Nach verheißungsvollen ersten Auftritten blieb Fiete Arp zuletzt weit hinter den zugegeben hohen Erwartungen zurück. Heute in Stuttgart muss sich das Sturm-Juwel wohl mit der Joker-Rolle begnügen. Trainer Christian Titz will behutsam mit ihm umgehen: „Wir sprechen hier von einem 18-jährigen jungen Mann und einer besonderen Lebenssituation, die bei ihm eingetreten ist. Das gibt es ganz selten, dass jemand in diesem Alter in den Profikader hochrückt, Angebote von anderen Vereinen erhält und parallel noch das Abitur abschließt. Dass dabei auch schnell Überforderung entstehen kann, ist ganz normal. Wir begleiten ihn dabei und lassen ihn in Ruhe machen. Seine Entwicklung ist trotz dieser Dinge absolut zufriedenstellend.“

Demnächst beginnt im Volkspark das Training, die ersten Profis sind schon auf dem Platz. Fiete Arp ist trotz Abi-Stress dabei, auch Albin Ekdal wird mitmischen. Überraschung: Obwohl die U21 heute (19 Uhr) in der Regionalliga Nord gegen Drochtersen/Assel antritt, ist Mohamed Gouaida im Profikader dabei. Ein Hinweis auf das Gastspiel am Sonnabend beim VfB Stuttgart.

Schon am 8. März hatte die MOPO über das konkrete Interesse des FC Bayern an einer Verpflichtung von Fiete Arp berichtet. Nun sollen die Münchner dem 18-Jährigen laut „Bild“ ein erstes Angebot unterbreitet haben – und damit abgeblitzt sein. Trotz des drohenden Abstiegs soll der Stürmer darüber nachdenken, seinen Vertrag beim HSV bis 2023 zu verlängern. Hauptgrund sei Trainer Christian Titz, der Arp schon in der U17 betreut hatte und ein großer Förderer des Top-Talents ist.

Mit Fiete Arp und Tatsuya Ito setzte Christian Titz gegen Hertha BSC (1:2) in der Offensive auf zwei Youngster, die jedoch keinen großen Einfluss auf das Spiel der Hamburger nehmen konnten. Der 18-jährige Arp war in 78 Minuten nur 20 Mal am Ball, der 20-jährige Ito in 71 Minuten 33 Mal. Beiden fehlte die Zielstrebigkeit, sie waren an keinem HSV-Torschuss als Schütze oder Vorbereiter beteiligt.

Christian Titz ist darauf aus, dass seine Mannschaft dominant auftritt, den Ball besitzt und den Gegner laufen lässt. Das klappte bei seiner Premiere gegen Hertha BSC (1:2) nur eine Halbzeit lang, nach dem Wechsel verloren seine Profis den Mut. Was ihm bei der Auswertung der Statistiken auffallen dürfte: An den zentralen Figuren in der Offensive lief das Spiel vorbei: Aaron Hunt kam auf 62 Ballkontakte, Lewis Holtby (bis zur 65. Minute) auf 42, Fiete Arp (bis zur 78. Minute) auf 20. Die Top 3: Rick van Drongelen (89), Douglas Santos (83) und Matti Steinmann (80).