In seiner Funktion als Direktor Sport ist Bernhard Peters beim HSV in erster Linie für die strategische Ausrichtung im Nachwuchsbereich zuständig. Nach der Beförderung von Christian Titz von der U21 zu den Profis, für die er sich intern starkgemacht hatte, war auch Peters nach oben gerückt. Doch wie geht es weiter für den 58-Jährigen? Er selbst hatte sich in einem Interview um den verwaisten Posten des Sportvorstands beworben, was im Aufsichtsrat um Boss Bernd Hoffmann gar nicht gut ankam: „So etwas sollte intern geschehen.“ Peters dürfte mit seinem Anliegen durchfallen – wie geht es weiter? Im Dezember vergangenen Jahres verlängerte er seinen Vertrag als Nachwuchschef bis 2020. Entweder kehrt der frühere Hockey-Bundestrainer in den „Campus“ zurück, oder er sucht eine neue Herausforderung.

Am Dienstag treffen sich Verantwortliche und Profis des HSV noch einmal im Volkspark, dann geht es für die Spieler in den Urlaub. Auf Reisen war Bobby Wood, der am Sonnabend gegen Gladbach (2:1) die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, aber offensichtlich schon am Wochenende. Montagmorgen saß der US-Boy (Vertrag bis 2021) zumindest im Flieger von Manchester nach Hamburg – und zwar neben einem MOPO-Leser, der uns ein Foto des HSV-Profis zur Verfügung stellte. Da es Wood aber schlafend zeigt und er seine Einwilligung nicht geben konnte, verzichten wir an dieser Stelle darauf, es zu zeigen. Doch was machte der Stürmer für einen Tag in Manchester? Fakt ist, dass am Sonntag Huddersfield Town (45 Kilometer entfernt) mit dem deutschen Trainer David Wagner in der Premier League gegen den FC Arsenal (0:1) spielte. Klingt doch plausibel…

Der frühere Nationalspieler und gebürtige Hamburger Stefan Effenberg hofft auf die zügige Rückkehr des HSV in die Bundesliga und hofft, dass die Klub-Führung die Leistungsträger der Mannschaft halten kann. „Du brauchst ein Gerüst“, sagte Effenberg bei „sky90“ und nannte Kyriakos Papadopoulos, Aaron Hunt oder Lewis Holtby: „Das wären schon Spieler, mit denen es durchaus machbar ist, sofort wieder aufzusteigen. Ich glaube, dass die auch in der Verpflichtung stehen. Die haben den Karren in den Dreck gefahren.“

Er ist ein Teil der großen Bundesliga-Geschichte des HSV, von Februar 2007 bis Juni 2008 stand Huub Stevens beim HSV als Trainer unter Vertrag, bewahrte den Klub damals zunächst vor dem Abstieg und führte ihn sogar in den Europapokal. Doch die Uhr im Volkspark und die damit verbundene Bürde für alle Beteiligten ging ihm gehörig auf die Nerven, wie der Niederländer bei Sport1 andeudete: „Die Uhr bleibt nicht immer am Ticken. Und endlich ist dieses Thema jetzt auch mal weg. Das ist doch eine Scheiße, die Uhr.“

Was für tolle Fans hat dieser Verein nur? In den 30 Stunden nach dem Abstieg sind beim HSV über 500 neue Mitgliedsanträge angekommen! Weitere Mitglieder widerriefen zudem ihre in den vergangenen Monaten getätigten Kündigungen. HSV-Präsident Bernd Hoffmann sagte: „Das ist für mich ein überragendes Zeichen der HSV-Fans. Bereits im Volksparkstadion hat man deutlich gemerkt, dass die überwältigende Mehrheit der Zuschauer zur Mannschaft und dem Verein steht. Man kann sich nur bei den über 500 Neu- und allen langjährigen Mitgliedern für das Vertrauen und die Treue bedanken.“ Derzeit hat der HSV knapp 79.000 Mitglieder.

Der HSV hatte auf ein Wunder gehofft, wollte sich aber zumindest erhobenen Hauptes aus der Bundesliga verabschieden. Die Rettung blieb aus, und leider verhielten sich auch einige Ultras unwürdig, sorgten mit einer Pyro-Aktion für eine 15-minütige Spielunterbrechung gegen Gladbach (2:1). Trotz der gefährlichen Aktion wird es vom DFB-Sportgericht für den HSV „nur“ eine Geldstrafe geben, weder ein Geisterspiel noch eine Blocksperre muss der künftige Zweitligist befürchten. Warum? Im vergangenen Sommer hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel im Zuge des Dialogs mit Ultra-Gruppierungen dem Kontrollausschuss empfohlen, auf derartige Kollektivstrafen zu verzichten, da davon auch unschuldige Fans betroffen sind.