Seit einigen Tagen gibt es eine hitzige Debatte um die Mitgliedschaft von AfD-Wählern bei Eintracht Frankfurt, nachdem sich Klub-Präsident Peter Fischer offen gegen Anhänger der Partei gestellt hatte. „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt“, so Fischer. In seiner Amtszeit würde es „keine Nazis bei Eintracht Frankfurt“ geben: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz.“ Er „schäme“ sich für „13 Prozent der Bevölkerung, die die AfD gewählt haben. Ich will ihnen keinen Millimeter Fläche geben“. Die „Frankfurter Rundschau“ bat um eine Stellungnahme anderer Bundesliga-Klubs, die HSV-Führung positionierte sich in ihrer Antwort „generell klar gegen Ausländerfeindlichkeit, Fremdenhass, Rassismus und jede Form der Diskriminierung. Wir übernehmen als multikultureller Verein Verantwortung, zum Beispiel mit verschiedenen Sportangeboten für Geflüchtete und über gelebte Integration im Verein. Unsere Mitglieder tragen und leben diese Grundwerte im HSV. Sollten Mitglieder mit ihrem Handeln dagegen verstoßen, gehen wir gegen ein solches Verhalten bis hin zu einem Ausschluss aus dem Verein konsequent vor.“

Einen Tag nach bitteren und genau so unnötigen 1:2-Pleite gegen Frankfurt, haderte Coach Markus Gisdol mit der Art und Wiese, wie die Partie gegen die Hessen verloren ging. Vor dem letzten Hinrundenspiel in Gladbach (Fr., 20.30 Uhr) fordert er deshalb seine Spieler auf, noch giftiger zu spielen Gisdol: „Wir haben in den letzten beiden Spielen drei gute Halbzeiten gespielt, aber nur einen Punkt gemacht. Das ist zu wenig, keine Frage. Wir hätten mindestens vier Punkte machen müssen. Aber wir sind noch nicht in der Winterpause, haben noch ein Spiel vor uns.  Deshalb müssen wir jetzt noch intensiver, konsequenter und vielleicht auch unschöner spielen.“

Trainer Markus Gisdol haderte nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt mit dem Spielverlauf. „Wir haben eine gute Anfangsphase von uns gesehen“, sagte er. „Mit einem einfachen Fehler zum 1:1 lassen wir uns aber aus dem Tritt bringen und haben den Faden dann verloren. Wir hatten da eine Phase, die wir uns nicht erlauben können und die wir auch zuletzt nicht hatten. Diese 20 Minuten kannst du dir nicht erlauben und ich erwarte, dass Spieler in solchen Phasen die Verantwortung übernehmen. Wenn man dann in der zweiten Halbzeit keine Tore macht, dann hat man keine Punkte. Und wir brauchen Punkte.“

Heribert Bruchhagen war nach dem 1:2 gegen seinen Ex-Klub Eintracht Frankfurt schwer enttäuscht. Vor allem der krasse Leistungsabfall nach der Führung irritierte den Vorstands-Boss. „Nachdem ich glaubte, dass wir mit der 1:0-Führung unser Spiel durchdrücken könnten, haben wir uns vogelwild gezeigt“, sagte er. „Wir haben dem Gegner riesige Räume geboten. Da hätte auch das 3:1 oder 4:1 fallen können.“ Abschließend hielt Bruchhagen fest: „Das war eine bittere Niederlage. Wir befinden uns im Existenzkampf.“