Der HSV wollte Raphael Wolf nach Hamburg holen, doch nun hat der Torwart die Entscheidung getroffen, seinen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf bis 2021 zu verlängern und seinem Ex-Klub eine Absage zu erteilen. Warum? Wolf: „Die Bindung zwischen der Fortuna und mir hat sich im Laufe der Saison zu einem Glücksfall für beide Seiten entwickelt. Ich fühle mich in Düsseldorf sehr wohl, vor allem auch sportlich. Außerdem habe ich in den Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen jederzeit gespürt, dass sie die Zusammenarbeit mit mir unbedingt fortsetzen möchten.“ Auch privat sei er von diesem Entschluss überzeugt: „Natürlich spielt bei meinen Zukunftsplanungen auch meine Familie eine wichtige Rolle. Nachdem ich von meiner Frau und meinem Sohn ebenfalls positive Signale erhalten habe, ist für mich nun der perfekte Zeitpunkt gekommen, mich zur Fortuna zu bekennen.“ Bisher lebte die Familie in Hamburg.

Vier Spiele sind in der laufenden Saison noch zu absolvieren. Noch ist offen, in welcher Liga es für den HSV in der kommenden Serie weitergeht. Sollte Christian Titz seinen Platz im Abstiegsfall räumen müssen, beginnt in Hamburg mal wieder die Trainersuche. Die MOPO gibt einen Überblick, welche Fußball-Lehrer derzeit auf dem Markt sind und für das Projekt Wiederaufstieg interessant wären: Peter Bosz (54, zuletzt Dortmund, seit Dezember 2017 vereinslos), Mike Büskens (50, zuletzt Schalke 04, seit April 2017 vereinslos), Slaven Bilic (49, zuletzt West Ham United, seit November 2011 vereinslos), Markus Weinzierl (43, zuletzt Schalke 04, seit Juni 2017 vereinslos), Martin Schmidt (51, zuletzt VfL Wolfsburg, seit Februar 2018 vereinslos), Marcel Koller (57, zuletzt Nationaltrainer Österreich, seit Oktober 2017 verfügbar) und Hannes Wolf (37, zuletzt VfB Stuttgart, seit Januar 2018 vereinslos).

Fortuna Düsseldorf steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga, dem HSV droht in der kommenden Saison die Zweitklassigkeit. Dennoch denkt Torwart Raphael Wolf über einen Wechsel nach, verzichtete bisher darauf, bei seinem Klub zu verlängern. Weil ihn die Rückkehr nach Hamburg reizt, wo er von 2004 bis 2009 ausgebildet wurde. Trainer Friedhelm Funkel macht das zunehmend sauer. „Er stand vor der Saison auf der Straße, hatte keinen Verein. Bei uns hat er sich ins Rampenlicht gespielt. Für Torhüter ist es immer schwer. Viele haben sich verspekuliert. Wenn ich da nur an Fromlowitz oder Hildebrand denke. Wir haben viele gute Torhüter. Aber natürlich würde ich Raphael gerne behalten“, sagte der Fortuna-Coach der „Bild“. Und warnte: „Hamburg hat zwei Torleute. Man weiß doch gar nicht, wer da das Sagen hat. Ich wäre an seiner Stelle vorsichtig. Wir bieten ihm einen 3-Jahres-Vertrag. Das musst du in dem Alter erst mal kriegen, das zeigt auch unsere Wertschätzung für ihn und unser Vertrauen in ihn. Das sollte er auch abwägen.”

Nach der Trennung von Hannes Wolf hat HSV-Konkurrent Stuttgart einen Nachfolger gefunden: Tayfun Korkut (zuletzt Leverkusen, davor Kaiserslautern und Hannover) wird neuer Cheftrainer des VfB. Der 43-Jährige erhält beim Tabellen-15. einen Vertrag bis Sommer 2019. Die Schwaben haben aus den vergangenen acht Spielen nur einen Sieg geholt. Korkut ist gebürtiger Stuttgarter und hat 2011 die U19 des VfB trainiert. Jetzt kehrt er zurück.

Nach dem 0:2 gegen Schalke, der siebten Niederlage aus den zurückliegenden acht Spielen, hat sich der VfB Stuttgart von Trainer Hannes Wolf getrennt. Nun sind die Schwaben auf der Suche nach einem Retter – und denken nach der Absage von Wunschkandidat Markus Weinzierl auch über Ex-HSV-Coach Markus Gisdol nach, der den Liga-Dino in der Vorsaison vor dem Abstieg bewahrte und vor einer Woche in Hamburg entlassen wurde. Für Gisdol wäre es eine Rückkehr, er war schon als Nachwuchstrainer beim VfB angestellt.

Unruhe beim HSV-Konkurrenten Stuttgart: Der kriselnde VfB (Platz 15) hat nach dem 0:2 gegen Schalke Trainer Hannes Wolf gefeuert. Das Sonntagstraining wird von Torwarttrainer Marco Langner, Athletiktrainer Matthias Schiffers und Individualtrainer Andreas Schumacher geleitet. Wer dauerhaft die Nachfolge des 36-Jährigen antritt, steht noch nicht fest. Wolf hatte das Amt im September 2016 vom zurückgetretenen Jos Luhukay übernommen und die Schwaben zur Meisterschaft in der 2. Liga geführt.

Die MOPO berichtete heute bei HSV24 über den Antrag des langjährigen Seniorenrats-Chefs Peter Gottschalk, am 18. Februar bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. darüber abstimmen zu lassen, keine AfD-Mitglieder im Verein und der Fußball-AG zuzulassen. Die Rechtspopulisten haben dazu eine Pressemitteilung verschickt, in der Alexander Wolf, Vorsitzender der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft und „bekennender HSV-Fan“, wie folgt zitiert wird: „Der Vorgang ist skandalös, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens sollte Sport nicht mit Politik vermengt werden – wenn man damit anfängt, wo hört man da auf. Zweitens: Während führende Sportfunktionäre, Verbände und Spitzensportler immer wieder zu Toleranz aufrufen, wird hier das genaue Gegenteil gefordert – Intoleranz pur. Es ist ein seltsames Demokratieverständnis, wenn man Mitglieder der drittstärksten Partei im Deutschen Bundestag stigmatisieren und ausgrenzen will. Diese undemokratische Ausgrenzungspolitik erinnert an ganz dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.“

Nachdem er drei Spiele in Folge die Null gehalten hatte, legte sich Christian Mathenia gegen Frankfurt ein Ei selbst ins Nest. Einen Schuss von Marius Wolf ins kurze Eck ließ der HSV-Keeper zum 1:1 durch die Finger rutschen. Die Schuld sah er aber nicht bei sich: „Es war ein sehr harter Schuss, der Ball flatterte. Ich denke nicht, dass man von einem klaren Torwart-Fehler sprechen kann.“