Er ist HSV-Fan: Bremen-Star über geplatzten Wechsel zu Hamburger Profiklub
Mit seiner Geschichte ist er im modernen Fußball beinahe ein Außenseiter. Es ist ein fast schon automatischer Mechanismus, dass die talentiertesten Spieler aus Hamburg und Umgebung eines Tages beim HSV oder dem FC St. Pauli im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) landen. Bremen-Profi Justin Njinmah ging einen anderen Weg, verbrachte seine Jugend größtenteils beim Eimsbütteler TV und wechselte erst in seinem letzten A-Jugend-Jahr ins NLZ von Holstein Kiel. Warum aber zog es Njinmah nicht schon viel früher zu einem der beiden Hamburger Großklubs? Ein Teil der Wahrheit ist, dass es keine konkreten Offerten seitens HSV und St. Pauli gegeben hat. Doch Tatsache ist auch: Der 24-Jährige wollte gar nicht unbedingt zu einem Profiklub wechseln. „Mein Trainer hat mir zwar ab und zu gesagt, dass ein Scout vom HSV oder von St. Pauli da ist – für mich war das aber nie wirklich interessant. Ich hatte meine Jungs beim ETV und einfach Spaß am Fußball. Den Leistungsdruck im NLZ wollte ich damals gar nicht haben“, erklärte Njinmah dem „Abendblatt“.
Und so blieb Njinmah beim ETV, wo zwei heutige HSV-Coaches nicht unwesentlich an seiner starken Entwicklung beteiligt waren: „Loic Favé und Richard Krohn waren acht Jahre lang meine Trainer beim ETV. Ich war zehn Jahre alt, als ich sie dort kennengelernt habe und habe mit ihnen noch immer ein sehr gutes Verhältnis.“ Favé war es auch, der Njinmah in der U19 schließlich zum Wechsel in ein NLZ geraten hat, es folgte der besagte Schritt nach Kiel.
Sieben Jahre später lässt sich festhalten: Der Bahrenfelder lag goldrichtig mit seiner Karriereplanung, inzwischen ist Njinmah Stammkraft bei Werder und hat laut „transfermarkt.de“ einen Marktwert von sieben Millionen Euro. Hätten der HSV und St. Pauli angefragt, wäre die Wahl wohl eher auf blau, weiß und schwarz gefallen: „Als Kind war ich HSV-Fan. Das nimmt mir hier in Bremen aber niemand übel, sondern ist ja normal, wenn man in Hamburg aufwächst“, sagte Njinmah lachend.
