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Bericht: So verlor der HSV Super-Talent Coulibaly an Werder

Es ist der wohl bitterste Verlust eines Nachwuchsspielers der jüngeren HSV-Geschichte: Im Sommer 2024 entschied sich Abwehr-Juwel Karim Coulibaly gegen eine Vertragsverlängerung im Volkspark und wechselte stattdessen ausgerechnet zum Erzrivalen Werder Bremen. Dort erarbeitete sich der gerade einmal 18 Jahre junge Innenverteidiger in dieser Saison einen Stammplatz, hilft Werder aktuell mit guten Leistungen auf dem Platz und wird dem Nordkontrahenten eines Tages vermutlich jede Menge Geld einbringen. Beim HSV hingegen dürften sich nicht wenige Fans fragen: Wie konnten die Hamburger dieses große Talent bloß ziehen lassen?

Leichtfertig hergegeben hat die HSV-Führung Coulibaly offenbar nicht. Wie das „Abendblatt“ berichtet, ist Sportdirektor Claus Costa bereits vergleichsweise früh an den damals 16-Jährigen U19-Spieler und dessen Berater herangetreten, um über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln. Der im Januar 2024 als Nachwuchsleiter verpflichtete Loic Favé habe das Thema umgehend ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt, und schließlich sei sogar der damalige Profi-Trainer Steffen Baumgart mit Coulibaly zusammengekommen, um ihm in einem circa einstündigen Gespräch detailliert aufzuzeigen, wie beim HSV den Schritt zum Profi gelingen kann, wenngleich dabei – wie bei jedem anderen Nachwuchsspieler auch – keine Versprechen über Einsatz- oder Trainingszeiten abgegeben worden seien. Dennoch fiel die Entscheidung letztlich für Bremen aus. Was genau am Ende den Ausschlag für den Abschied gegeben hat, etwa ein höheres Gehalt oder eine überzeugendere Perspektive, ist nicht bekannt.