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Aogo über „Hetzjagd“ vor HSV-Aus: „Will der mich verarschen?“

Dennis Aogo spielte von 2008 an fünf Jahre lang für den HSV und hat in dieser Zeit die letzten Höhen des Klubs ebenso hautnah miterlebt wie die Anfänge des darauffolgenden Absturzes. Im August 2013 verließ er den Verein schließlich – und beschrieb nun, welche unschönen Misstöne der Trennung damals vorausgingen. Den Anfang vom Ende markierte demnach eine 1:5-Klatsche gegen die TSG Hoffenheim am zweiten Spieltag der Saison 2013/14. „Wir haben verloren, die Stimmung war schon wieder katastrophal, weil die Ambitionen des HSV damals riesig waren“, erinnert sich Aogo (zitiert via „sport.de“). Der damalige Trainer Thorsten Fink sei nach der Pleite außer sich gewesen: „Er hat gesagt: ,Ich bin sauer auf euch und will euch ein paar Tage nicht mehr sehen‘. Er hat zwei oder drei Tage frei gegeben.“ Aogo nutzte die Zeit für einen Kurztrip nach Mallorca.

Eine Entscheidung, die den ehemaligen Linksverteidiger einholen sollte: „Ein Leserreporter hat mich am Flughafen fotografiert und das Foto der Bild-Zeitung geschickt. Daraus haben die dann wirklich eine Hetzjagd gemacht.“ Tagelang habe das Blatt damals Trainer in ganz Deutschland befragt, ob es in Ordnung sei, die freien Tage auf Mallorca zu verbringen. „Aufgrund des medialen Drucks“, so Aogo, sei er für das anschließende Bundesliga-Spiel suspendiert worden. An Finks Kommunikation der Maßnahme lässt der 39-Jährige dabei kein gutes Haar: „Das Schlimme ist, dass der Trainer in der Mannschaftsbesprechung, in der verkündet wurde, dass ich für das Wochenende suspendiert wurde, vor allen gesagt hat: ,Dennis, tut mir leid, ich kann nichts dafür. Ich wäre auch fast nach Mallorca geflogen.‘ Das hat er vor der ganzen Mannschaft gesagt.“ Aogo war fassungslos: „Das war für mich: Will der mich eigentlich verarschen?“ Eine Woche später unterschrieb er beim FC Schalke 04.