Mit Raphael Wicky ist ein Ex-HSV-Profi Trainer des Schweizer Meisters FC Basel – und führte den Klub ins Achtelfinale der Champions League. Nach der gerade vorgenommenen Auslosung steht auch der Gegner fest: Wicky bekommt es im Frühjahr mit Pep Guardiola und Manchester City zu tun, hat zuerst Heimrecht. Gutes Omen: Vor knapp vier Wochen bezwangen die Basler im St. Jakob-Park schon Manchester United mit 2:1.

Der frühere HSV-Profi Raphael Wicky (40) ist mittlerweile als Trainer durchgestartet und steht mit dem FC Basel vor seinem bisher größten Erfolg auf internationaler Bühne. Heute (20.45 Uhr, Sky live) kämpft er mit seinem Team in Portugal bei Benfica Lissabon um den Einzug in die K.o.-Runde der Champions League. Wicky und Co. liefern sich dabei ein Fernduell mit ZSKA Moskau (beide neun Punkte), die Russen treten bei Manchester United an.

Werder Bremen sucht einen neuen Trainer, hoch im Kurs beim Hamburger Konkurrenten steht Ex-HSV-Coach Bruno Labbadia. Der aber bekommt nun Konkurrenz von einem weiteren früheren Hamburger: Raphael Wicky, seit Sommer Trainer des Schweizer Meisters FC Basel, steht ebenfalls auf der Wunschliste der Bremer.

Erst stand beim FC Basel bereits in der Kritik. Gestern Abend aber sendete Raphael Wicky mit seinem Team ein Ausrufezeichen. Nach dem 5:0 in der Champions League gegen Benfica Lissabon jubilierte der frühere HSV-Profi: „Es war einfach ein unglaublich schöner Abend für das Team, für den FCB und für die Fußball-Schweiz. Ein Abend, den wir genießen dürfen.“ Wickys Team ist nach zwei Partien Gruppenzweiter hinter Manchester United.

Sein Start war nicht sonderlich gut. Seit dieser Saison ist Ex-HSV-Profi Raphael Wicky Trainer des FC Basel. In der Liga liegt der Serien-Champion bereits sechs Zähler hinter Spitzenreiter Young Boys Bern. Heute aber soll es in der Champions League rappeln! Wicky und der FCB empfangen nach ihrer Auftaktpleite bei Manchester United (0:3) das ebenfalls noch punktlose Benfica Lissabon. Ein Erfolg heute (ab 20.45 Uhr), dann könnten die Wicky-Festspiele so richtig beginnen.

Es klingt wie eine Abrechnung mit dem Profi-Fußball, dabei steht er ganz am Anfang seiner Trainer-Karriere. Raphael Wicky ist vielen HSV-Fans sehr positiv in Erinnerung geblieben. Der Schweizer kickte von Januar 2002 bis Juni 2007 in Hamburg, mit ihm verbinden die Anhänger Identifikation, Einsatzfreude und sicher auch eine sportlich bessere Zeit. In diesem Sommer geht der 40-Jährige in seine erste Saison als Chefcoach des FC Basel. In einem Interview mit der „Neue Zürcher Zeitung“ sprach er über Werte und blickte auch auf seine Zeit in Deutschland zurück. „Ich merkte bald, dass Werte im Fußball nicht für alle gelten. Ehrlichkeit wird nicht überall hochgehalten. Fußball ist ein Business. Es geht um Millionen. Als Spieler ist man schließlich eine Nummer“, sagte Wicky, der bei Werder Bremen auf Probleme mit seinem Trainer stieß: „Ich konnte mich mit der Menschenführung von Felix Magath nicht immer identifizieren.“ So zog er weiter zum Liga-Dino: „Beim HSV setzten sie mir irgendwann den Niederländer Nigel de Jong vor die Nase, obwohl ich gut gewesen war. Ich war nicht happy. Aber es erschütterte mich nicht“, betonte der frühere Mittelfeldspieler. Bitter war sein Abschied, so Wicky: „Ich war sechs Jahre in Hamburg. Am Schluss teilte man mir mit, dass man mich nicht mehr will. Aber gespürt hatte ich das viel früher. Da sagte niemand: Danke, dass du sechs Jahre hier gespielt hast, mit Voltaren und geschwollenen Knien. Irgendwann ist man halt nicht mehr interessant.“

Zuletzt galt der frühere HSV-Coach Thorsten Fink (jetzt Austria Wien) als heißer Kandidat auf eine Rückkehr zum FC Basel, den Job bekommt aber ein anderer Ex-Hamburger: Raphael Wicky, der von 2002 bis 2007 für die Rothosen spielte, übernimmt das Ruder beim Schweizer Topklub. Der 39-Jährige erhält einen Vertrag bis 2019 und tritt die Arbeit mit Beginn der Vorbereitung auf die kommende Saison an. Zuletzt war Wicky im Nachwuchsbereich des FC Basel tätig.

Basels Sportchef Marco Streller (l.) mit Raphael Wicky. (Foto: Twitter/FC Basel)