Gleich drei Schrecksekunden gab es für die rund 30 anwesenden HSV-Fans in Jerez bei der heutigen Vormittagseinheit: Albin Ekdal (Fuß), Kyriakos Papadopoulos (Knie) und Christian Mathenia (Ball zwischen die Beine bekommen) mussten auf dem Platz behandelt werden. Allerdings jeweils nur kurz, das Trio konnte die Einheit beenden. Alles also offenbar wieder gut.

Albin Ekdal geht mit bandagiertem Fuß vom Platz. (Foto: Witters)

Martin Wilke sorgt sich um das Ansehen des HSV. Der erste Bundesliga-Trainer des Vereins räumt ein, dass ihm der anhaltende Abstiegskampf ein Dorn im Auge ist. „Dass der Ruf international beschädigt ist, das ist schlimm“, sagte der 91-Jährige der „Sport Bild“. Das ewige Zittern um den Klassenverbleib nennt er „unsäglich“, die Angst vor dem Gegner gehöre heutzutage wohl dazu. Wenn ich mich heute damit begnügen muss, dass ich dem HSV wünsche, dass er nicht wieder auf einem Relegationsplatz landet, dann ist das für mich peinlich“, monierte der einstige HSV-Coach (1954-1956 und 1963-1964). Er hat aber auch Positives beim Ex-Klub erkannt. So erinnert ihn Fiete Arp an den jungen Uwe Seeler. „Ich habe ihm gesagt: Uwe, mit dem Fiete Arp kann es so laufen wie mit Dir damals“, erklärte Wilke dem ebenfalls in Norderstedt lebenden HSV-Idol Seeler. Und gab dem aktuellen HSV-Coach Markus Gisdol gleich noch einen wichtigen Tipp: „Wenn der Trainer aufpasst, kann ein junger Bursche wie Fiete Arp dem HSV einen echten Schub geben.“

Martin Wilke wurde 2017 in den „Walk of Fame“ des HSV aufgenommen. (Foto: Witters)

U19-Verteidiger Patric Pfeiffer ist in Jerez dabei – und der 18-Jährige, der einen Profivertrag bis 2021 unterschrieben hat, hat es dem Trainer angetan. „Patric ist von den jungen Abwehrspielern derjenige, der ganz vorne dransteht und deshalb bin ich froh, dass wir ihn dabei haben. Er ist damals nach der Verletzung von Bjarne Thoelke ins Team gerutscht und hat einen guten Eindruck hinterlassen“, sagte Trainer Markus Gisdol.

Foto: Witters

DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch kann sich nach Ablauf seines Vertrags 2018 eine beratende Funktion beim HSV vorstellen. „Nachdenken muss man darüber immer“, sagte der 66-Jährige und verriet, dass der HSV auch schon mehrmals Kontakt aufgenommen, die Konstellation aber nie gepasst habe. Zunächst plant Hrubesch jedoch, sich nach Ablauf seines Vertrags beim DFB zurückzuziehen. „Ich habe mir vorgenommen, dass dann Schluss ist. Irgendwann muss ich meiner Frau zurückzahlen, was ich ihr an Zeit über die Jahre genommen habe“, sagte Hrubesch der „Sport Bild“ und erklärte: „Ich sehe, wie die Einschläge näher kommen. Einige Freunde, mit denen ich Handball und Fußball gespielt hatte, sind schon gestorben.“ Ein Engagement beim HSV ist aber ein Thema für Hrubesch: „Wenn ich irgendwo ein bisschen helfen kann, ist es eher vorstellbar, als wenn es ein hauptamtlicher Posten ist.“

In seiner „Rangliste des deutschen Fußballs“ kürt der „Kicker“ auch die besten Außenverteidiger der Liga. Während Linksverteidiger Douglas Santos es nicht in die Liste der 15 aufgeführten Spieler geschafft hat, taucht dort Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier immerhin in der Kategorie „Blickfeld“ auf. Er habe „mit drei Vorlagen die Offensivgeister seiner jungen Jahre wiederentdeckt, spielt trotz immer noch fehlendem Treffer eine stabile Hinrunde“, heißt es zur Begründung. Angeführt wird das Ranking von Bayern-Star Joshua Kimmich. Auf Platz zwei schaffte es Augsburgs Philipp Max.

Als einziger Innenverteidiger des HSV hat es Kyriakos Papadopoulos in die „Kicker-Rangliste des deutschen Fußballs“ geschafft. Während der Grieche nach seiner starken Rückserie im Frühjahr 2017 aber noch als fünftbester zentraler Abwehmann der Liga eingeordnet war, taucht der 25-Jährige inzwischen nur noch in der untersten Kategorie „Blickfeld“ auf. Dort hat das Fachmagazin zehn Innenverteidiger aufgelistet, die nicht zu den 17 besten gehören. Angeführt wird das Ranking von Mats Hummels (Bayern München), der seine Spitzenposition aus dem Vorjahr damit verteidigen konnte. Mergim Mavraj schaffte es nicht unter die besten 27 Innenverteidiger.