Termine, Regeln, TV: Das müssen Sie über die Relegation wissen!

Verantwortliche und Fans des HSV sind ja nach den erfolgreich absolvierten K.o.-Spielen 2014 gegen Greuther Fürth und 2015 gegen den Karlsruher SC absolute Relegations-Experten. Doch es gibt Neuerungen: Erstmals wird neben der Torlinientechnologie auch der Video-Assistent in Köln zum Einsatz kommen. Was Sie sonst noch wissen müssen: Das Hinspiel des Bundesliga-16. gegen den Zweitliga-Dritten findet am 17. Mai (20.30 Uhr), das Rückspiel am 21. Mai bei Holstein Kiel statt. Beide Partien werden live und exklusiv im Eurosport Player übertragen. Es gilt die aus dem Europapokal bekannte Auswärtstorregel, wonach auswärts erzielte Treffer bei Gleichstand im Gesamtergebnis mehr zählen als zu Hause erzielte. Falls nach Ende der regulären Spielzeit noch keine Entscheidung gefallen ist, gibt es zweimal 15 Minuten Verlängerung. Steht danach immer noch kein Sieger fest, findet ein Elfmeterschießen mit jeweils fünf Schützen statt.

VfL-Profi Arnold über den Zustand des HSV-Konkurrenten

Sky-Experte Dietmar Hamann sieht den HSV im Fernduell mit Wolfsburg um den Relegationsplatz in der besseren Position. „Aus psychologischer Sicht ist Hamburg für mich im Vorteil. Sie müssen mit offenen Visier spielen. Der VfL hat etwas zu verlieren“, sagte der Ex-Nationalspieler. Zudem gewann der HSV zwei der drei letzten Spiele, die Wolfsburg allesamt verlor. Ob sich das Team gegen Köln noch einmal aufraffen könne? Dazu Mittelfeld-Mann Maximilian Arnold: „Ich hoffe ja. Ich glaube daran. Ich kann nicht sagen, ob es auch so wird. Ich bin auch nur ein Mensch.“

Aytekin nach Ito-Tor: Das funkte mir mein Assistent ins Ohr!

Es war die strittigste und am hitzigsten diskutierte Szene des vergangenen Spieltags: Tatsuya Ito trifft, der HSV feiert den Führungstreffer bei Eintracht Frankfurt, doch Video-Assistent Günter Perl greift ein und sorgt dafür, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin das Tor annulliert. Zuvor hatte der Referee auch Kontakt zu seinem Assistenten Christian Dietz. Was dieser ihm per Funk durchgab? Aytekin: „Der Linienrichter hat mir gesagt, dass es sehr sehr knapp für ihn war. Er hat mir sogar mitgeteilt, dass Ito tendenziell eher drin war.“ Den Ärger der Hamburger und die Diskussion über die Entscheidung konnte der Schiedsrichter nicht nachvollziehen: „Worüber reden wir hier? Wir haben diese technische Möglichkeit, deswegen ist sie ja auch eingeführt worden. Und deshalb haben wir Gebrauch davon gemacht. Wir müssen uns an die Fakten halten. Und die Fakten sind in dieser Situation so, dass es sich um eine Abseitsposition handelt. Und das war der Grund, warum wir das Tor aberkennen mussten.“

HSV verzichtet auf Kurz-Trainingslager

Die Profis des HSV werden sich wie gewohnt im Volkspark auf das letzte Saisonspiel am Sonnabend gegen Gladbach vorbereiten. Die Option, ab Mittwoch ein Kurz-Trainingslager zu beziehen, wird definitiv nicht gezogen. Warum? „Weil ich glaube, dass das Aktionismus wäre. Wir tauschen uns ja mit den Jungs aus und denken, dass sie eher froh sind, wenn sie abends bei ihren Familien sind und zu Hause schlafen können. Ich glaube, ihnen tut der normale Rhythmus gut. Und wenn du dich abschottest, würden wir ja nicht zwei-, dreimal trainieren, dann sitzt du den ganzen Tag aufeinander und bist nur mit diesem Thema konfrontiert“, sagte Christian Titz bei NDR 90,3. Und weiter: „Die Spieler sollen ihre Freiheit haben und nicht in die Situation kommen, ständig nur an dieses Spiel zu denken. Das sollte man nicht unterschätzen, das baut wirklich Druck auf. Genau den wollen wir ihnen nehmen und in den Einheiten auch die nötige Lockerheit reinbringen.“

