- 22.04.2020

HSV-Sieg gegen Werder: Lasogga macht’s möglich!


Pierre-Michel Lasogga wurde mit seinen beiden Treffern zum Derby-Held. (Foto: Witters)

Bis zum nächsten Nordderby müssen sich die Fans wohl noch etwas gedulden. Die Corona-Krise und der Klassenunterschied, der sich in der kommenden Saison umkehren könnte, machten dieser Paarung zuletzt einen Strich durch die Rechnung. Doch heute vor vier Jahren herrschte mal wieder Derby-Fieber in Hamburg. Werder war zum Abstiegsgipfel im Volkspark. Es sollte den bis heute letzten HSV-Sieg gegen den Erzrivalen geben.

Am 22. April 2016 kommt es zum Nordderby. Es ist ein Spiel mit hoher Brisanz. Der HSV kann sich mit einem Sieg von praktisch allen Abstiegssorgen befreien, Bremen würde mit drei Punkten den Relegationsplatz verlassen und den Rivalen tief mit in den Abstiegskampf ziehen. Die erste gute Nachricht für die Hausherren gibt es bereits vor Anpfiff, denn der angeschlagene Nicolai Müller gibt grünes Licht für einen Einsatz und steht auch direkt in der Startaufstellung von Bruno Labbadia. Das soll sich auszahlen. Nach sechs Minuten tankt sich Müller auf dem Flügel durch und legt von der Grundlinie zurück auf Pierre-Michel Lasogga, der zum 1:0 vollstreckt.

Ganze 666 Minuten war der Stürmer ohne eigenen Treffer, dementsprechend groß ist die Erleichterung. Der HSV bleibt weiter dran. Michael Gregoritsch zwingt Felix Wiedwald mit seinem Freistoß zu einer Glanztat (18.), auf der Gegenseite verhindert Jaroslav Drobny gegen Florian Grillitsch den Ausgleich (22.). Der Keeper leitet dann auch nach einer guten halben Stunde den nächsten Konter des HSV ein. Matthias Ostrzolek hat auf dem Flügel zu viel Platz, serviert wunderbar für Lasogga und der nickt ein – 2:0, der Volkspark wird zum Tollhaus. Die Bremer sind komplett von der Rolle, der HSV drückend überlegen. Mit einem verdienten 2:0 geht es in die Halbzeit.

Aus dieser kommt der HSV dann mit Gojko Kacar für Nicolai Müller, der mit muskulären Problemen draußen bleibt. Das Spiel ändert sich, Bremen rennt wütend an und kommt zu Chancen. Johan Djourou holt Pizarro im Strafraum von den Beinen – Elfmeter! Der Gefoulte tritt selbst an und scheitert kläglich an Drobny, der den Ball sogar festhalten kann (56.). Doch schließlich landet der Ball doch noch im Tor. Anthony Ujah stochert das Leder nach etwas mehr als einer Stunde über die Linie, die knappe Abseitsposition des Stürmers übersieht das Schiedsrichtergespann. Das Zittern im Volkspark beginnt.

Doch die Bremer zeigen sich im Offensivspiel uninspiriert und die Hintermannschaft des HSV steht sicher. In der letzten Minute geht nochmal ein Raunen durchs weite Rund, als Pizarro einen Kopfball nur Zentimeter neben den Kasten setzt, doch dann ist Schluss. Der HSV ist so gut wie gerettet, Werder tiefer denn je im Abstiegskampf. Die MOPO titelt am nächsten Tag: „Himmlisch! Lasogga schickt Werder in die Hölle!“

Der Derby-Held zeigt sich nach dem Spiel beglückt: „Es ist sehr schön, dass ich endlich getroffen habe. Dieses Spiel hat richtig Spaß gemacht.“ Ebenfalls einen großen Anteil am Sieg hat Nicolai Müller, der trotz seiner erneuten Verletzung strahlt: „Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und für 45 Minuten hat es dann letztlich gereicht. Für die Halbzeit hat es sich absolut gelohnt.“ Wie nach dem Derbysieg zu erwarten war, hat der HSV nichts mehr mit dem Abstieg zu tun und schneidet auf Platz zehn ab. Werder muss bis zum letzten Spieltag zittern. Im Herzschlagfinale gegen Frankfurt gewinnen die Grün-Weißen. Frankfurt muss in die Relegation. (mab)

Aufstellung HSV: Jaroslav Drobny – Gotoku Sakai, Johan Djourou, Emir Spahic, Matthias Ostrzolek – Gideon Jung, Lewis Holtby, Nicolai Müller (45. Gojko Kacar), Michael Gregoritsch (79. Dennis Diekmeier), Ivo Ilicevic (87. Cleber) – Pierre-Michel Lasogga