Derzeit hält Oliver Bierhoff einen Vortrag über die Organisation des DFB im Hinblick auf die WM in Russland. Beim „Aramea Round Table“ in der Innenstadt sitzt Uwe Seeler als Gast in der ersten Reihe neben Gastgeber Udo Bandow. Als Bierhoff nach der fortschreitenden Technologisierung gefragt wurde, ergriff das HSV-Idol durchaus aufgebracht das Wort: „Der Videobeweis ist der größte Quatsch, das macht den Fußball kaputt, das ist meine Meinung. Und das ist gefährlich. Was sich da abgespielt hat in dieser Saison, da wird mehr betrogen, als würde die Entscheidung allein beim Schiedsrichter liegen. Da passieren mal Fehler, aber die gehören doch dazu.“ Zuletzt war dem HSV durch den Videobeweis der vermeintliche Führungstreffer durch Tatsuya Ito in Frankfurt (0:3) aberkannt worden.

Große Augen bei einer der jüngsten Mannschaften des HSV. Die U11 ist gerade zu Gast bei Ajax Amsterdam, lernt die Strukturen des holländischen Spitzenklubs kennen, der seit Jahrzehnten weltweit für seine Jugendarbeit bekannt ist. Noch bevor der HSV-Nachwuchs gegen die kleinen Ajax-Stars von morgen antreten wird, durfte er die Amsterdam Arena für ein Erinnerungsfoto betreten.

HSV-Konkurrent VfL Wolfsburg präsentiert sich seit Wochen als zerrissener Verein. Viele Anhänger haben mit ihrem Klub gebrochen, das wird auch vor dem Saison-Finale gegen den 1. FC Köln deutlich. Nach wie vor ist die Volkswagen-Arena nicht ausverkauft – ein erbärmlicher Zwischenstand. Immerhin: An Kölnern wird es in dem 30 000 Zuschauer fassenden Stadion nicht mangeln. Zumindest 5000 FC-Fans wollen den bereits feststehenden Absteiger nach Wolfsburg begleiten.

Ein Ex-HSV-Profi greift heute Abend nach einem Titel. Nach Anlaufproblemen ist Hakan Calhanoglu beim AC Mailand mittlerweile voll anerkennt, nun könnte er sogar zum Helden werden. Um 21 Uhr trifft er mit seinem Team in Rom auf Juventus Turin, geht dabei als klarer Außenseiter in die Partie. Es wäre sieben Jahre nach dem letzten Gewinn der Meisterschaft der nächste wichtige nationale Triumph für Milan.

Bei Facebook wurde bereits Ende August vergangenen Jahres nach den beiden Auftaktsiegen gegen Augsburg (1:0) und Köln (3:1) für kommenden Sonntag um 11 Uhr zur „HSV Meisterfeier“ auf dem Rathausmarkt eingeladen. Mehr als 7800 User hatten bis zum späten Dienstagabend ihre Teilnahme zugesagt, weitere 8100 Nutzer hinterlegten zumindest ihr Interesse, bei der Open-Air-Party dabei zu sein. Klingt nach Galgenhumor, aber wer weiß, vielleicht kommt es in der City ja tatsächlich zum großen Treffen der leidgeprüften HSV-Anhänger. Zuletzt hatten sich Fans des Liga-Dinos am 22. April 2010 vor dem Europa-League-Halbfinale gegen den FC Fulham auf dem Rathausmarkt versammelt.

Mit Aaron Hunt (individuelle Einheit), Kyriakos Papadopoulos, Bobby Wood (beide Belastungssteuerung) und Fiete Arp (Infekt) fehlten auch heute vier Profis im Mannschaftstraining. Wirklich gefährdet für die Partie gegen Gladbach ist aber wohl nur Arp. Hunt, Papadopoulos und Wood sollen nach Möglichkeit schon morgen wieder voll einsteigen. Dann dürfte Titz auch lüften, mit welcher A-Elf er wohl für den Sonnabend plant.

Worüber am vergangenen Wochenende in Fußball-Deutschland so hitzig diskutiert wurde, hat einer der Hauptdarsteller schlichtweg vergessen. Tatsuya Ito, dessen erstes Bundesliga-Tor zur HSV-Führung in Frankfurt wegen einer angeblichen Abseitsstellung vom Video-Assistenten Günter Perl aberkannt worden war, verriet in der MOPO: „Ich kann zu dem Tor gar nicht viel sagen, da ich zu dem Zeitpunkt wohl schon die Gehirnerschütterung hatte. Ich kann mich gar nicht daran erinnern.“ Den großen Ärger über den Tor-Klau empfand er daher erst mit Verspätung: „Natürlich habe ich mir die Szene im Nachhinein noch mal im TV angesehen. Es ist extrem bitter, dass der Treffer nicht gezählt hat.“ Ito war von Christian Titz in der Halbzeit ausgewechselt worden, „weil er im Gespräch in der Kabine auf mich nicht klar wirkte“, so der HSV-Coach.

Geht da noch was für die U21 des HSV? Nach dem 2:1 vom Montag bei Altona 93 ist die Mannschaft wieder Tabellenführer der Regionalliga Nord, liegt einen Zähler vor Weiche Flensburg. Das Problem: Dem HSV bleibt nur noch eine Partie (am Sonntag gegen Braunschweig II), Flensburg darf noch drei Mal ran. Deshalb drückt die HSV-Familie heute Abend dem BSV Rehden die Daumen! Ab 18.45 Uhr gastieren die Niedersachsen heute beim ETSV Weiche.

Obwohl der HSV am letzten Spieltag selbst gegen Gladbach gewinnen und auf eine Niederlage von Wolfsburg gegen Köln hoffen muss, glaubt Trainer Christian Titz noch daran, mit seinem Team in die Relegation einziehen zu können. „Unsere Mannschaft hat in den vergangenen Wochen gezeigt: Wenn sie nichts zu verlieren hatte, hat sie befreit aufgespielt. Das verspreche ich mir auch jetzt. Dass wir Alles oder Nichts spielen. Es gibt nur noch diese Chance“, sagte er der „Sport Bild“. Was seine persönliche Zukunft in Hamburg betrifft, misst er dem Saison-Finale keine noch größere Bedeutung bei: „Ich sehe es nicht als das Spiel an, das über meine Karriere entscheiden wird. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Mannschaft vor sieben Wochen übernehmen durfte. Mir macht es Spaß, auch wenn wir im Abstiegskampf stecken. Meine Zukunft hat sich immer irgendwie geregelt. Und ich bin nicht schlecht damit gefahren, dass ich Dinge einfach mal habe laufen lassen.“