Titz macht sich für Förderer Peters stark

Wie stellt sich der HSV für die Zukunft auf? Alles ist offen! Bernhard Peters, als Diektor Sport für den Nachwuchs verantwortlich, würde gern zum Sportvorstand aufsteigen, formulierte diesen Wunsch nun auch öffentlich und sorgte damit für Unverständnis im Aufsichtsrat um Boss Bernd Hoffmann, der längst Gespräche mit potenziellen Kandidaten führt. Droht in den Führungsgremien ein Machtkampf? Nun sprach sich Trainer Christian Titz bei NDR 90,3 für seinen Förderer Peters aus. „Da bin ich der falsche Ansprechpartner, ich bin nur Trainer und treffe für den Verein keine Personalentscheidungen. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich Bernhard Peters als sehr guten Fachmann ansehe und eine sehr hohe Wertschätzung für ihn empfinde. Was er im Verein aufgebaut hat und jetzt auch übergreift auf die Profi-Mannschaft, halte ich für außergewöhnlich. Ich arbeite sehr gern mit ihm zusammen und bin sehr dankbar für das, was Bernhard Peters mir ermöglicht hat. Er hat den Glauben an mich gehabt, in mir gesehen, was andere nicht gesehen haben.“

Djourou vor Happy-End mit Antalyaspor

Die Saison begann unglaublich schlecht für Johan Djourou. Niederlagen, langwierige Verletzungen und Frust kennzeichneten den Weg des Ex-HSV-Kapitäns, der im Sommer zum türkischen Erstligaklub Antalyaspor gewechselt war. Mittlerweile aber herrscht eitel Sonnenschein: Nach dem 1:0 bei Genclerbirligi haben Djourou und sein Team zwei Partien vorm Saisonende fünf Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge, sind nun Tabellenzwölfter. Auch für Djourou selbst läuft es: Die vergangenen sieben Partien bestritt er von Beginn an, gilt weiter als klarer Anwärter auf den WM-Kader der Schweiz.

Jubel bei Johan Djourou (l.) und seinen Kollegen von Antalyaspor.

Labbadia enttäuscht über Spottgesänge: „Will Liebe haben!“

Nach vier Spielen hintereinander ohne Sieg und drei Niederlagen in Folge ist Trainer Bruno Labbadia für den harten Kern der Wolfsburger Fans zu einem Feindbild geworden. „Wir steigen ab! Wir kommen nie wieder! Wir haben Bruno Labbadia“, sangen die Anhänger in Leipzig (1:4) und verhöhnten damit den HSV-Retter von 2015, der enttäuscht auf die Spottgesänge reagierte: „Das habe ich so noch nie erlebt. Als Mensch gefällt das einem nicht. Sowohl als Spieler als auch als Trainer stand ich in der Zuschauergunst eher auf der Sonnenseite“, sagte Labbadia und betonte: „Wenn ich für einen Klub arbeite, identifiziere ich mich mit diesem auch. Ich gebe alles, was ich habe. Dafür will man natürlich gern ein Stück Liebe haben.“

Ex-HSV-Profi Berisha ist Australischer Meister

Der Ärger mit dem Videobeweis – das gibt es nicht nur in Deutschland. und manchmal sorgt er auch für grenzenlosen Jubel. Ex-HSV-Profi Besart Berisha wurde am Wochenende mit Melbourne Victory Australischer Meister, weil der Videobeweis aufgrund technischer Probleme nicht angewendet werden konnte. Gleich drei Spieler standen beim 1:0-Siegtreffer gegen die Newcastle Jets im Abseits. Berisha war’s egal. Der 32-Jährige strickt „Down under“ weiter an seiner Legende, ist mit 106 Treffern in 171 Spielen ohnehin schon der erfolgreichste Torschütze aller Zeiten in der A-League. Beim HSV stand er von 2004 bis 2007 unter Vertrag, traf je einmal in der Bundesliga und der Champions League.

Meister! Besart Berisha stemmt die Schale des australischen Champions in die Höhe. Foto: Getty

 

Frankfurt-Coach Kovac appelliert an HSV: „Glaubt an euch!“

Im direkten Duell am Sonnabend kannte Niko Kovac keine Gnade, gewann mit Eintracht Frankfurt gegen den HSV (3:0). Doch der frühere Hamburger Profi und künftige Trainer des FC Bayern richtete vor dem letzten Spieltag einen Appell an den Liga-Dino, wie HSV-Coach Christian Titz bei NDR 90,3 verriet: „Niko Kovac hat mir nach dem Spiel gesagt, dass er sehr davon angetan ist, wie unsere Mannschaft in den letzten Wochen aufgetreten ist und er uns die Daumen drückt. Und er hat uns mitgegeben: Glaubt an euch, glaubt daran, denn ihr könnt den Klassenerhalt noch packen.“