Vorstands-Boss Frank Wettstein lässt derzeit keine Gelegenheit aus, um sich für den Trainer stark zu machen. „Christian Titz ist in der Pole Position“, sagte er bei Sky Sport News HD über die Besetzung des Postens in der kommenden Saison. Offen ist allerdings, ob er auch Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann letztlich für diese Idee begeistern kann.

Diese Meldung auf der Internetseite des HSV kommt angesichts der wirtschaftlichen Probleme überraschend – und sorgt im Volkspark für große Erleichterung: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat dem HSV am heutigen Donnerstag die Spielberechtigung für die Saison 2018/19 erteilt. Der HSV erhält die Lizenz für die Bundesliga und für die 2. Bundesliga ohne Bedingungen und ohne Auflagen. „Wir haben beide Ligen-Szenarien inhaltlich professionell vorbereitet und freuen uns über den Erhalt der Lizenzen“, sagt HSV-Vorstand Frank Wettstein. Der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG nahm die Botschaft aus Frankfurt ebenfalls zufrieden auf. „Das ist eine erfreuliche Nachricht“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Hoffmann. „Unser Finanzbereich hat unter der Leitung von Frank Wettstein sehr gute Arbeit geleistet und damit die Grundlage für die kommende Spielzeit geschaffen.“

Klaus-Michael Kühne erwägt, seine finanzielle Unterstützung für den HSV einzustellen. Sollte der Verein absteigen, könne er keine Zusage für weitere Mittel geben, so der Investor. HSV-Vorstand Frank Wettstein sagt dazu: „Herr Kühne ist ein wichtiger und verlässlicher Partner, für den viele Clubs den HSV beneiden. Dass Herr Kühne dem HSV keinen Freibrief erteilt, ist auf Grund der sportlichen Leistungen nicht nur wenig überraschend, sondern komplett nachvollziehbar. Alleine bedingt durch das bestehende Engagement von Herrn Kühne findet ein regelmäßiger Austausch statt.“

Vorstand Frank Wettstein und Direktor Sport Bernhard Peters haben sich bereits klar positioniert, beide würden auch im Abstiegsfall gern mit Christian Titz das Projekt Wiederaufstieg angehen. Doch wie denkt der starke Mann im Hintergrund, Klub-Präsident und Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann darüber. Vor der Niederlage bei 1899 Hoffengheim sagte er in einem NDR-Interview: „Es ist ein offensichtlich gut funktionierendes Team, das sich dieser Mission Klassenerhalt verschrieben hat. Man muss sagen, dass die ersten drei Spiele einen Fußball gezeigt haben, den wir hier schon lang nicht mehr gesehen haben. Insoweit die Einschätzen sehr positiv, was den Trainer angeht.“ Ob auch er mit Titz weiterarbeiten wolle? Hoffmann: „Das ist nicht meine Zuständigkeit, denn die Entscheidung über das Trainerteam für die nächste Saison liegt beim Vorstand des HSV. Meine Meinung dazu kann ich haben und die werde ich, falls sie abgefragt wird, auch kundtun.“

Was haben Jens Todt, Markus Gisdol und Bernd Hollerbach gemeinsam? Sie wurden beim HSV im Frühjahr gefeuert, kassieren aber weiter ab. Laut „Bild“ hat Vorstand Frank Wettstein mit Ex-Sportchef Todt vereinbart, dass er sein Gehalt bis zum Vertragsende am 31. Dezember ausgezahlt bekommt. Mit den geschassten Trainern will der HSV-Boss über Auflösungen der Arbeitspapiere verhandeln. Allerdings haben beide einen Vertrag bis 2019, der auch bei einem Abstieg in die Zweite Liga gültig wäre. Es wird also teuer.

HSV-Vorstand Frank Wettstein (44) hat auf einen kritischen Artikel über die Geschäfte von Interims-Sportchef Thomas von Heesen (56) reagiert. „Diese Berichterstattung zum jetzigen Zeitpunkt hat offenbar nur das Ziel, möglichst große Unruhe in den HSV zusätzlich zur schwierigen sportlichen Situation zu tragen“, sagte Wettstein dem „Hamburger Abendblatt“. Die Zeitung hatte zuvor über Geschäfte des einstigen Spielmachers berichtet. Demnach soll von Heesen unter anderem in seiner Zeit als Trainer des Kapfenberger SV in Österreich an Transferrechten einiger Spieler beteiligt gewesen sein, die er selbst trainiert hatte. Von Heesens Anwalt wies daraufhin, dass sein Mandant „nicht gegen bestehende Regularien oder Gesetze verstoßen hat“. Wettstein will auch nach den neuen Details an von Heesen festhalten. „Eine Auswirkung auf das mit ihm bis zum Saison-Ende vereinbarte Engagement ergibt sich daraus nicht.“