Ferati, Steinmann, Gouaida: Neue Chance für Gescheiterte

Mit Christian Titz weht ein neuer Wind auf den Trainingsplätzen im Volkspark. Für einige Spieler, die beim HSV oder bei anderen Stationen gefühlt schon endgültig abgeschrieben waren, könnte das eine unverhoffte neue Chance bedeuten. Mohamed Gouaida zum Beispiel stand nach seiner HSV-Rückkehr im Juli 2017 weder bei Markus Gisdol, noch bei Bernd Hollerbach auf dem Zettel. Tunesiens Ex-Nationalspieler war zwischenzeitlich nach Karlsruhe und St. Gallen verliehen worden, konnte sich aber in Baden und in der Schweiz nicht durchsetzen. Im vergangenen Juli hatte er ein Probetraining in St. Pölten absolviert, im vergangenen November eines in Odense, wo er sogar ein Spiel für die zweite Mannschaft absolviert hat. Ein Transfer aber scheiterte, Gouaida hatte nicht restlos überzeugen können. Titz hält dennoch viel von dem 24-Jährigen, der in der Regionalliga mit sechs Tore und sechs Vorlagen in 20 Spielen glänzen konnte.

Gouaida darf daher zurzeit ebenso bei den Profis mittrainieren wie Matti Steinmann. Der 23-jährige Mittelfeldspieler hatte im September 2014 beim 0:0 gegen die Bayern drei Bundesliga-Minuten für den HSV absolviert. Später wurde er nach Chemnitz verliehen und an die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05 verliehen. Für die HSV-Profis war er bei seiner Rückkehr nach Hamburg im Juli 2017 nicht im Ansatz eingeplant. Aber auch Steinmann glänzt in dieser Saison in der Regionalliga (19 Spiele, zwei Tore, vier Vorlagen) und soll nun den Arrivierten im Training Dampf machen.

Hinter Arianit Ferati, der im Juli 2016 als vermeintliches Top-Talent von Dietmar Beiersdorfer verpflichtet worden war, liegt eine noch tiefere Talsohle. 850.000 Euro hatte der HSV für die Dienste des heute 20-Jährigen an den VfB Stuttgart überwiesen. Den Beweis, dieses Geld wert zu sein, blieb der nur 1,68 Meter große Deutsch-Kosovare bei seinen Leihen in die 2. Bundesliga schuldig. In der vergangenen Saison kam er 13-mal für Fortuna Düsseldorf zum Einsatz, enttäuschte dabei regelmäßig. Nur zweimal stand er in der Startelf. Über 90 Minuten spielte Ferati nie. In der Hinrunde dieser Saison lief es bei Erzgebirge Aue noch schlechter. Ferati kam an den ersten neun Spieltagen viermal als Joker zum Einsatz, zusammengerechnet stand er dabei 44 Minuten lang auf dem Platz – und konnte dabei so wenig überzeugen, dass er ab dem 10. Spieltag kein einziges Mal mehr im Auer Kader stand. In der Winterpause zogen beide Vereine die Reißleine. Ferati kehrte zum HSV zurück und stellte in der U21 von Titz unter Beweis, dass er durchaus Fußball spielen kann. Zwei Einsätze, zwei Tore, eine Vorlage – und nun die schnelle Belohnung. Auch Ferati trainiert seit Dienstag bei den Profis mit und darf hoffen, dass unter Titz sein Stern doch noch mal zu glühen beginnt.

Arianit Ferati mit Trainer Christian Titz (Foto: Witters)