Am Ende der letzten Saison war Christian Mathenia mit seinen Paraden einer der Retter des HSV. In dieser Saison läuft es für den Keeper aber noch nicht rund. Laut Bremens Ex-Torwart Tim Wiese sei der frühere Darmstädter sogar nicht Erstliga-reif. Zeit also für Mathenia, heute im Nordderby eine Ausrufezeichen zu setzen. Mit Julian Pollersbeck sitzt ihm immerhin ein U21-Europameister im Nacken.

Wie üblich zieht Bremens Ex-Keeper Tim Wiese vor dem Nordderby vom Leder. Besonders auf HSV-Torwart Christian Mathenia hat es der Teilzeit-Wrestler abgesehen. „Das ist keiner für die erste Liga“, poltert Wiese in „Bild“. „Er ist nur biederer Durchschnitt. Und von seinem Ersatz Pollersbeck halte ich mal gar nichts. Mein Eindruck: Er feiert lieber als Leistung zu bringen. Mann, war der in der Vorbereitung schlecht.“ Gute Transferarbeit beim HSV habe zudem nur Pierre-Michel Lasoggas Mutter Kerstin geleistet: „Vor ihr muss man den Hut ziehen. Ihr Sohn hat fast nichts geleistet, aber sie hat für ihn einen Millionen-Vertrag ausgehandelt.“

Von 2005 bis 2012 stand Tim Wiese im Tor von Werder Bremen, in dieser Zeit wurde er zum Feindbild der Hamburger Fans. Und der HSV zum Feindbild des Keepers. Vor dem Spiel des Liga-Dinos heute in Köln lässt sich der 35-Jährige in seiner Funktion als Experte des Streaming-Dienstes DAZN über den HSV und besonders über Nicolai Müller aus, der sich nach seinem Treffer beim Sieg gegen Augsburg (1:0) beim Jubeln schwer verletzt hatte. Wiese: „Ich weiß nicht, was der Müller da machen wollte. Natürlich wünsche ich ihm erst mal gute Besserung, ein Kreuzbandriss ist nichts Schönes. Aber als Sportdirektor des HSV würde ich ihn hochzitieren und ihm eine Abmahnung geben für so einen Unsinn. Wenn er fragt, warum: Zweite Abmahnung! Das ist einfach blödsinnig. Wie dumm kann man sein? Ob er da auf Cristiano Ronaldo machen wollte mit diesem Jubel, ich weiß es nicht.“ Dem Erzrivalen wünscht der Ex-Nationaltorwart nur Schlechtes: „Der HSV hätte es verdient mal abzusteigen. Irgendwann wird es auch dem Fußball-Gott mal ein bisschen zu wild. Dann gehen sie runter und dann wird es richtig schwer, wieder aufzusteigen. Aber egal, der HSV interessiert mich nicht.“

Passend zu seinen Aussagen benutzt Tim Wiese ein pinkes HSV-Trikot als Putzlappen für sein Schnellboot, mit dem er während des DAZN-Interviews über die Weser fährt.

Der frühere Werder-Torwart Tim Wiese schaut heute voller Spannung auf das Spiel seines früheren Erzrivalen. Und er geht fest davon aus, dass es für die Hamburger erst mal nichts zu feiern gibt, weil sie ihr Glück aufgebraucht hätten. „Damals in Karlsruhe, zuletzt auf Schalke. Ich weiß nicht, wie oft der Fußballgott bei denen noch ein Auge zudrücken will. So viel Dusel gibt es gar nicht. Sie werden aber gegen Wolfsburg verkacken und landen auf Platz16“, so Wiese in seiner „Bild“-Kolumne. Dort setzt er dann auf den Liga-Dino: „Die Relegation werden sie dann wieder überstehen.“

Nach seinem Comeback für Kreisligaklub SSV Dillingen heimste Ex-Bundesligakeeper Tim Wiese auch ein Kompliment seines Ex-Trainers Markus Gisdol ein. „Ich habe mich für ihn gefreut“, so der Coach. „Demnächst werden wir uns auch mal treffen, das haben wir schon ausgemacht.“ Beide arbeiteten 2013 zusammen in Hoffenheim.

Der frühere Werder-Keeper und angehende Wrestler Tim Wiese ledert in seiner „Bild“-Kolumne mächtig gegen den HSV und Vorstands-Boss Dietmar Beiersdorfer. „Restlos überzeugt ist der HSV von Markus Gisdol offenbar nicht. Aus guter Quelle weiß ich, dass es Bedingung des HSV war, nur einen Vertrag bis Saisonende zu machen. Um Gisdol nicht gleich zu schwächen, haben sie es öffentlich anders dargestellt. Ich vermute stark, der HSV sucht schon seinen Nachfolger“, so Wiese. Und weiter: „Der angebliche Boss des HSV, Didi Beiersdorfer, sollte lieber mal hinterfragt werden. Immer nur Trainer rauswerfen ist ein bisschen wenig für die persönliche Bilanz. Vielleicht sollte er zur Abwechselung einfach mal sich selbst rauswerfen.“

Ex-Werder-Star Tim Wiese sorgte mit seiner Ankündigung für Aufsehen, beim Liga-Dino als Investor einsteigen zu wollen. „Der HSV und ich haben ja eine lange gemeinsame Geschichte. Ich kaufe ein paar Anteile und besitze so einen Teil vom HSV“ schrieb Wiese in einer Kolumne und erläuterte: „Der HSV verspricht eine Verzinsung zwischen 4,5 und 5,5 Prozent. Die Bank, die das zahlt, muss ich lange suchen. Dann könnte ich doch lieber Geld vom HSV nehmen.“ Die MOPO bat zur Umfrage – und 80 Prozent der mehr als 2000 Teilnehmer sprachen sich gegen Wiese als Investor aus. Sie stimmten dafür, dass der frühere Bremer Torwart und jetzige Bodybuilder sein Geld lieber im Solarium ausgeben solle.

Einst war er der HSV-Albtraum, in der Saison 2008/09 besiegte Tim Wiese die Rothosen mit Werder Bremen jeweils im Halbfinale des Uefa-Cups und DFB-Pokals. Jetzt ist der 34-Jährige zum Bodybuilder mutiert, strebt eine Wrestling-Karriere an. Mit Fußball beschäftigt sich Wiese nur noch in seiner „Bild“-Kolumne – und hier kündigte er nun seinen Einstieg als Investor an: „Der HSV und ich haben ja eine lange gemeinsame Geschichte. Ich kaufe ein paar Anteile und besitze so einen Teil vom HSV. So wählerisch sind die Hamburger ja nicht. Ein Getränkehändler und ein Landwirt sind auch am Start.“ Wiese wittert für sich ein gutes Geschäft: „Der HSV verspricht eine Verzinsung zwischen 4,5 und 5,5 Prozent. Die Bank, die das zahlt, muss ich lange suchen. Dann könnte ich doch lieber Geld vom HSV nehmen.“  

Der frühere Bremer Torwart Tim Wiese will HSV-Anteile kaufen. (Foto: Witters)