Zuletzt feierte der SC Freiburg einen wichtigen Heimsieg gegen Mainz (2:1), nun soll im Keller-Duell mit dem HSV der nächste Sieg her. Allerdings rechnet Christian Streich damit, dass es noch schwerer wird. „Wir müssen es noch besser machen und stabiler sein“, sagte der SCF-Coach. „Sie werden genauso draufgehen wie gegen Hoffenheim und versuchen, uns mit Pressing und Balleroberungen aus dem Konzept zu bringen.“

Fiete Arp hat nicht nur die Hamburger Herzen erobert, auch Freiburgs Christian Streich schwärmt vom Sturm-Juwel des HSV. „Der junge Kerl hat au­ßer­ge­wöhn­li­che Fä­hig­kei­ten. Als er ein­ge­wech­selt wurde, war mir klar, dass der die nächs­ten Spie­le von An­fang an spielt. Der SC-Trai­ner wei­ter: „Ich habe ihn ein paar Mal im Fern­se­hen ge­se­hen. Als Spie­ler, der in dem Alter Bun­des­li­ga spielt, hat er wahn­sin­nig viel. Der Kör­per, das Fuß­bal­le­ri­sche, die Dre­hung. Man braucht sich nur die Dre­hung gegen Schal­ke an­schau­en. Da dreht er sich auf dem Bier­de­ckel. Und schießt knapp vor­bei.“ Streich freut sich für den heutigen Gegner, den Super-Bubi im Team zu haben: „Es tut dem HSV wahn­sin­nig gut, wenn sie so einen jun­gen Kerl haben. Was Fri­sches für den HSV, was für die Iden­ti­fi­ka­ti­on. Das braucht so ein Ver­ein mit sol­cher Qua­li­tät und Tra­di­ti­on.“

Der SC Freiburg muss seine Startelf im Heimspiel gegen den HSV erneut umbauen. Nach der Verletzung von Marc Oliver Kempf, der einen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitt, wird entweder Caglar Söyüncü oder Philipp Lienhart in der Innenverteidigung spielen. Im defensiven Mittelfeld ist der Einsatz von Amir Abrashi wegen eines Infekts fraglich. Trainer Christian Streich wird eventuell auch in der Offensive eine Veränderung vornehmen, nachdem Bartosz Kapustka zuletzt gegen Mainz (2:1) nicht überzeugen konnte. Für ihn könnte Florian Kath, der gegen den FSV sein erstes Bundesligator erzielte, zum Zug kommen.

Gestern war Markus Gisdol dran, heute hat sich Christian Streich den Fragen der Reporter vor dem Keller-Krimi morgen gestellt. „Der HSV wird mit viel Pressing versuchen, uns aus dem Konzept zu bringen. So haben sie es auch gegen Hoffenheim gemacht“, sagte der Freiburger Trainer. Ein Sieg sei wichtig, „wir kämpfen darum, einen kleinen Schritt vorwärts zu kommen. Wir müssen stabil sein, aber es wird ein schweres Spiel gegen den HSV.“

Sollte Christian Streich vor dem Duell mit dem HSV einen Mitarbeiter nach Hamburg geschickt haben, um sich das Training der Rothosen anzusehen (was durchaus gängige Praxis ist), dann schaut der Freiburg-Spion heute in die Röhre. Denn Markus Gisdol hat die abschließende Einheit ins Stadion verlegt. Somit wird es keine Gelegenheit geben, die Einheit anzusehen.

Wenn der HSV morgen beim SC Freiburg antritt, dann geht es für beide Klubs um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Matthias Sammer, der das Spiel als Eurosport-Experte begleiten wird, drückt dabei offenbar den Gastgebern und insbesondere Christian Streich die Daumen. „Möge diese Story noch sehr, sehr lange gehen. Die Formen, alles was diskutiert wird, diese Glaubwürdigkeit, diese Bodenständigkeit – das ist ein starkes Stück Bundesliga“, sagte der frühere Sportdirektor des FC Bayern. Streich präge aus Sammers Sicht „ein Bild mit, dass für den deutschen Fußball elementar wichtig ist“, weil er „Fußball als Bestandteil des Lebens, nicht den Fußball als Leben sieht“.

Bittere Nachricht für den kommenden HSV-Gegner! Im Keller-Krimi am Freitag muss der SC Freiburg auf Marc-Oliver Kempf verzichten. Der 22-jährige Innenverteidiger zog sich gegen Mainz (3:1) am vergangenen Sonnabend einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Wie der Klub heute mitteilte, wird der U21-Europameister für das Team von Trainer Christian Streich „aller Voraussicht nach erst wieder nach der Winterpause zum Einsatz kommen können“.