Von Sommer 2009 bis Januar 2015 stand Tolgay Arslan in 92 Spielen (zwei Tore) für den HSV auf dem Platz. Für 450.000 Euro wurde er schließlich an Besiktas Istanbul verkauft. In der Türkei wurde Arslan in den vergangenen Jahren zwei Mal Meister, er spielte Europa- und Champions-League, sein Marktwert liegt mittlerweile bei sechs Millionen Euro. Laut türkischer Medien soll es nun mit Leverkusen, Schalke und Bremen drei Vereine aus der Bundesliga geben, die den 27-Jährigen verpflichten wollen. Der Knackpunkt ist wohl das Geld. Besiktas soll 15 Millionen Euro Ablöse verlangen. Arslans Vertrag in der Türkei läuft noch bis 2022.

Das Hinspiel gegen Augsburg konnte der HSV nach großem Kampf mit 1:0 gewinnen. Tragischer Held war Nicolai Müller, der sich beim Jubeln nach seinem Tor in der 8. Minute (Vorlage: Walace) einen Kreuzbandriss zuzog. Bis heute arbeitet der 30-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, an seinem Comeback. Eigentlich war ein neuer Kontrakt bis 2020 bereits ausgehandelt. Doch der aktuelle Aufsichtsrat ist skeptisch und wird die Entscheidung wohl den neuen Räten überlassen. Müller („Ihr werdet mich in dieser Saison noch jubeln sehen!“) bleibt jedenfalls positiv. Die Aufstellung am 1. Spieltag lautete: Mathenia – Diekmeier, Papadopoulos, Jung, van Drongelen – Müller (14. Hunt), Ekdal, Walace, Kostic (61. Waldschmidt) – Wood (87. Schipplock), Hahn 

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Die HSV Fußball AG könnte in Zukunft offenbar doch erwägen, mehr Anteile als die bisher als Obergrenze gehandelten 24,9 Prozent zu verkaufen. Dann wäre es Investoren wie Klaus-Michael Kühne theoretisch möglich, über 25 Prozent der Aktien zu halten und sich damit eine Sperrminorität sichern. Damit könnten wichtige Beschlüsse, die nicht im Interesse des Investors sind, blockiert werden. „Ich kann nachvollziehen, dass sich diese Gedanken gemacht werden. In dem Zusammenhang gilt es dann, die mit einer solchen Sperrminorität verbundenen Rechte zu diskutieren“, sagte HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein dem „Hamburger Abendblatt“. Weitere Verkäufe seien derzeit aber nicht geplant. Knapp 24 Prozent der Aktien an der HSV-Fußball AG wurden bereits veräußert, Kühne soll rund 20,5 Prozent halten.

Albin Ekdal ist verletzt, Walace nicht im Kader. Wer wird morgen in Augsburg neben Gideon Jung im defensiven Mittelfeld auflaufen? Die Kandidaten sind Kapitän Gotoku Sakai, Routinier Sejad Salihovic und Teenager Vasilije Janjicic. Der 19-jährige Schweizer, der in der Hinrunde nur vier Einsätze hatte, hat sich im Trainingslager für die Startelf empfohlen und könnte als Sieger aus dem Dreikampf hervorgehen.

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Zwei Jahre kämpfte Michael Gregoritsch vergeblich darum, sich beim HSV als feste Größe zu etablieren. Im vergangenen Sommer verkauften ihn die Hamburger für 5,5 Millionen Euro zum FC Augsburg und verpflichteten im Gegenzug für sechs Millionen Euro André Hahn aus Gladbach. Gregoritsch startete im neuen Klub durch, erzielte in der Hinrunde acht Treffer – Hahn für den HSV nur zwei. Trainer Markus Gisdol über die Leistungsexplosion des Österreichers: „Zu dem Zeit­punkt, als wir diese Entscheidung getroffen haben, war die Fak­ten­la­ge eine andere. Aber solche Geschichten ­pas­sie­ren im Fuß­ball immer wieder mal – und man sieht dann immer ein biss­chen blöd aus.“