Raten Sie mal, wie viele Zweitliga-Klubs bereits Geld für neue Spieler ausgegeben haben?

Nach der Saison ist vor der Saison: Die Planungen in den Klubs laufen bereits auf Hochtouren, Gerüchte wabern durch das Internet. Einige Transfers sind schon unter Dach und Fach. Doch raten Sie mal, wie viele Zweitliga-Klubs bereits Geld für neue Spieler ausgegeben haben? Die Antwort ist überraschend: Nur ein Zweitligist hat bislang Scheine für einen Transfer in die Hand genommen. Der 1. FC Köln sicherte sich die Dienste von Louis Schaub für 3,5 Millionen Euro. Der Offensivspieler wechselt von Rapid Wien in die Domstadt. Wann beim HSV der erste zahlungspflichtige Transfer ins Haus steht, bleibt abzuwarten.

Das sind die Gegner des HSV in der Zweiten Liga

Die Konkurrenten des HSV im Kampf um den Aufstieg stehen fest: Erzgebirge Aue hat sich in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten Karlsruhe durchgesetzt und komplettiert damit das Teilnehmerfeld der Zweiten Liga für die kommenden Saison. Neben Aue trifft der HSV auf Mitabsteiger 1. FC Köln, Holstein Kiel, Arminia Bielefeld, Jahn Regensburg, VfL Bochum, MSV Duisburg, Union Berlin, FC Ingolstadt, Darmstadt 98, SV Sandhausen, Greuther Fürth, 1. FC Heidenheim, Dynamo Dresden, 1. FC Magdeburg, SC Paderborn und den FC St. Pauli.

Schon gewusst? Der HSV ist den Videobeweis los

Der Abstieg hat für den HSV auch etwas Gutes. Es darf nach Toren wieder spontan gejubelt werden, denn der Videobeweis kommt im Fußball-Unterhaus auch in der kommenden Saison noch nicht zum Einsatz. Analog zur Bundesliga-Serie 2016/17 wird er nur „offline“ getestet, also ohne Auswirkungen auf den Spielbetrieb. Dies beschlossen die anwesenden Klubs Ende März bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung mehrheitlich. Ab wann die Technik freigeschaltet und ebenso wie in der Bundesliga verwendet wird, ist noch offen. Über den „Online“-Einsatz ab 2019/20 entscheiden die Zweitligisten zu einem späteren Zeitpunkt. Die Kosten während der Testphase werden von der DFL getragen.

Bruchhagen und „der größte Blödsinn aller Zeiten“

Die These, dass ein Abstieg für den HSV eine heilsame Zäsur sein könne, wurde auch im TV-Talk „Sky 90“ aufgegriffen und von Ex-Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen deutlich zurückgewiesen. „Das ist der größte Blödsinn aller Zeiten.  Ich bin Eintracht Frankfurt abgestiegen und habe erlebt, wie schwer das ist“, sagte er. „Nein, das kostet sehr, sehr, sehr viel Geld, das man in der Fernsehtabelle in fünf Jahren gar nicht aufholen kann. In Hamburg ist das ein elementarer Einschnitt und tut richtig weh.“ Der HSV sei „kein Chaos-Verein, es ist ein gut aufgestelltes Unternehmen“, sagte er. „Aber die Zweite Liga tut nicht gut, sie tut richtig weh.“ Auch Ewald Lienen, Technischer Direktor des FC St. Pauli, würde einen Abstieg des HSV bedauern. „Ein Erstligist wie der HSV ist für eine Weltstadt wie Hamburg lebensnotwendig“, sagte er.

HSV reicht Lizenz für Zweite Liga ein

Die Führung des HSV um Vorstand Frank Wettstein hat heute fristgerecht die Lizenz für die Zweitliga-Saison 2018/19 beantragt. Die Antwort der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wird Ende April erwartet. In ihrer Planung kalkulieren die Verantwortlichen des Klubs übrigens mit dem direkten Wiederaufstieg.