dass sein Verhalten sanktioniert wird. Man sollte sich an die Regeln halten, die vorgegeben sind, und nicht glauben, man ist vielleicht ein Star und kann machen, was man will. Das geht in einer Gemeinschaft nicht.“ Ob der Olympiasieger bis zum Saisonende suspendiert bleibt? Von Heesen: „Das ist nicht meine Entscheidung, darüber wird sich der Trainer sicher Gedanken machen und mit ihm sprechen – wenn überhaupt.“

Es gab Ärger mit Walace und Kyriakos Papadopoulos. Doch wie steht der Großteil der HSV-Profis zu Christian Titz? Thomas von Heesen, sportlicher Berater des Vorstands und enger Vertrauter des Chefcoachs, hat einen positiven Eindruck gewonnen. „Der Trainer macht einen sehr, sehr guten Job. Er erreicht die Mannschaft total“, sagte er der MOPO. Und weiter: „Wichtig ist, dass wir an den Stellschrauben drehen und Christian Titz in der Länderspielpause die Zeit hatte, die Mannschaft auf das einzustellen, was er vorhat. Wir reisen mit einer geballten Ladung an Power nach Stuttgart.“