Todt: Das war mein größter Fehler als HSV-Sportchef!

Von Januar 2017 bis März 2018 war Jens Todt als Sportdirektor der verantwortliche Mann für die Entwicklung des HSV. Mit etwas Abstand blickte er nun bei Sport1 auf seine Zeit in Hamburg zurück. „Dauerhafter Krisenmodus und anhaltender Abstiegskampf sind natürlich wahnsinnig anstrengend für alle Beteiligten“, stellte Todt fest, es sei „eine intensive und unvergessliche Zeit“ gewesen. Sein größter Fehler? „Nach dem knappen und hart umkämpften Klassenerhalt im Mai 2017 sind wir alle davon ausgegangen, dass wir mit einigen wenigen Ergänzungen des Kaders gute Chancen auf eine Saison mit weniger Sorgen haben werden. Wir waren davon überzeugt, dass uns die grandiose Aufholjagd Rückenwind und Stabilität geben würde. Im Nachhinein muss ich eingestehen, dass wir unterschätzt haben, wie sehr der dauerhafte Krisenmodus in den Jahren zuvor auch eine mentale Erschöpfung bei der Mannschaft verursacht hatte. Von daher wäre es vermutlich besser gewesen, einen größeren Umbruch im Kader einzuleiten. Auch wenn es wirtschaftlich wahnsinnig schwer umzusetzen gewesen wäre: Ein wenig mehr Blutauffrischung hätte uns mit großer Wahrscheinlichkeit gutgetan.“ Doch der 49-Jährige ist auch froh, positive Dinge hinterlassen zu haben – in Form von Transfers und Vertragsverlängerungen, die er für den HSV einfädelte: „Wir waren von Anfang an von Julian Pollersbecks Potenzial überzeugt, und ich freue mich, dass er stabil gute Leistungen zeigt. Das Gleiche gilt etwa für Rick van Drongelen. Beide Transfers hatten eine gute Balance zwischen wirtschaftlicher Vernunft und großem Wertsteigerungspotenzial für die Zukunft. Auch die vorzeitigen Vertragsverlängerungen von Gideon Jung und Tatsuya Ito zielten in diese Richtung.“