Der Zoff zwischen Würzburg und dem HSV um Trainer Bernd Hollerbach hat ein Ende gefunden. Die Kickers haben mitgeteilt: „Der FC Würzburger Kickers hat am Mittag dem HSV offiziell mitgeteilt, dass man das bestehende Arbeitsverhältnis mit Bernd Hollerbach im Zuge des seit vergangenen Freitag vorliegenden ,Entschädigungsangebots‘ des HSV annehmen wird und damit die formale Voraussetzung für dessen Cheftrainer-Engagement freimacht.“ Dabei habe man den Verantwortlichen des HSV aber noch einmal mitgeteilt, dass man über die Versäumnisse eines korrekten Vorgehens, einer zeitnahen klaren Vereinbarung und über die mit dem Angebot selbst zum Ausdruck gebrachte geringe Wertschätzung absolut kein Verständnis habe. „Objektiv muss man leider festhalten, dass der Umfang des Angebots dem Wert und den Qualitäten von Bernd sowie der Wichtigkeit seiner Verpflichtung in der aktuellen HSV-Situation nicht annähernd gerecht wird. Wir nehmen es aber einzig und allein aufgrund der Freundschaft zu Bernd an. Wir werden das Geld vom HSV nicht behalten. Stattdessen suchen wir uns karitative Organisationen und werden es an bedürftige Kinder und Jugendliche spenden – hälftig an soziale Einrichtungen bei uns in der Region, hälftig an soziale Einrichtungen im Stadtteil St. Pauli“, sagte der FWK-Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer.

Heribert Bruchhagen bleibt im Streit mit den Würzburger Kickers um die Ablösemodalitäten für Trainer Bernd Hollerbach gelassen. „Ich denke mal, dass wir die Dinge schon klären werden“, sagte Bruchhagen beim Sportbusiness-Kongress SPOBIS in Düsseldorf. Zuvor hatten die Kickers eine Einigung dementiert und den Hanseaten eine Frist für ein verbessertes Angebot gesetzt.“Ich habe das auch gelesen und die Würzburger haben uns auch geschrieben, dass sie eine andere Position haben“, betonte Bruchhagen, der sich von dem gesetzten Ultimatum (Mittwoch, 12 Uhr) nicht aus der Ruhe bringen lässt: „Da muss man erst einmal abwarten. Ich habe eine Einigung mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden erzielt, und ich hatte keinerlei Argwohn, dass er nicht autorisiert ist, diese Einigung herbeizuführen.“

Der Streit zwischen den Würzburger Kickers und dem HSV um eine Ablösezahlung für Bernd Hollerbach ist noch nicht beigelegt, Sanktionen müssen die Hamburger aber laut dem Frankfurter Rechtsanwalt Horst Kletke, einem Experten für Fußball-Arbeitsrecht, nicht befürchten. „Was den verbandsrechtlichen Teil betrifft, gibt es für Spieler eine Registrierung und Erteilung der Spielerlaubnis. Bei Trainern existiert nichts Vergleichbares“, sagte Kletke im „Kicker“-Interview. Was Würzburg nun tun könne? „Der Klub könnte seinen Ex-Cheftrainer beim Arbeitsgericht verklagen auf Erbringung der Arbeitsleistung. Vorgeschaltet ist ein obligatorisches Schlichtungsverfahren beim DFB. So eine Klage wäre allerdings ziemlich widersprüchlich, weil Hollerbach mittlerweile fast ein Jahr freigestellt ist und man keinen Wert auf seine Arbeitsleistung legt. Seine Stelle ist längst neu vergeben, Würzburg kann ihm also auch keine Arbeit als Cheftrainer zuweisen.“ Eine Schadensersatzklage, so der Jurist, würde keinen Sinn machen: „Welcher Schaden soll entstanden sein? Im Grunde genommen kann Würzburg froh sein, dass die Gehaltszahlungen, auf die man sich vermutlich im Zuge der Freistellung geeinigt hat, nun enden. Ich sehe keine Handhabe gegen Bernd Hollerbach.“ Ebenso wenig drohe dem HSV nun Unheil. Kletke dazu: „Theoretisch könnte einem viel einfallen, zum Beispiel Anstiftung zum Bruch des Arbeitsverhältnisses, was auf der nationalen Ebene aber keine Rolle spielt. Außerdem trifft es denn Sachverhalt nicht, dazu hätte der HSV im März 2017 auf eine Freistellung von Hollerbach in Würzburg hinwirken müssen. Der Trainer hat im Gegensatz zu aktuellen Fällen bei Spielern auch überhaupt nicht versucht, sich den Weg freizupressen nach dem Motto: Ich komme nicht mehr zum Training, damit ich irgendwie aus meinem Vertrag rauskomme… Außerdem steht der HSV zu Würzburg in keinem Liga-Konkurrenzverhältnis.“

