Wegen drei Sponsoren: Nordtribüne kritisiert HSV erneut
An Spieltagen steht auf den Rängen der lautstarke, bedingungslose Support der Mannschaft im Vordergrund, generell schaut der „Förderkreis Nordtribüne“ der Vereinsführung jedoch immer wieder kritisch auf die Finger. Am vergangenen Samstag veröffentlichte die Fan-Vereinigung eine Mitteilung, in der die Sponsoren des Klubs ins Visier genommen werden. Schon in der Vergangenheit wurde die Partnerschaft mit dem Wettanbieter „bet365“ sowohl auf der Nordtribüne als auch vom Supporters Club scharf kritisiert. Dieses Sponsoring sei jedoch „kein Einzelfall“, viel mehr sieht der Förderkreis Nordtribüne beim HSV ein „strukturelles Problem“ und nennt dafür zwei weitere Sponsorings als Beleg.
Da wäre zum einen der Ölkonzern Shell, mit dem der HSV die Partnerschaft erst im Juli 2025 verlängert hatte und die Nordtribüne damit „massiv enttäuscht“ habe. Die Kritik: „Shell steht weltweit für die systematische Ausbeutung natürlicher Ressourcen, für problematische Arbeitsbedingungen in Förderregionen, für die Verzögerung von Klimazielen und für gezielte Desinformation.“ Der HSV habe die Zusammenarbeit jedoch als Beitrag zur Nachhaltigkeit kommuniziert – für die Nordtribüne „ein klassisches Beispiel für Greenwashing.“
Auch der Einstieg der Sparda Bank, die im Juni vergangenen Jahres Anteile an der HSV Fußball AG erwarb, „wirft grundlegende Fragen auf“, so die Nordtribüne, schließlich sei das Unternehmen als Genossenschaftsbank verpflichtet, die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. So werde die Bank „zu einem reinen Finanzinvestor, was im Rahmen der Rechtsformänderung eigentlich ausgeschlossen wurde.“ In der Folge wäre es der Nordtribüne zufolge „konsequent, die Anteile der Sparda-Bank zeitnah an einen wertekompatiblen Anteilseigner zu übertragen.“
Alldem liege ein und dasselbe Problem zugrunde: „Der HSV verfügt aktuell über kein verbindliches, gelebtes Leitbild, das soziale Nachhaltigkeit, Gemeinwohlorientierung und wirtschaftliche Entscheidungen zusammenführt.“ Die Nordtribüne fordert daher unter anderem verbindliche Leitplanken für Sponsoren, eine Werte- und Nachhaltigkeitsrichtlinie, die Abgrenzung von Greenwashing-Partnerschaften und Transparenz bei grundlegenden wirtschaftlichen Entscheidungen.
