Drama um Ex-HSV-Star Son in Kanada – Schonlau happy
Was für ein Fußball-Drama in den USA – und mittendrin ein früherer Liebling der HSV-Fans: Ex-HSV-Star Heung-Min Son hat mit dem Los Angeles FC den Einzug ins Halbfinale der MLS-Playoffs auf denkbar bittere Art verpasst. Ausgerechnet der Südkoreaner wurde beim Wahnsinnskick gegen die Vancouver Whitecaps zum tragischen Helden.
Vancouver mit Weltmeister Thomas Müller setzte sich im Viertelfinale nach Elfmeterschießen mit 4:3 durch. Nach 120 intensiven Minuten hatte es 2:2 (2:2, 2:0) gestanden – die komplette Verlängerung spielte Vancouver in Unterzahl. Erstmals in der Klubgeschichte stehen die Whitecaps nun im Halbfinale und treffen am kommenden Wochenende auf den Sieger aus San Diego FC gegen Minnesota United.
Im Whitecaps-Kader steht auch Ex-HSV-Kapitän Sebastian Schonlau. Der Innenverteidiger ist nach seinem Wechsel nach Kanada allerdings noch ohne Einsatz, weil ihn Achillessehnenprobleme ausbremsen. Auf sein MLS-Debüt muss der 30-Jährige weiter warten – erlebt die Sensations-Playoffs seines Teams bisher nur von draußen.
Auf dem Platz übernahm dafür ein anderer die Hauptrolle: Thomas Müller. Der Weltmeister von 2014 bereitete das zwischenzeitliche 2:0 vor und hatte erneut großen Anteil am starken Auftritt der Kanadier, ehe er nach der regulären Spielzeit ausgewechselt wurde. Emmanuel Sabbi (39.) und Mathias Laborda (45.+1) hatten Vancouver vor 55.000 Heimfans mit einem Doppelschlag in Führung gebracht, den zweiten Treffer leitete Müller per wuchtigem Kopfball nach einer Ecke ein.
Doch dann kam Son. Der frühere HSV-Profi, inzwischen Superstar beim LAFC, drehte in der Schlussphase auf und rettete sein Team quasi im Alleingang in die Verlängerung. Erst traf er zum Anschluss (60.), dann versenkte er in der Nachspielzeit einen direkten Freistoß zum 2:2-Ausgleich (90.+5) – nur Sekunden, nachdem Vancouvers Verteidiger Tristan Blackmon wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen hatte (90.+2).
In der Verlängerung drückte Los Angeles, kam zu mehreren Chancen und traf in der Nachspielzeit sogar zweimal die Latte (120.+2).
Ausgerechnet Son, der LA mit seinem Doppelpack überhaupt erst im Spiel gehalten hatte, scheiterte vom Punkt: Sein Versuch klatschte an den Pfosten. Vancouvers Abwehrmann Mathias Laborda verwandelte im Anschluss den entscheidenden Elfer gegen den ehemaligen französischen Nationalkeeper Hugo Lloris – und ließ Vancouver weiter vom ganz großen MLS-Coup träumen. Für Ex-HSV-Star Son dagegen endeten die Playoffs im Herzschlag-Drama.
