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Wie beim Handball: Ex-HSV-Trainer spricht sich für neue Regel aus

In Dänemark, Schweden und Norwegen findet dieser Tage die Europameisterschaft im Handball statt. Für Trainer aus dem Fußball ist die Sportart auch deshalb ein interessantes Feld, weil die Coaches im Handball mehr Möglichkeiten haben, auf das Spielgeschehen einzuwirken. Eine davon: Dreimal pro Spiel darf ein Handball-Trainer eine Auszeit erbitten, um der Mannschaft neue Instruktionen mit auf den Weg zu geben. Eine Regel, die sich Ex-HSV-Trainer Christian Titz auch im Fußball wünschen würde: „Als Trainer wären die Auszeiten gut, weil man dann ins Spiel eingreifen und coachen kann, gerade in Spielen, wo sich die Spielsituationen verändern“, erläuterte der aktuelle Trainer von Hannover 96 und führte aus: „Da wäre man froh, wenn man kurz Spieler zu sich holen könnte und einen kurzen Moment hat, um ihnen zu sagen: Das machen wir jetzt so und das ändern wir.“ Im Fußball sei das unter den aktuellen Bedingungen schwierig: „Die Atmosphäre in den Stadien gibt nur wenig her und du musst immer mal wieder schauen, zwischendrin einen Spieler zu erwischen.“

Insgesamt sieht Titz im Regelwerk des Handballs „Vorteile“, etwa mit Blick auf die Wechseloptionen eines Trainers: „Durch die Ein- und Auswechslungen können Offensiv- und Defensivspezialisten reingebracht werden für verschiedene Situationen. Das macht es im Fußball natürlich schwierig. Aber jeder Coach würde sich bestimmt grundsätzlich wünschen, mehr Möglichkeiten zum Coachen zu haben.“ Gleichzeitig weiß der 54-Jährige um den zu erwartenden Widerspruch: „Wenn du jetzt viele Menschen befragst, würden die meisten sagen: Lass alles so, wie es ist, weil es unser gewohnter Rhythmus ist. Bei uns würde es zunächst einmal ungewöhnlich sein. Und es würde dazu führen, dass die Leute sich über Unterbrechungen negativ auslassen.“