Uhr -

Lotto King Karl gedenkt Kevin Keegan: „Es war eine Ehre“

Der HSV trauert im Vereins-Legende Kevin Keegan. Der ehemalige englische Fußball-Star ist am Montag im Alter von 75 Jahren verstorben. Auch Kultsänger Lotto King Karl gedachte Keegan bei Facebook mit emotionalen Worten:

„Rest in peace, mighty mouse!

Das zweite ganz große Idol des HSV für mich starb einen Tag vor dem Todestag des Ersten.

Die ewige Nummer 7 nach der ewigen Nummer 9.

Als Kevin Keegan nach Hamburg kam, kassierte der Liverpool FC eine Rekordablösesumme.

Es hakte am Anfang überall, die Erwartungen waren riesig, aber irgendwann platzte der Knoten und er schoß sein erstes Tor, was den damaligen Präsidenten Dr. Peter Krohn, der wegen des Millionentransfers schon in der Kritik stand, zu einem ungewöhnlichen Kunststück veranlaßte: „Ich bin aufgesprungen und habe mir selber die Hand geschüttelt!“.

Was danach kam, war eine überragende Serie und der wohlverdiente Nimbus eines absoluten Weltstars.

Es war Hamburger Geschichte.

Jeder von uns konnte seine Unterschrift nachmachen.

Es gab über Jahre keine Klassensprecherwahl, bei der nicht mindestens eine Stimme auf Kevin Keegan entfiel (ratet mal!).

„Stop den Energiegalopp!“ forderte Super-Kevin als fliegender Supermann in grün-gelber Kleidung für den damaligen Hauptsponsor „BP“.

Zwei Mal gewann er den Ballon d'Or als „Europas Fußballer des Jahres“, er wurde Kapitän der englischen Nationalmannschaft.

Alle trugen plötzlich Minipli-Frisuren und wer Platz hatte, kaufte sich einen Bobtail. Die Hunde hatten nicht nur die gleiche Frisur, Kevin besaß davon gleich zwei.

Und einen Jaguar XJ-S.

Der große Chris Norman von „Smokie“, der in dieser Zeit einen Welthit nach dem anderen ablieferte, schrieb Songs für ihn.

Dann kamen die Angebote.

Die ganze Welt schien ihn verpflichten zu wollen. Der HSV war damals auch international eine Hausnummer und hielt dagegen. Als das alte Volksparkstadion im Winter im Schnee versank und der Verein eine Räumaktion mit Spielern und Fans organisierte, schippte er die erlösenden Worte für ein Foto: „Ich bleibe - Euer Kevin“

Ich konnte das Original dieses Bildes in der Kürze der Zeit leider nicht finden.

Aber ich erinnere mich noch genau an die Geschichte dazu: Kevin kam als Manager von Manchester City zu einem Saisonvorbereitungsspiel nach Hamburg.

Es gab eine große Party und wir traten im Umlauf des inzwischen neuen Stadions auf.

Plötzlich kam Kevin und zog mich beiseite.

Wir hatten kurz davor eine Coverversion seines Hits „Head Over Heels“ aufgenommen und er hatte davon Wind bekommen und war nun etwas nervös, weil seine ursprüngliche Version ihm doch etwas aus der Zeit gefallen zu sein schien.

Als er es dann aber gehört hatte, fiel ihm auf, daß ich an einer Stelle einen lauten Seufzer eingebaut hatte - übrigens sehr zur Erheiterung von Frank Itt, der das damals produziert hatte.

Das gefiel Kevin sehr, denn es machte das etwas schmalzige Ganze leicht ironisch und somit wieder zeitgemäß. Dafür bedankte er sich bei mir, was mich völlig sprachlos gemacht hat!

Was für ein toller Bursche!

Später fand dann ein Freund von mir Hinweise darauf, daß der Jaguar damals, als Kevin zurück nach England zum Southampton FC gewechselt war, zwar im Freihafen für den Transport zum Zoll gebracht, aber angeblich nie verschifft worden war. Und wir taten, was man als Fan tun muß: wir setzten alle Hebel in Bewegung, um den Wagen zu finden - aber leider fanden wir nie eine Spur.

So war das.

Und so schnell vergingen fast 50 Jahre…

Es war eine Ehre zur selben Zeit gelebt zu haben wie Du!

You’ll never walk alone!

Dein Lotto“