Der HSV und die Würzburger Kickers – zwischen den Klubs ist in Sachen Bernd Hollerbach gar nichts klar! „Entgegen anderslautenden Aussagen von Verantwortlichen des HSV besteht noch keine vertragliche und rechtlich wirksame Einigung zwischen dem FC Würzburger Kickers sowie dem HSV im Zuge der Verpflichtung von Bernd Hollerbach als neuem Cheftrainer. Erst am vergangenen Freitag erhielten wir ein schriftliches und offizielles Angebot des HSV. Ohne auf Details eingehen zu wollen, entspricht dieses allerdings nicht unseren Vorstellungen – und in der Form auch nicht der Wertigkeit der Personalie!“, erklärt Kickers-Boss Daniel Sauer. Diese Position habe er Heribert Bruchhagen in einem Telefonat auch noch einmal mitgeteilt. Da seitens des HSV bislang kein neues Angebot eingegangen ist, werde Würzburg noch heute seinerseits einen konkreten Vorschlag unterbreiten. „Wir werden dem HSV darin eine Frist bis Mittwoch, 31. Januar, 12 Uhr setzen“, erklärt Sauer. „Herr Bruchhagen ist ein sehr erfahrener Fuchs im Profi-Fußball, aber hier war er gewiss ein wenig zu schnell. Umgekehrt hätten er und der HSV sicher nie ein Telefonat als abgeschlossene vertragliche Vereinbarung angesehen.“ Bruchhagen hatte zuvor erklärt, die Klubs hätten bereits eine Lösung gefunden. Geplant sei ein Ablösespiel für Hollerbach in Würzburg. Die Einnahmen blieben bei den Kickers. „Sollte das Spiel nicht zustande kommen, gibt es eine Ausgleichszahlung unsererseits“, meinte Bruchhagen. „Das muss Würzburg selbst entscheiden, welche Variante sie möchten.“

Der HSV hat laut Vorstandschef Heribert Bruchhagen die Ablösemodalitäten für Trainer Bernd Hollerbach geklärt. Er habe zweimal mit Thorsten Fischer, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Würzburger Kickers, gesprochen, sagte Bruchhagen bei Sky. „Wir haben eine Lösung gefunden. Und diese Lösung besteht. Von daher ist diese Thematik vom Tisch.“ Demnach soll es ein Ablösespiel für Hollerbach in Würzburg geben. Die Einnahmen blieben beim Drittligisten. „Sollte das Spiel nicht zustande kommen, gibt es eine Ausgleichszahlung unsererseits“, meinte Bruchhagen. „Das muss Würzburg selbst entscheiden, welche Variante sie möchten.“

Muss der HSV womöglich eine Ablöse für Bernd Hollerbach zahlen? Als der Trainer am Montag beim HSV unterschrieb, soll er auch noch bis 2019 bei Kickers Würzburg unter Vertrag gestanden haben. Wie die MOPO erfuhr, wähnt sich der HSV allerdings auf der sicheren Seite – weil er eine Vereinbarung mit Würzburgs Aufsichtsratsvorsitzenden Thorsten Fischer getroffen hat. Demnach wollen die Hamburger im Falle eines Klassenerhalts ein Ablösespiel bei Hollerbachs früherem Verein bestreiten. Sollte der HSV absteigen, erhalten die Kickers gar nichts.