Bundestrainer Joachim Löw hat heute sein Aufgebot für die beiden Test-Länderspiele gegen Spanien und Brasilien bekanntgeben. Die Zuschauer im Volksparkstadion bei der Partie zwischen dem HSV und Hertha BSC bekommen immerhin einen Nationalspieler und WM-Kandidaten zu sehen. Leider ist es kein Hamburger, sondern Berlins Linksverteidiger Marvin Plattenhardt.

Am Sonnabend feiert Leverkusens Jonathan Tah (22) mal wieder seine Rückkehr in den Volkspark. Im großen Interview, das heute in der gedruckten MOPO erschienen ist, spricht die Hamburger Jung über die missliche Lage beim HSV, sein Vorbild Boateng und seinen Traum von der WM. Zur Partie sagt Tah: „Das wird ein Kampfspiel. Und diesen Kampf werden wir annehmen müssen. Ich glaube, dass wir zunächst über die Mentalität und Bereitschaft gehen müssen, das spielerische Element wird sich dann von alleine ergeben. Der HSV wird alles abfeuern, was ihm zur Verfügung steht. Da müssen wir richtig gegenhalten.“

Seit 2004 arbeitet Urs Siegenthaler für den DFB und ist als Chefscout ein wichtiger Berater und enger Vertrauter von Bundestrainer Joachim Löw. Im Interview mit der „Berliner Morgenpost“ äußerte sich der 70-jährige Schweizer generell über entscheidende Spielertypen. Er sagte: „Wir brauchen heute Spieler, die den Abschluss suchen. Dieser Spielertyp bringt Angriffe zu Ende, obwohl er vornehmlich kein Angreifer ist. Und so machen es die großen Spieler.“ Die dann folgende Frage (Einer, der diese Abschlussqualität auch hat und im Moment für Furore sorgt, ist …) unterbrach Siegenthaler direkt und führte fort: „… Fiete Arp vom HSV. Aber auch hier möchte ich keinen Bezug auf den Spieler nehmen. Doch das Entscheidende ist, dass man mit so einem Talent täglich richtig arbeitet. Dann kann das Talent ein großer Spieler werden. Wenn ich ein Klaviertalent bin, kann ich nicht nur jeden Abend in einer Bar spielen, um Geld zu verdienen. Ich muss auch täglich die Tonleiter üben, um das sauber drin zu haben. Nur so kann ich es nach ganz oben schaffen.“

Nachdem er den HSV verlassen hat, ist Kerem Demirbay so richtig explodiert. Jetzt folgte für den Hoffenheimer der verdiente Lohn: Er hat in Kopenhagen gegen Dänemark sein Länderspieldebüt für Deutschland gegeben. In der 67. Minute wurde der 23-Jährige für Leon Goretzka eingewechselt. Und Demirbay war gleich am späten Ausgleich zum 1:1 durch Joshua Kimmich (88.) beteiligt.

Beim HSV kam Kerem Demirbay nur auf drei Einsätze in der Bundesliga, er wurde leihweise an die Zweitligisten Kaiserslautern und Düsseldorf abgeschoben, ehe der Liga-Dino den 23-Jährigen im vergangenen Sommer für 1,7 Millionen Euro an 1899 Hoffenheim verscherbelte. Für Demirbay hat es sich gelohnt, mit der TSG steht er vor der Qualifikation für die Champions League und laut „Kicker“ nominiert ihn Bundestrainer Joachim Löw morgen für das deutsche Confed-Cup-Aufgebot. Die WM-Generalprobe finden vom 17. Juni bis 2. Juli in Russland statt.

Auf einem PR-Termin heute in Hamburg hat sich Bundestrainer Joachim Löw zur Lage des HSV geäußert: „Man hatte zwischenzeitlich gedacht, dass der HSV sich gerade mit den guten Ergebnissen in den Heimspielen ins Mittelfeld würde absetzen können. Es wird auch wieder besserer Fußball gespielt. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass der HSV zumindest die Relegation erreicht – und da hat man ja ausreichend Erfahrung. Ich denke, er wird es auch in diesem Jahr schaffen, sich zu retten.“