Uhr -

Drei Säulen: HSV-Coach erklärt genauen Fahrplan bei Vuskovic

Am kommenden Dienstag ist es so weit: Ab dem 15. September darf Mario Vuskovic nach vier Jahren Doping-Sperre wieder mit den HSV-Profis trainieren. Für die Trainer des HSV ist die Rückkehr des Kroaten bei aller Vorfreude aber auch eine große Herausforderung. Ein Comeback nach vier Jahren Sperre, das ist für alle im Verein ein völlig neues Szenario. „Mario ist eine Blackbox für uns“, sagt Athletik-Trainer Sebastian Capel dem „Abendblatt“, verspricht aber: „Wir haben eine klare Idee, wie wir ihn in den nächsten Wochen belasten werden.“ Dabei greife der HSV auf einen Plan mit drei Säulen zurück.

Die erste Säule betreffe die „Kapazität eines Athleten“, erläuterte Capel. Im Rahmen eines detaillierten Medizinchecks werde man Vuskovic „athletisch komplett auf links drehen“, sagt Capel: „Wie ist seine Ausdauerleistungsfähigkeit? Wie ist seine Maximalkraft? Wie ist seine Schnellkraft? Wie ist seine Beweglichkeit? Wie ist seine Stabilität in verschiedenen Bereichen?“ Um die Fitness des Innenverteidigers mache man sich im Volkspark aber die geringsten Sorgen. Vuskovic bewies während seiner Sperre eine eisenharte Eigendisziplin und arbeitete intensiv mit Fitness-Guru Josko Vlasic zusammen.

Deutlich mehr Fragezeichen stehen hinter der zweiten Säule, der „Exposition“, erklärt Capel. Dabei geht es im Wesentlichen um die Fragen: „Welche Belastungen hat er in letzter Zeit, in den vergangenen vier Jahren, nicht gehabt? Welche Belastungen werden bei uns hinzukommen?“ Vuskovic durfte während seiner vierjährigen Abwesenheit kein einziges Mannschaftstraining absolvieren. Entsprechend, so Capel, stellen sich Fragen wie: „Wie agiert man in einer Situation mit Gruppendynamik? Wie funktioniert die Wahrnehmung auf dem Fußballfeld in der Gruppe, gruppentaktisch und mannschaftstaktisch?“

Die dritte Säule betreffe die Integration: „Wo steht er, bezogen auf das, was er vor diesen vier Jahren hinsichtlich seiner Belastungsfähigkeit leisten konnte? Und wo steht die Mannschaft?“, skizziert Capel und betont: „Wir haben uns ja auch weiterentwickelt – in unserer Trainingsmethodik und unserer Belastungsform.“ Nach der Umsetzung dieses Drei-Säulen-Plans gehe es um „die Fußballkomponente: Entscheidungen unter Zeit- und Gegnerdruck.“ 

Für das Vorgehen um Vuskovic habe man im Volkspark einen Zeitplan entwickelt. Öffentlich kommunizieren will der HSV diesen aber nicht, um keinen Druck auf den 24-Jährigen aufzubauen. Denn bei allen körperlichen Fragezeichen darf nicht vergessen werden, welche mentale Ausnahmesituation die Zeit der Sperre für Vuskovic bedeutete. „Diese vier Jahre sind brutal“, weiß auch Capel.