Mit Dominik Kaiser ist der HSV in den Gesprächen über einen Winter-Wechsel schon sehr weit, auch RB Leipzig hat dem Transfer des 29-Jährigen nach Hamburg bereits zugestimmt. Doch nach der Entlassung von Trainer Markus Gisdol, der den Mittelfeld-Mann gern in seinem Kader gehabt hätte, werden die Karten neu gemischt. Jetzt entscheidet Bernd Hollerbach, ob der HSV an der geplanten Verpflichtung Kaisers festhält.

Der HSV will Dominik Kaiser, so viel steht fest. Doch Meldungen, dass der Transfer kurz vor dem Abschluss stehe, wurden vom 29-jährigen Mittelfeldspieler selbst nun deutlich dementiert. Er bereite sich auf das Gastspiel mit RB Leipzig beim SC Freiburg vor, ließ Kaiser im Gespräch mit dem MDR Sachsen wissen und stellte klar, mit den Hamburger Verantwortlichen „in losen Gesprächen“ zu sein, „mehr nicht“.

Noch ist nicht aller Tage Abend in Sachen Walace, zurzeit spricht aber Vieles für einen Verbleib des Brasilianers in der Rückrunde. Leipzigs Dominik Kaiser bleibt unabhängig davon Thema beim HSV. Allerdings dürfte ein Wechsel, wen überhaupt, erst übernächste Woche zu Stande kommen können. Für das Wochenende plant RB-Trainer Ralph Hasenhüttl Kaiser aufgrund von Verletzungssorgen fest ein. Vor dem dann anstehenden Spiel der Leipziger gegen den HSV wird der Mittelfeldmann ebenfalls nicht gehen dürfen. Allerdings ist das Transferfenster danach noch weitere vier Tage geöffnet.

Kaum ein Trainer kennt HSV-Kandidat Dominik Kaiser besser als Andreas Zorniger, der die gesamte Karriere des Mittelfeldspielers begleitete und sogar prägte. Der Coach des dänischen Erstligisten Bröndby Kopenhagen würde ihn am liebsten sofort verpflichten, betonte in den vergangenen Jahren immer wieder: „Ich würde zwei Spieler abgeben, wenn ich dafür einen Dominik Kaiser bekommen würde. Ich versuche es ständig. Bisher bin ich immer abgeblitzt.“ Nun wechselt der 29-Jährige offenbar nach Hamburg – und die HSV-Fans rätseln, ob der bei RB kaum eingesetzte Profi eine Verstärkung darstellt. Zorniger sagte enst über Kaiser: „Du kannst überhaupt nichts über sein Leistungslimit sagen. Ich habe ich mit 18 in Schwäbisch Gmünd gehabt, dann ist er nach Hoffenheim gegangen. Dort hat niemand mit ihm in der Regionalliga gerechnet, er hat sich aber durchgesetzt, ist in den Bundesliga-Kader gekommen, hat auch da Spiele gemacht und ging dann weiter nach Leipzig, wo er vom ersten Tag an eine Position eingenommen hat, die man ihm aufgrund seiner körperlichen Statur gar nicht zutraut. Er ist ein Spieler, der die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt trifft. Seine Zweikampfhärte ist beeindruckend, er kann eine Mannschaft führen, entwickelt sich immer weiter. Dominik Kaiser würde ich in jede Mannschaft holen, die ich trainiere – auch noch mit 32.“

Die Verhandlungen zwischen dem HSV, RB Leipzig und Dominik Kaiser stehen kurz vor dem Abschluss. Laut „Sport Bild“ wird der 29-Jährige in dieser Woche einen Vertrag beim Liga-Dino unterschreiben und schon am Sonnabend im Keller-Krimi gegen den 1. FC Köln im Hamburger Kader stehen. Die Ablöse für den Mittelfeld-Mann, dessen Vertrag beim Vizemeister im Sommer ausläuft, soll 500.000 Euro betragen.