Von 2001 bis 2005 hat Martin Pieckenhagen das HSV-Tor gehütet. Im Interview mit „11Freunde“ sagt der 46-Jährige zur Lage seines Ex-Vereins: „In Situationen wie jetzt, ruft man nach Spielern die das Ruder an sich reißen. In guten Zeiten will man diese Spieler nicht haben. Da legt man dann Wert auf eine liebe Mannschaft, in der alles harmonisch läuft. Wenn es schlecht läuft, brauche ich auch mal einen Drecksack. Und damit meine ich nicht Papadopoulus, der so ‚großartige‘ Interviews gibt wie nach dem Spiel gegen Hertha. So etwas geht nicht, das hat man intern zu klären.“

Und schafft es der HSV noch? Pieckenhagen: „Es ist theoretisch noch möglich. Momentan sind es fünf Punkte auf die Relegation, also zwei Siege, das sollte machbar sein. Vielleicht kann die Mannschaft den Rückenwind aus dem Sieg gegen Schalke mitnehmen.“

Über Bernd Hoffmann sagt der Ex-Keeper: „Ich kenne ihn noch aus meiner Zeit, da hat er den Verein finanziell sehr gut geführt, und auch sportlich standen wir gut da. Bernd Hoffmann hat sich damals zu sehr in den sportlichen Bereich eingemischt, aber aus den Fehlern hat er gelernt, er ist ein sehr intelligenter Mann. Er wird Leute installieren, die knallhart daran arbeiten den HSV in bessere Gefilde zu führen, egal ob man nun absteigt, oder nicht.“

Foto: Witters

Für transfermarkt.de hat Bernd Hollerbach 2011 in einem Video seine persönliche Traumelf zusammengestellt. Darin finden sich neun ehemalige HSV-Spieler, ein St. Paulianer und eine spanische Sturm-Legende. Im Tor setzt „Holler“ auf Martin Pieckenhagen. In der Abwehr dürfen Manni Kaltz, Stéphane Henchoz, Thomas Gravesen und St. Paulis gefürchteter Eisenfuß Dieter Schlindwein ran. Auf der Sechser-Position setzt Hollerbach auf Collin Benjamin, die Kreativ-Abteilung davor wird gebildet von Sergej Barbarez, Rodolfo Cardoso und Felix Magath. Im Sturm lauten seine Lieblingsspieler Anthony Yeboah und Superstar Raúl, mit dem Hollerbach als Co-Trainer auf Schalke zusammenarbeiten durfte.

Ex-Teamkollegen: Rodolfo Cardoso besuchte Bernd Hollerbach beim Training. (Foto: Witters)

Ex-HSV-Profi Bernd Hollerbach ist nicht mehr Trainer der Würzburger Kickers. Nach einer Rückrunde ohne Sieg und dem Abstieg aus der Zweiten Liga hat sich der Verein vom 47-Jährigen getrennt. Auch sein früherer Hamburger Weggefährte Martin Pieckenhagen, für die beiden letzten Spiele als Assistent verpflichtet, nimmt bereits wieder Abschied. Hollerbachs Erbe tritt Stephan Schmidt an, in dieser Saison Trainer der U17-Junioren des FC Schalke 04.

Zweitligist Würzburger Kickers setzt im Abstiegskampf auf frühere HSV-Kumpels. Trainer Bernd Hollerbach wird in den beiden abschließenden Spielen von Ex-Torwart Martin Pieckenhagen unterstützt. Von 2001 bis 2004 spielten sie gemeinsam in Hamburg. „Piecke hat schon alles im Fußball erlebt, er ist eine große Persönlichkeit“, sagte Hollerbach: „Wir waren beim HSV gemeinsam im Mannschaftsrat, er war immer ein Spieler mit einer klaren Meinung – und dabei auch einer, der ein Gespür für die Situation hatte. Das kann uns auch jetzt helfen. Ich weiß, dass ich mich voll und ganz auf ihn verlassen kann.“ Pieckenhagen freut sich auf die Aufgabe: „Ich habe ‚Holler‘ angeboten, ihn bei seiner Mission Klassenerhalt zu unterstützen. Ich bekomme mit, was er alles bedingungslos dafür tut und auch dafür opfert. Ich war immer ein Team-Player, das will ich jetzt auch für ‚Holler‘ und seine Truppe sein.“

Martin Pieckenhagen (l.) unterstützt seinen Ex-HSV-Kollegen Bernd Hollerbach in Würzburg. (Foto: Würzburger Kickers)