Die Profis kämpfen gegen den Abstieg, für die U19 geht es dagegen um den Titel in der Junioren-Bundesliga und die Qualifikation für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Das Team von Daniel Petrowsky tritt heute (12 Uhr) bei Holstein Kiel an, schon um 11 Uhr wird die Partie zwischen Werder Bremen und Union Berlin angepfiffen. Um 13.30 Uhr folgt das Duell zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC. Die Tabelle drei Spieltage vor Schluss: HSV (55 Punkte) vor Hertha BSC (54 Punkte) und Werder Bremen (51 Punkte).

Von 1981 bis 2016 war Willi Lemke als Manager und später im Aufsichtsrat für Werder Bremem tätig, er ist ein Gesicht des Vereins. Doch nun zittert er plötzlich um den ewigen Rivalen, hofft darauf, dass der HSV noch das Wunder schafft: „Aus kaufmännischer Sicht ist das fatal. Mit Sicherheit wird der Bundesliga etwas fehlen“, sagte Lemke und betonte: „Wenn anstelle des HSV jetzt Holstein Kiel in die Stadien kommen sollte, ist das ein gewaltiger Unterschied. Der Name HSV hat immer die Massen angezogen.“

Ein Konkurrent weniger im Keller. Mit einem 2:1 (2:0) im Nordderby gegen Werder Bremen hat sich Hannover 96 mit nun neun Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aus dem Abstiegskampf so gut wie verabschiedet. Für Werder Bremen hingegen endete eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage. Den Erfolg für die Niedersachsen leitete ausgerechnet der in Hamburg geborene Ex-Bremer Martin Harnik mit dem Führungstor nach 17 Minuten aus kurzer Distanz ein. Für das 2:0 sorgte Felix Klaus, der in der 42. Minute nach einem Abpraller erfolgreich war. Für Bremen verkürzte Ishak Belfodil (74.). Hannover revanchierte sich damit für die deftige 0:4-Schlappe aus der Hinserie im Weserstadion.

Der HSV muss wegen der Ausschreitungen seiner Fans während des Nordderbys bei Werder Bremen eine empfindliche Geldstrafe zahlen. Das DFB-Sportgericht verdonnerte den Klub zu einer Buße in Höhe von 80.000 Euro. Der HSV hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Am 24. Februar hatten Teile der HSV-Anhänger beim Derby in Bremen (0:1) große Mengen an Pyrotechnik abgebrannt und diese teilweise auch auf das Spielfeld geworfen und geschossen. Deshalb musste die Begegnung in der 3. und in der 45. Minute kurzzeitig unterbrochen werden und verzögerte sich auch in der 86. Minute noch mal, als eine Leuchtkugel auf dem Rasen landete. Ein Zuschauer erlitt aufgrund der Vorfälle ein Knalltrauma. Außerdem warfen Hamburger Zuschauer nach dem Siegtreffer für Werder in der 86. Minute zahlreiche Getränkebecher und Fahnenstöcke aus dem Oberrang in den Unterrang, in dem Werder-Fans saßen.

Er spielte von 1987 bis 1989 beim HSV, wurde anschließend bei den Rothosen Nachwuchs- und Co-Trainer und von 1992 bis 1995 schließlich als Nachfolger von Egon Coordes Chefcoach der Hamburger. Seine Fußballerseele aber bleibe grün-weiß, erklärte Benno Möhlmann (63) in der TV-Sendung „100% Bundesliga – Fußball bei NITRO“. „Ich wohne ja in Bremen und bin auch Werderaner“, sagte der 63-Jährige, der von 1978 bis 1987 insgesamt 267 Mal für Werder spielte. „Aber es ist wirklich nicht so, dass ich dem HSV den Abstieg gönne. Ich fieber da schon mit und ich würde mich freuen, wenn es der HSV noch packt. Aber es ist einfach fast unmöglich. Ich denke der HSV wird diesmal dran glauben müssen.“

Der frühere Werder-Profi Sebastian Prödl hat sich zur Krise des HSV geäußert. „Ich bin Werder-Sympathisant und da wünscht man dem HSV nur wenig Gutes“, sagte der Österreicher, der inzwischen für den FC Watford in der englischen Premier League spielt im Interview mit der „Bild“. „Für Hamburg sieht es momentan nicht gut aus. Sie haben zu viele Fehler gemacht. Abschreiben darf man sie aber nie. In den letzten Jahren sind sie gefühlt schon zweimal abgestiegen und waren dann doch wieder da. Ich muss aber sagen: So sehr man sich in Bremen den HSV-Abstieg auch wünscht, das Derby-Kribbeln würde irgendwann doch sehr fehlen.“

Der HSV verlor die letzten neun Bundesliga-Partien bei den Bayern allesamt bei 3:51 Toren! Der erstmalige Abstieg rückt immer näher und am Montag könnte der Dino auf den letzten Platz abrutschen. Weil der HSV nun ein schlechteres Torverhältnis als Köln hat, reicht den Rheinländern morgen in Bremen schon ein Unentschieden, um am „Dino“ vorbeizuziehen.

Klaus Allofs hat keine Lust auf den HSV. „Ich lebe gerade andere Facetten des Lebens und bin freigestellt vom VfL Wolfsburg. Meine ersten Gedanken sind nicht bei einer Neuanstellung“, sagte der Ex-Geschäftsführer der „Wölfe“ beim Fußball-Talk des TV-Senders Sky Sport News am Sonntag.
Ausschließen will Allofs eine Funktion im Profi-Fußball aber nicht. „Man merkt aber auch, dass der Stress über 40 Jahre auch Spaß gemacht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass mich eine Aufgabe wie in Bremen oder Wolfsburg noch mal interessieren könnte“, sagte der 61-Jährige.

Das kommt schon ein wenig überraschend. Werder-Ikone Torsten Frings drückt dem HSV im Kampf um das „Wunder“ Klassenerhalt die Daumen. „Ich persönlich würde mich freuen, wenn Hamburg drin bleibt. Alleine wegen der Derbys gegen Werder. Das war immer eine hitzige Atmosphäre früher“, sagte der 79-malige Nationalspieler bei einem PR-Termin in Valencia: „Eine Stadt wie Hamburg braucht einen Bundesligisten. Aber ich glaube auch, dass es sehr, sehr schwer wird.“

Böse Absicht oder nur ein kleines technisches Versehen? Laut den Marktwertexperten von transfermarkt.de ist die Zeit von Aaron Hunt beim HSV bereits abgelaufen. Wer den Kader des HSV dort aufruft, sucht den 31-jährigen Spielgestalter in der Auflistung vergebens. Aaron Hunts derzeitiger Verein sei „unbekannt“. Möglich, dass nach der schwachen Leistung des Ex-Bremers gegen Mainz ein kleiner Scherz dahinter steckt. Nach MOPO-Informationen gehört Hunt dem Kader nämlich noch bis zum 30. Juni an. Es wäre übrigens nicht die erste Augenzwinker-Aktion von transfermarkt.de. Als Frank Rost 2002 auf nicht ganz saubere Art und Weise von Werder Bremen zum FC Schalke 04 wechselte, strafte die aus Hamburg gesteuerte Seite die Schalker ab, in dem man sie kurzzeitig aus der Auflistung der Bundesliga-Vereine kickte.