Gewaltigen Ärger hat sich Ex-HSV-Profi Valon Behrami eingehandelt. Der Schweizer Nationalspieler bereitet sich gerade mit seinem Team in Belfast auf das morgige Play-off-Hinspiel der WM-Quali in Nordirland vor – nun fordert sein Klub Udinese Calcio seine sofortige Abreise. Hintergrund: Die Vereinsärzte sagten ihm wegen einer Oberschenkelverletzung eine mehrwöchige Pause voraus. Der Schweizer Verband wiederum versäumte es, Udinese fristgerecht die Nominierung Behramis zukommen zu lassen, kann sich nun nicht mehr auf die Abstellungspflicht berufen. Der Mittelfeldmann will jedoch auf keinen Fall abreisen, sagte der Zeitung „Blick“: „Ich entscheide selber, ob ich spiele!“

Die WM-Qualifikation neigt sich dem Ende entgegen – und auf Mergim Mavraj wartet heute definitiv der letzte Akt. Mit der Heimpartie gegen Italien (20.45 Uhr) beschließt Albanien das Vorhaben „WM-Quali“, hat keine Chance mehr, sich für das Turnier in Russland zu qualifizieren. Zeitgleich frohlockt Filip Kostic mit seinen Serben. Heute ein Sieg gegen Georgien, dann ist der HSV-Profi qualifiziert! Allerdings hofft Kostic, wegen seiner gerade überstandenen Adduktorenverletzung auch heute pausieren zu dürfen.

Das war ein ziemlich unglaublicher Sonnabend für Marcus Berg. Der Ex-HSV-Angreifer, mittlerweile für Wüsten-Klub Al-Ain tätig, traf beim 8:0 der Schweden gegen Luxemburg gleich vier Mal. Damit katapultierte sich der 31-Jährige in den Bereich der Top-Torjäger des Kontinents. Mit nun acht Toren in acht Quali-Spielen belegt Berg den vierten Platz der europäischen WM-Qualifikations-Torschützenliste. Vor ihm liegen lediglich Cristiano Ronaldo (Portugal) und Robert Lewandowski (Polen/jeweils 15 Tore) sowie der Belgier Romelu Lukaku (zehn).

Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller hat für das bevorstehende WM-Qualifikationsspiel seiner Mannschaft in Irland (11. Juni in Dublin) 13 Deutschland-Legionäre in seinen 23-köpfigen Kader berufen. Datrunter ist auch Michael Gregoritsch vom HSV. Österreich belegt derzeit in der Gruppe D nach fünf von zehn Spieltagen mit lediglich sieben Punkten den vierten Rang. Der Rückstand auf die punktgleich führenden Teams von Serbien und Irland beträgt derzeit vier Punkte.

Beim HSV spielte er nach seiner vor drei Wochen ausgesprochenen Suspendierung keine Rolle mehr. Die Schweizer Nationalmannschaft aber setzt weiterhin auf Johan Djourous Dienste. Der 30-Jährige steht im vorläufigen 20 Köpfe großen Aufgebot für das WM-Qualifikationsspiel bei den Färöer (9.6.). Von Mittwoch bis Freitag trifft sich der Kader in Neuchatel.

Diese Reise tat ihm sichtlich gut. Nach dem 3:1 mit Serbien in Georgien flog Filip Kostic (zweite Reihe vorn links) mit einem breiten Grinsen im Gesicht aus Tiflis zurück. Der HSV kann sich auf einen selbstbewussten Offensivspieler freuen.

Foto: Instagram/Kostic

Da wird aber reichlich Selbstvertrauen für den Saison-Schlussspurt in der Bundesliga getankt. Sechs HSV-Profis befinden sich derzeit auf Länderspielreise – und tatsächlich alle gewannen in den vergangenen Tagen ihr erstes von zwei Spielen. Gotoku Sakai (2:0 mit Japan bei den VAE), Filip Kostic (3:1 mit Serbien in Georgien), Michael Gregoritsch (2:0 mit Österreich gegen Moldawien), Albin Ekdal (4:0 mit Schweden gegen Weißrussland), Johan Djourou (1:0 mit der Schweiz gegen Lettland) dürfen allesamt auf die Teilnahme an der WM hoffen. Und auch Gideon Jung feierte beim 1:0 der deutschen U21 gegen England ein starkes Debüt. Eine weiße Weste für die HSV-Länderspielfahrer, wie es sie lange nicht mehr gab.