Mit sieben Punkten Vorsprung auf den HSV belegt Mainz 05 sieben Spieltage vor dem Saisonende den Relegationsplatz. Dennoch liegen beim FSV die Nerven blank. Nun verhängte Trainer Sandro Schwarz für seine Profis ein Instagram-Verbot. „Dinge in unserem Alltag sollen sich verändern“, so Schwarz. Und weiter: „Der Weg ist, bewusster miteinander zu leben. Das ist die Überschrift.“

Bittere Pille für René Adler. Der Ex-HSV-Keeper hat seinen neuen Stammplatz auf der Bank vom FSV Mainz 05. Torwart-Rookie Florian Müller ist beim Karnevalsklub die neue Nummer ein. Adler, der vor der Saison als Führungsspieler an den Main wechselte, wurde von einer Seh­nen- und Mus­kel-OP im Ok­to­ber aus der Bahn geworfen. „Der Trai­ner hat diese Ent­schei­dung ge­trof­fen und ich ak­zep­tie­re sie“, sagt Adler zur Degradierung: „Es geht hier aber auch nicht um Ein­zel­schick­sa­le – hier geht es weder um mich, noch um die Kar­rie­re von Flo, es geht ge­ra­de nur um den Klas­sen­er­halt von Mainz 05!“

 

 

Mit großen Hoffnungen war Mladen Petric am Wochenende nach Hamburg gereist. Doch auch mit dem Ex-HSV-Torjäger auf der Tribüne reichte es nur zum 0:0 gegen Mainz. „Leider hat’s nicht für einen Sieg gereicht, es war trotzdem schön, wieder einmal da gewesen zu sein. Bis bald“, schrieb Petric zum Abschied auf Instagram. „Magier“ Mladen wird wiederkommen.

HSV-Sportchef Jens Todt weiß, was die Stunde geschlagen hat, sagte nach dem 0:0 gegen Mainz zur Frage nach dem möglichen Klassenerhalt: „Es müsste schon etwas Außergewöhnliches passieren, wir brauchen außergewöhnliche Wochen.“ Allerdings sei klar, „dass wir nicht aufgeben und weiter unsere Chance suche. Aber es ist Wahnsinn, dass wir dieses Spiel nicht gewöhnen haben. Der Auftritt der Mannschaft war absolut in Ordnung. Gefehlt hat wieder mal das Tor.“

Während der HSV ab morgen im Hotel „Treudelberg“ in Lemsahl Quartier bezieht, bereitet sich Gegner Mainz 05 ganz normal auf das Kellerduell am Sonnabend vor. „Ein Kurztrainingslager ist ja ein legitimes Mittel“, so Trainer Sandro Schwarz, der selbst aber von dieser Maßnahme absehen wird: „Vor Auswärtsspielen ist so was auch eigentlich nicht üblich.“ Vor allem aber spielen die Zahlen eine Rolle. Mainz holte aus den letzten beiden Partie in Berlin (2:0) und gegen Wolfsburg (1:1) vier Punkte.

Seit zehn Spielen ist der HSV ohne Sieg, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt schon sechs Punkte. Und nur noch elf Spiele sind zu absolvieren. Kein Wunder, dass auch Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen so langsam der Mut verlässt. „Natürlich ist uns die Tabellensituation bewusst, es bleibt keine Alternative als an dem Restglauben festzuhalten. Die nächsten beiden Spiele sind gegen direkte Konkurrenten – wir müssen Punkten“, sagte er im Hinblick auf die folgenden Duelle mit Werder Bremen und Mainz 05.

Sechs Punkte beträgt der Rückstand des HSV auf den rettenden 15. Platz. Wie es derzeit aussieht, geht es für den Liga-Dino einmal mehr darum, zumindest die Relegation zu erreichen. Auf Rang 16 steht der FSV Mainz 05 mit drei Zählern Vorsprung. Heute hoffen die Hamburger auf Schützenhilfe von Hertha BSC, die Berliner empfangen Mainz um 20.30 Uhr.

Beim HSV wurde er in der Jugend ausgebildet, kam aber nie für die Profis zum Einsatz. In der Bundesliga spielte Levin Öztunali für Leverkusen, Bremen und aktuell in Mainz. Doch dort steht der Enkel von HSV-Legende Uwe Seeler vor dem Absprung, mehrere Klubs aus dem In- und Ausland sollen an einer Verpflichtung des 21-jährigen Rechtsaußen interessiert sein. Der HSV gehört allerdings nicht dazu.

Der frühere HSV-Profi Nigel de Jong soll Mainz 05 zum Klassenerhalt führen. Nach seinem Debüt im Test gegen Gladbach (0:3) wehrte sich der 33-Jährige gegen den Vorwurf, ein Auslaufmodell zu sein. „Das Alter hat nichts zu sagen, ich habe alle Tests ge­macht, bin 100-pro­zen­tig fit. Und ich bin noch lange nicht fer­tig!“ Zuletzt bei Galatasaray Istanbul war er aus dem Kader gestrichen worden. Warum? „Das hatte nichts mit Fuß­ball zu tun!“ Er hatte sich mit dem in­zwi­schen ge­feu­er­ten Trai­ner Igor Tudor überworfen. De Jong: „Manch­mal trage ich mein Herz auf der Zunge, das passt nicht jedem.“

Der frühere Hamburger Keeper René Adler hat sich im DFB-Pokalspiel gegen Holstein Kiel (3:2) eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und droht Mainz 05 für längere Zeit nicht zur Verfügung zu stehen. Von der Verletzung seien auch Sehnen betroffen, teilte der Verein nach einer Untersuchung des 32-Jährigen in der Uniklinik Mainz mit. Weitere Untersuchungen in den kommenden Tagen sollen Aufschluss darüber bringen, wie lange Adler genau ausfällt und welche Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen. Der im Sommer vom HSV gekommene Torwart hatte die Verletzung ohne gegnerische Einwirkung erlitten.