Den Abstieg seines früheren Vereins hat Uli Stein gelassen zur Kenntnis genommen. Der frühere Nationaltorwart ist darüber verärgert, dass man sich nach der Karriere nicht um ihn bemüht habe. Ob er um seinen Rat gebeten worden sei? „Nie. Meine Kameraden und ich aus den großen HSV-Jahren mit dem Europapokal-Triumph und der Meisterschaft 1982 und 1983 sind nie gefragt worden. Ich fühle mich inzwischen der Frankfurter Eintracht, für die ich zwischen 1987 und 1994 gespielt habe und die ich jetzt als Markenbotschafter vertrete, emotional näher als dem HSV. Das liegt daran, dass sich der HSV um ehemalige Spieler null gekümmert hat“, sagte Stein der „FAZ“. Die Arbeit der Verantwortlichen in den zurückliegenden Jahren bewertet er kritisch: „Der HSV hat sich immer auf den Dino und die Uhr verlassen. Das war ja absurd, wenn es ständig hieß, die Uhr darf nicht ausgehen. Und es war fast schon ein Armutszeugnis der vielen Verantwortlichen über die Jahre, sich permanent auf diese beiden Dinge zu versteifen. Letztlich haben sie in Hamburg ihr Glück überstrapaziert. Dass es dann irgendwann in die andere Richtung läuft, ist eigentlich normal.“

„Keine Panik“ ist das Motto von Rockstar Udo Lindenberg – und das rät er auch dem HSV. Für den erstmals aus der  Bundesliga abgestiegenen Verein fand der Musiker aufmunternde Worte: „Heute wird der Abend breiter – doch hinterm Horizont geht’s weiter“, sagte Lindenberg nach dem Aus für den Dino und dichtete zuversichtlich weiter: „Falscher Film, schlechter Gag – mach dich ready fürs Comeback. Heute noch in Staub und Asche – morgen Phönix aus der Flasche. Prost!“ Der 71-Jährige, der das Spiel der Hamburger vorm Fernseher verfolgte, lebt seit langem in der Hansestadt und hat hier seine Erlebniswelt „Panik City“. „Hinterm Horizont“ hieß nicht nur einer seiner größten Hits, sondern auch sein Musical.

Nach dem nicht gegebenen Führungstreffer von Tatsuya Ito (angeblich abseits) verliert der HSV in Frankfurt am Ende klar mit 0:3 und bleibt auf Platz 17. Die direkte Rettung ist damit nicht mehr drin. Aber da Wolfsburg in Leipzig mit 1:4 verloren hat, besteht noch Hoffnung auf die Relegation. Die einfache Rechnung: Der HSV muss am letzten Spieltag Gladbach schlagen und die Wölfe (zwei Punkte mehr und das klar bessere Torverhältnis) zu Hause gegen Absteiger Köln verlieren – ansonsten ist der Dino tot!