„Fehleinschätzung!“ Sven Schipplock erklärt Flop-Zeit beim HSV
Wenn Ex-Profi Sven Schipplock an seine Zeit beim HSV zurückdenkt, dann ärgert er sich, denn er hätte bei den Hamburgern gerne mehr Leistung gezeigt. Von 2015 bis 2018 war der mittlerweile 37-Jährige in der Hansestadt unter Vertrag, die ernüchternde Bilanz: 32 Spiele, in denen ihm vier Vorlagen gelangen. Nach einer Saison wurde Schipplock zum SV Darmstadt verliehen. Nach einem Jahr dort, kehrte er zurück an die Elbe und versuchte noch einmal, sich durchzusetzen – ohne Erfolg. 2018 verließ er den HSV endgültig und wechselte zur Arminia Bielefeld.
„Ich finde es schade, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Es lag an mehreren Faktoren. Ich dachte, dass ich zum Zeitpunkt des Wechsels von meiner Persönlichkeit und meinem Selbstbewusstsein her weiter gewesen wäre. Ich dachte, ich wäre dem Verein mit seiner Wucht und dem Drumherum gewachsen. Es war eine Fehleinschätzung meinerseits, dass mir die Kritik von außen nicht so nahegehen würde“, erklärte der ehemalige Stürmer im Interview mit dem HSV, kritisierte jedoch auch, wie er in Hamburg behandelt wurde: „Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde ich nur auf Tore reduziert – was ich bis dahin in meiner Karriere nicht kannte. Die wenigen Chancen, die ich hatte, habe ich aufgrund von zu großem Druck liegengelassen.“ Das führte bei Schipplock zu mentalen Problemen. „Zum ersten Mal begann ich, an mir zu zweifeln. Das war der Knackpunkt. Von da an war ich total verkopft und konnte nicht mehr freispielen“, erinnerte er sich.
Besonders bitter: Auch nachdem er den HSV verlassen hatte, schaffte er es nicht mehr, an seine alten Leistungen anzuknüpfen. „Das konnte ich auch bis zum Ende meiner Karriere nicht wirklich von mir abschütteln. Jeder Stürmer weiß, wie wichtig es ist, instinktiv zu handeln, und sich nicht zu viele Gedanken zu machen“, so Schipplock. Böse ist er dem HSV aber trotzdem nicht: „Ich verfolge den HSV intensiv. Ich fiebere mit und drücke die Daumen. Ich hoffe, dass der Klassenerhalt gelingt.“
