Da hat einer im defensiven Mittelfeld aber ordentlich abgeräumt. Gideon Jung gewann beim 0:0  gegen Wolfsburg als Sechser bärenstarke 83 Prozent seiner Zweikämpfe. Neben Jung stand Walace erstmals seit dem achten Spieltag wieder in der Startelf. Dabei gewann der Brasilianer ordentliche 56 Prozent seiner Duelle.

Gideon Jung (r.) im Zweikampf mit Wolfsburg Josuha Guilavogui (Foto: Witters)

Das ist schon eine Überraschung: Trainer Markus Gisdol nimmt Gotoku Sakai gegen den VfL Wolfsburg aus dem Team, setzt den Kapitän auf die Ersatzbank. Für den Japaner rutscht der Brasilianer Walace in die Mannschaft. Er soll gemeinsam mit Gideon Jung im Mittelfeld für Stabilität sorgen.

Am Dienstag wird Sportchef Jens Todt von seiner Argentinien-Reise nach Hamburg zurückkehren. Ich und er hat sich direkt vorgenommen, mit dem zuletzt zum Reservisten degradierten Mittelfeld-Mann Walace zu sprechen, dessen Berater Rogerio Braun er in Buenos Aires zum Austausch traf. „Es ist na­he­zu aus­ge­schlos­sen, dass wir Wa­lace im Win­ter gehen las­sen. Wir wol­len, dass er sich durch­beißt“, sagte Todt der „Bild“ und betonte: „Wir wol­len Wa­lace ver­si­chern, dass wir total an ihn glau­ben. Und den­ken, dass er eine tra­gen­de Rolle bei uns ein­neh­men kann.“

Jens Todt verzichtet auf das Freiburg-Spiel, schaut sich stattdessen in Argentinien potenzielle Zugänge an. Warum er gerade jetzt nach Südamerika reiste? „Es geht primär darum, sich endlich mal wieder einen persönlichen Eindruck vom argentinischen Markt zu machen. Mein Ziel ist es, jeden Tag ein bis drei Spiele zu schauen. Das Angebot in Buenos Aires ist riesig“, sagte Todt bei „Matz ab“. Und weiter: „Hamburg und der HSV werden hier hochgeschätzt. Beim Finale der Copa Sudaméricana wurde ich von einigen Fans auf der Tribüne erkannt, die mir direkt gesagt haben, welchen Spieler von ihrem Klub ich auf gar keinen Fall mitnehmen darf.“ Auch zu Walace, den er vor einem Jahr für 9,2 Millionen Euro verpflichtet hatte, der aber unter Trainer Markus Gisdol kaum eine Rolle spielt, äußerte er sich: „Ich sehe Walace keinesfalls als Fehleinkauf. Man muss Südamerikanern nur eine entsprechende Zeit zur Adaption einräumen. Bestes Beispiel ist doch nun Walaces Kumpel Douglas Santos, der nach anderthalb Jahren zeigt, warum wir ihn im Sommer 2016 geholt haben. Und ich bin mir absolut sicher, dass auch Walace großes Potenzial hat.“

Bobby Wood absolvierte heute nur Teile des Teamtrainings, weil er unter Sprunggelenksproblemen leidet. Sein Einsatz am Freitag in Freiburg soll aber nicht gefährdet sein. Offen, wie sich die Lage bei Walace (krank) und Lewis Holtby (Oberschenkelprobleme) entwickelt. Beide fehlten heute.

Für Jens Todt war es der erste große Deal als HSV-Sportchef: Für 9,2 Millionen Euro holte er im vergangenen Winter den brasilianischen Olympiasieger Walace. Doch dieser spielt bei Trainer Markus Gisdol kaum eine Rolle, was den Samba-Kicker darüber nachdenken lässt, schon nach einem Jahr wieder zu gehen. „Wir werden mit dem HSV sprechen. Wir wollen keinen Ärger machen, aber wir müssen die HSV-Pläne kennen und für alle Seiten die beste Lösung finden“, sagte Walace-Berater Rogerio Braun der „Bild“.