Mergim Mavraj soll eigentlich eine Stütze in der HSV-Abwehr sein. Doch bei den 0:3-Niederlagen gegen Dortmund und Leverkusen ging der 31-Jährige mit unter. Nun könnte er sich wie schon in Hannover auf der Bank wiederfinden. Gideon Jung ist die Alternative für die Defensivzentrale neben Kyriakos Papadopoulos. Für Jung könnte wiederum Albin Ekdal ins Mittelfeld rücken.

Er hat nicht viele Alternativen, die vorhandenen Defensivspieler tauscht Markus Gisdol im Trainingsspiel aber munter durch. Zunächst bildeten Dennis Diekmeier, Kyriakos Papadopoulos, Rick van Drongelen und Douglas Santos die Abwehrkette, dann Gotoku Sakai, Mergim Mavraj, van Drongelen und Santos, ehe der HSV-Coach die Reihe Diekmeier, Papadopoulos, van Drongelen und Santos ausprobierte. Zum Abschluss ersetzte Mavraj dann van Drongelen.

Drei der vier Planstellen im Abwehr-Zentrum sind an Kyriakos Papadopoulos, Mergim Mavraj und Bjarne Thoelke vergeben, mit Douglas Santos gibt es sogar nur einen Linksverteidiger im Kader. Kein Wunder, dass Jens Todt die Löcher möglichst schnell stopfen will. Er sagt: „Stand der Dinge ist, dass wir uns damit natürlich maßgeblich befassen. Das ist unsere größte Baustelle. Wir wollen noch einen Innenverteidiger holen, wir wollen auch noch einen linken Verteidiger holen, da sind wir gerade dabei und relativ rührig. Aber ich will nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen abgeben und kann nicht sagen, ob es noch im Trainingslager oder ob es erst danach klappt.“ Ansonsten ist der HSV-Sportchef mit dem Personal happy: „Ich finde, dass wir – abgesehen von den bekannten Vakanzen – gut aufgestellt sind.“

Die Personalsorgen in der Defensive beschäftigen nicht nur Sportchef Jens Todt, der auf der Suche nach Verstärkungen ist, sondern natürlich auch Markus Gisdol. Nach der ersten Einheit heute im Rahmen des Trainingslagers im österreichischen Längenfeld sprach der HSV-Coach über dieses Thema: „Zwei weitere Abwehrspieler wären gut, einer für das Zentrum und einer für die linke Seite, das ist ja bekannt und daran hat sich auch nichts geändert“, sagte Gisdol und fügte hinzu: „Ich arbeite mit den Spielern, die da sind und versuche sie optimal vorzubereiten. Aber wir haben noch Luft nach oben.“

Wegen einer Magen-Darm-Grippe hatte Johan Djourou das Pokal-Viertelfinale am Mittwoch gegen Gladbach verpasst. Der Schweizer trainierte gestern erstmals wieder mit der Mannschaft, dürfte aber wohl trotzdem nicht in der Startelf stehen. In der abschließenden Einheit verteidigte Djourou im B-Team, den Platz an der Seite von Kyriakos Papadopoulos im Abwehr-Zentrum nahm Gideon Jung ein.

Da Johan Djourou und Gideon Jung ausfallen, stehen im Kader für das Gastspiel in Leverkusen mit Emir Spahic und Cléber nur zwei Innenverteidiger. Hoffentlich halten beide durch – denn sonst entsteht im Abwehr-Zentrum eine bedrohliche Lage. Bruno Labbadia hat darauf verzichtet, Spieler aus der U21 für diese Position mitzunehmen. Er müsste also improvisieren. Die einzigen Varianten wären Mittelfeld-Mann Albin Ekdal sowie die Außenverteidiger Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai und Dennis Diekmeier. Puh…

Die Suche nach einem neuen Spieler für das Defensiv-Zentrum führte für Dietmar Beiersdorfer nicht zum Erfolg. Weiterhin stehen mit Johan Djourou, Emir Spahic und Cléber nur drei gelernte Abwehr-Kanten im Aufgebot. Der HSV-Boss erklärt, warum er dennoch nicht handelte: „Der Markt ist sehr dünn.“ Als Alternative hat er einen Spieler aus den eigenen Reihen ausgemacht: „Gideon Jung hat im Test gegen Stoke auch gezeigt, dass er gut in der Innenverteidigung spielen kann.“