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„Kann alles durch sein“: So bewertet Gräfe das Foul von HSV-Profi Mikelbrencis

Da das restliche Spielgeschehen auf dem Platz nicht so viel hergab, war es am Ende eine Schiedsrichterentscheidung, die nach dem 1:1 zwischen dem HSV und dem 1. FC Köln für Gesprächsbedarf sorgte. Besonders Köln-Trainer Lukas Kwasniok ärgerte sich über eine Situation, in der HSV-Profi William Mikelbrencis seinem Gegenspieler Kristoffer Lund erst auf den Knöchel und dann sogar noch auf die Wade gestiegen war. Für eine ähnliche Situation hatten die Rheinländer eine Woche zuvor einen Platzverweis gesehen. Am Samstag-Abend entschied Schiedsrichter Tobias Welz aber nicht mal auf Foul. „Ich verstehe es nicht, dass es so unterschiedlich gehandhabt wird“, erklärte Kwasniok nach dem Spiel mit Blick auf die Szene eine Woche vorher.

Dass der Kölner Trainer damit nicht alleine ist, bestätigte nun der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe. „Das Problem sind nicht Fehler, Fehler sind menschlich, aber die Häufigkeit ist entscheidend. Das größte Problem ist die fehlende Linie. Von Woche zu Woche werden fast identische Situationen unterschiedlich gepfiffen“, sagte er bei der „Bild“ und gab seine Einschätzung zum Mikelbrencis-Vergehen ab: „Oben stößt er, unten tritt er ihn gegen die Achillessehne, sogar noch auf das Wadenbein rauf. Da kann alles durch sein, aber es wird nicht sanktioniert.“ Folgt man dieser Argumentation, wäre eine rote Karte für den Franzosen also durchaus berechtigt gewesen. Gräfe stört sich allerdings eher an etwas anderem.

Diese von Woche zu Woche unterschiedliche Bewertung von ähnlichen Szenen sei für den 52-Jährigen nämlich nicht mehr akzeptabel. „Das verstehen die Trainer und Spieler nicht mehr. Und das führt auch zu einer Verunsicherung in einer Zweikampfführung“, erklärte er und ergänzte: „Es ist Handlungsbedarf gegeben, denn das schadet auf Dauer der Bundesliga.“