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Nur drei schlugen voll ein: So läuft es für die 13 HSV-Abgänge

Viel übrig ist vom Aufstiegskader des HSV nicht mehr. Im Sommer vollzogen die Hamburger einen großen Umbruch, der neben der Verpflichtung von insgesamt zwölf Neuzugängen auch 13 Abschiede forderte. Doch wie haben die abgewanderten Profis bei ihren neuen Klubs bislang performt? Die MOPO gibt den Überblick.

  • Ludovit Reis (Club Brügge): Wurde beim belgischen Spitzenklub abermals vom Verletzungspech eingeholt, eine Blessur und aktuell eine Schulterverletzung ließen erst zehn Einsätze zu. Das erhoffte Debüt in der Champions League steht noch aus.
  • András Németh (Puskás AFC): Seine zuvor rund zweieinhalb Jahre währende Tor-Flaute konnte er Ende September immerhin beenden, mehr als dieser eine Treffer sprangen beim ungarischen Erstligisten jedoch nicht heraus. Zwischenzeitlich ein paar Wochen gesetzt, zuletzt aber fast ausschließlich Bankdrücker.
  • Matheo Raab (Union Berlin): Wie schon beim HSV nur die Nummer zwei, an der Alten Försterei ist kein Vorbeikommen an Stammkeeper Frederik Rönnow.
  • Lukasz Poreba (SV Elversberg/Leihe): Bekommt die Spielzeit, die ihm beim HSV so lange verwehrt blieb. Aus dem auch in diesem Jahr wieder großartig funktionierenden Elversberger Ensemble nicht wegzudenken.
  • Sebastian Schonlau (Vancouver Whitecaps): Wagte nach seinem Aus im Volkspark das Abenteuer in Übersee, einen Achillessehnenverletzung verhinderte aber bisher das Debüt für die erste Mannschaft.
  • Davie Selke (Istanbul Basaksehir): Überragte zunächst in der Qualifikation zur Conference League (drei Tore in vier Einsätzen), zog sich dann aber zu Beginn der Liga-Saison gleich eine Wadenverletzung zu, die ihn fast zwei Monate zum Zuschauen zwang. Seit seinem Comeback bemüht, in Form zu kommen und immerhin gesetzt, allerdings mit überschaubarem Output (sieben Ligaspiele, ein Tor).
  • Lucas Perrin (Sporting Gijón): Verbrachte schon die Rückrunde fernab des Volksparks in Belgien bei Cercle Brügge, im Sommer folgte der dauerhafte Wechsel zum spanischen Zweitligisten Gijón. Dort fester Bestandteil der Abwehrreihe, zuletzt aber zweimal ohne Einsatz.
  • Nicolas Oliveira (Jahn Regensburg): Hatte ein Einsehen, dass es beim HSV erst recht nach dem Aufstieg schwierig werden würde mit dem langfristigen Durchbruch. Bei Drittligist Regensburg mit einem vielversprechenden Start, verlor seinen Stammplatz jedoch im Laufe der Hinrunde. Zwei Treffer in 13 Einsätzen können sich aber sehen lassen.
  • Valon Zumberi (Vitesse Arnheim): Scheint sein Glück beim niederländischen Zweitligisten gefunden zu haben. Von 20 möglichen Ligaspielen verpasste er nur eines, zuletzt durfte er das Team erstmals als Kapitän aufs Feld führen – der vorläufige Höhepunkt einer bis hierhin starken Spielzeit des 23-Jährigen.
  • Tom Sanne (Wacker Burghausen): Nach Dordrecht und Hannover 96 II ist Regionalligist Burghausen bereits sein dritter Anlauf, bei einem Verein Fuß zu fassen, bisher aber ebenfalls ohne durchschlagenden Erfolg. Pendelt zwischen Startelf und Ersatzbank und erzielte in 15 Einsätzen vier Tore.
  • Otto Stange (SV Elversberg/Leihe): Wenn er spielt, liefert er ab. Das Problem: Viel zu selten erhält das HSV-Juwel Gelegenheit dazu. Noch kein einziges Mal stand Stange in der Startelf, obwohl fünf Scorerpunkte in 133 Einsatzminuten eigentlich ein mehr als überzeugendes Empfehlungsschreiben darstellen. Gerüchte um einen möglichen Leihabbruch keimten zuletzt auf, konkretisierten sich aber bisher nicht.
  • Anssi Suhonen (Östers IF/Leihe): Erarbeitete sich beim schwedischen Erstligisten auf Anhieb einen Stammplatz, konnte den Abstieg aber nicht verhindern. Ab 1. Januar offiziell wieder HSV-Spieler, aber ohne Zukunft im Volkspark.
  • Joel Agyekum (Viktoria Köln/Leihe): Steht in der Domstadt bisher bei nur sieben Einsätzen, keiner davon von Beginn an. Dürfte sich von seiner Leihe in Liga drei deutlich mehr erhofft haben.

Fazit: Für Poreba, Perrin und Zumberi verläuft die Saison bisher voll nach Plan. Auch Suhonen durfte viel spielen, konnte allerdings den Abstieg nicht verhindern. Alle anderen Abgänge haben entweder mit enttäuschenden Einsatzzeiten oder Verletzungspech zu kämpfen.