Der HSV schließt den neunten Spieltag auf Rang 15 ab und klettert damit trotz des 2:3 in Mainz im Vergleich zur Vorwoche um einen Platz nach oben. Weil Freiburg beim FC Bayern mit 0:5 verlor, zog der Liga-Dino am SC vorbei. Zudem profitierte der HSV von der 0:2-Heimpleite des Nordrivalen Werder Bremen gegen Gladbach.

Er spielte für Werder und den HSV, hat zwar mittlerweile Abstand zum Fußball-Geschäft genommen, verfolgt aber weiter das Geschehen bei seinen Ex-Klubs. Vor dem Nordderby sagte der ehemalige Nationaltorwart Frank Rost der „Bild“: „Brennen tut es nirgendwo. Die Saison ist noch jung. Beide haben noch genügend Zeit. Bitter ist einfach, dass der HSV es nach einem guten Start mal wieder verpasst hat, sich ein kleines Polster zu verschaffen. Jetzt zeigt der Klub eben wieder sein wahres Gesicht. Ist da, wo er nicht hinwollte – wohl aber hingehört. Und Werder hat ja nicht wirklich schlecht gespielt. Nur ist auf der Haben-Seite derzeit definitiv zu wenig. Aber ich bin sicher, dass beide am Ende doch irgendwo im Mittelfeld landen.“

Werder Bremen muss weiter auf Kapitän Zlatko Junuzovic verzichten. Im Duell mit dem HSV werde es noch nicht dabei sein können, doch am Ende der Länderspielpause Anfang Oktober dürfte der Österreicher wieder ins Teamtraining einsteigen, erklärte Frank Baumann: „Das sind noch drei Wochen – ein Zeitraum, nach dem es nicht ausgeschlossen ist, dass er wieder dabei ist“, sagte der Bremer Sportchef.

Am Tag nach der Niederlage in Leverkusen (0:4), der vierten Pleite in Folge, stellt sich Markus Gisdol in einer Presserunde. Der Trainer des HSV: „Um es mal vorsichtig auszudrücken: Ich denke, das war nicht unser bestes Spiel… Aber Hektik hat noch nie etwas gebracht, die Saison ist noch jung.“ Am Sonnabend im Nordderby gegen Werder Bremen setzt er wieder auf Aaron Hunt: „Wir haben ihn gut vorbereitet. Er ist soweit, wieder einzusteigen.“

Nach sechs Spielen wartet Werder Bremen noch auf den ersten Sieg. Da kommt der HSV, seit vier Partien ohne Punkt und Tor, gerade recht. Angreifer Fin Bartels: „Wir müssen den Kopf in den entscheidenden Momenten ausschalten. Das fällt schwerer, wenn man nicht viel Selbstbewusstsein hat. Aber wir müssen weiter daran glauben und werden im Nordderby Vollgas geben – von Minute eins bis zum Abpfiff.“

Seit dem 1. Juli ist Claudio Pizarro arbeitslos, der Vertrag des Peruaners wurde von Werder Bremen nicht verlängert. Der 38-jährige Stürmer will seine Karriere noch bis zum kommenden Sommer fortsetzen, einen neuen Verein hat er aber noch nicht gefunden – und ein Angebot des HSV lehnte er im Sommer ab, wie Pizarro bei Sport1 verriet: „Es gab für mich die Möglichkeit zum Hamburger SV zu gehen, aber als jahrelanger Werder-Spieler kann ich das nicht machen. Das würden mir die Bremer niemals verzeihen“, stellte er fest. Wie es nun weitergehe? „Ich weiß es nicht. Ich halte mich gerade fit und will unbedingt noch ein Jahr spielen, weil ich 2018 mit Peru bei der WM spielen will. Das wäre großartig. Eine WM für mein Land zu spielen habe ich noch nicht geschafft und das wäre ein Traum.“ Die Bundesliga, in der er für Werder und den FC Bayern in 430 Spielen 191 Tore erzielte, wird Pizarro dafür allerdings verlassen müssen: „Ich denke, in Deutschland wird es schwer werden.“

Von 2005 bis 2012 stand Tim Wiese im Tor von Werder Bremen, in dieser Zeit wurde er zum Feindbild der Hamburger Fans. Und der HSV zum Feindbild des Keepers. Vor dem Spiel des Liga-Dinos heute in Köln lässt sich der 35-Jährige in seiner Funktion als Experte des Streaming-Dienstes DAZN über den HSV und besonders über Nicolai Müller aus, der sich nach seinem Treffer beim Sieg gegen Augsburg (1:0) beim Jubeln schwer verletzt hatte. Wiese: „Ich weiß nicht, was der Müller da machen wollte. Natürlich wünsche ich ihm erst mal gute Besserung, ein Kreuzbandriss ist nichts Schönes. Aber als Sportdirektor des HSV würde ich ihn hochzitieren und ihm eine Abmahnung geben für so einen Unsinn. Wenn er fragt, warum: Zweite Abmahnung! Das ist einfach blödsinnig. Wie dumm kann man sein? Ob er da auf Cristiano Ronaldo machen wollte mit diesem Jubel, ich weiß es nicht.“ Dem Erzrivalen wünscht der Ex-Nationaltorwart nur Schlechtes: „Der HSV hätte es verdient mal abzusteigen. Irgendwann wird es auch dem Fußball-Gott mal ein bisschen zu wild. Dann gehen sie runter und dann wird es richtig schwer, wieder aufzusteigen. Aber egal, der HSV interessiert mich nicht.“

Passend zu seinen Aussagen benutzt Tim Wiese ein pinkes HSV-Trikot als Putzlappen für sein Schnellboot, mit dem er während des DAZN-Interviews über die Weser fährt.