Labbadia nach der VfL-Rettung: „Das hat den HSV noch getoppt!“

Bruno Labbadia führte den HSV vor drei Jahren über die Relegation zum Klassenerhalt, gestern nun wiederholte er dieses Kunststück als Trainer des VfL Wolfsburg. „Es war mein schwierigster Job, den ich bisher im Fußball hatte. Da sind einfach so viele Dinge zusammengekommen. Jetzt bin ich erst einmal nur leer, weil ich weiß, was hinter uns liegt“, sagte Labbadia und stellte fest: „Diesmal war es anders als beim HSV. Das hat es noch einmal getoppt. Ich kann wirklich sagen, dass meine Erfahrung mir geholfen hat. Wir haben es geschafft und sind in der Liga, das ist das Wichtigste.“

Der HSV steigt erstmals aus der Bundesliga ab

Der 2:1-Sieg im 1866. und vorest letzten Bundesliga-Spiel gegen Gladbach war für den HSV nicht genug. Da Wolfsburg parallel gegen Köln mit 4:1 gewonnen hat, steigt der ehemalige Dino als Tabellen-17. ab und spielt in der kommenden Saison erstmals in der 2. Liga. Schwer zu fassen, nicht zu glauben, aber leider wahr. Die MOPO wünscht allen HSV-Fans viel Kraft in diesem Moment! Denkt dran: Dieser Verein lebt und das haben heute sowohl die Mannschaft als auch die überragenden Fans mal wieder gezeigt. Also: Nur der HSV! Auf den Wiederaufstieg 2019!

PS: Die Krawallmacher auf der Nordtribüne, die mit erschütterndem Verhalten kurz vor dem Ende für eine lange Spielunterbrechung gesorgt haben, sind eine Schande für den HSV! Der Rest des Stadions sang entschlossen: „Wir sind Hamburger und ihr nicht!“ Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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Wolfsburgs Trumpf: Bänke werden getauscht!

Nun ja, der VfL Wolfsburg hatte da auch noch eine Idee, um den Fluch zu brechen und nach vier Spielen in Folge ohne Sieg und drei Niederlagen hintereinander den fehlenden Punkt für die Relegation gegen Schlusslicht Köln einzufahren: Bruno Labbadia wechselt die Trainerbank, sitzt heute mit seinem Stab auf den Gästeplätzen.

Diese Köln-Statistik macht dem HSV Mut

Trainer und Spieler des 1. FC Köln haben in dieser Woche betont, trotz des längst feststehenden Abstiegs in Wolfsburg Vollgas geben zu wollen. Der HSV darf also auf Schützenhilfe hoffen. Und auch die Statistik macht Mut: Seit sechs Liga-Spielen ist Köln gegen den VfL unbesiegt! Die letzten beiden Duelle hat der FC jeweils mit 1:0 gewonnen. Zuletzt gelang den Wölfen 2014 ein Dreier gegen die Geißbock-Elf.

Matchday! Abstieg oder Relegation?

Der 12. Mai 2018 wird in jedem Falle in die Vereinshistorie des HSV eingehen. Gelingt heute (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Gladbach ein Sieg und gewinnt Absteiger Köln gleichzeitig in Wolfsburg, hat es der Dino doch noch in die Relegation gegen Holstein Kiel geschafft. Klappt es mit dem Doppel-Sieg nicht, steht der erstmalige Abstieg des HSV in die 2. Liga fest. Es wird extrem spannend!

Peinlich! Wolfsburg-Spiel ist nicht ausverkauft

So etwas würde es in so einer Situation in Hamburg nie geben: Der VfL Wolfsburg kann zum Saisonfinale gegen den 1. FC Köln nicht auf ein ausverkauftes Stadion zählen. Der Klub rechnet morgen mit einem Besuch von 26.000 Fans, darunter 2500 Anhänger aus Köln. Das Fassungsvermögen wurde aufgrund der Pufferzone am Gästeblock von 30.000 auf 28.800 Plätze reduziert. Als Sicherheitsmaßnahme wird zudem in der Arena kein Alkohol ausgeschenkt.

Köln-Keeper Horn: „Wir werden alles raushauen!“

Hilft Absteiger Köln dem HSV mit einem Sieg in Wolfsburg? Diese Frage stellen sich alle Fans in Hamburg. „Wir stehen weder auf der Seite von Wolfsburg noch auf der des HSV. Das beeinflusst uns nicht“, sagte FC-Keeper Timo Horn dazu. „Wir wollen für unsere Fans ein gutes Spiel machen. Gegen München haben wir uns nicht hängen lassen. Das wird auch diesmal nicht passieren. So schwer es auch ist, in einem solchen Spiel die Köpfe noch einmal hochzunehmen. Ich kenne den Charakter dieses Teams. Wir werden alles raushauen!“ Das klingt doch gut aus Hamburger Sicht.