- 27.03.2020

Was sollte das denn? Der HSV und sein grüner Trikot-Fail


Niklas Skoog lässt Rodolfo Cardoso im grünen Trikot links liegen. (Foto: Witters)

Es gibt einige Dinge im Leben eines Fußballfans, die ihn zur Verzweiflung treiben können. Die aktuelle Situation, in der aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht gespielt werden kann, gehört mit Sicherheit dazu. Die Wochenenden sind auf einmal erstaunlich leer ohne Fußball. Aber es gibt auch viel oberflächlichere Dinge, die das Fanblut zum Kochen bringen können. Zum Beispiel, wenn der eigene Verein in den Farben des ärgsten Konkurrenten aufläuft. Der HSV tat dies in der Saison 1996/97. Heute vor 23 Jahren spielte den die Hamburger in Duisburg. Mit dabei: das grüne Auswärtstrikot!

Am 27. März 1997 gastiert der HSV in Duisburg. Schon vor dem Anpfiff macht sich Unmut im HSV-Block breit. Dabei verlassen die Mannschaften gerade erst den Spielertunnel. Die Duisburger tragen ihre traditionellen blau-weißen Trikots, der HSV muss also auf das Auswärtstrikot ausweichen – und das ist grün. Über Optik lässt sich streiten. Aber grün, das lernt jeder HSV-Fan schon als Kleinkind, ist die Farbe von Werder Bremen, des großen Nordrivalen der Hamburger. Dem HSV stehen schwarz, weiß, blau und rot zur Auswahl. So einfach ist das – eigentlich.

Nun dachte sich jedoch Ausrüster Uhlsport, es sei eine gute Idee, dem HSV grüne Auswärtstrikots zu verpassen. Warum man diese bewilligte, ist nicht überliefert. Bekannt ist allerdings die Abneigung der Fans für dieses Trikot. Bei einer MOPO-Umfrage aus dem Jahr 2016 wählten HSV-Fans das grüne Jersey mit überwältigender Mehrheit zum hässlichsten Trikot der Vereinsgeschichte. Von knapp 12.000 Teilnehmern stimmten 35 Prozent für das Trikot in den falschen Vereinsfarben. Zum Vergleich: Auf Platz zwei landete jenes rosa Trikot aus der Saison 1976/77, das gerade Mal 21 Prozent der Stimmen erhielt.

Die Spieler schienen sich übrigens ähnlich unwohl in den Trikots gefühlt zu haben. In einem Grottenkick sicherte sich der HSV immerhin noch einen Punkt in Unterzahl. In der 37. Minute konnte es Pawel Wojtala wohl nicht länger im grünen Dress aushalten und ließ sich für ein grobes Foul früher unter die Dusche schicken. Die Führung der Duisburger durch Thomas Vana (54.) konterte eine Minute später Valdas Ivanauskas. Bester Hamburger an jenem Abend war übrigens Torwart Richard Golz, der einzige der nicht in grün spielte. Zufall? (mab)

Aufstellung HSV: Richard Golz –  Stefan Schnoor, Stephane Henchoz, Pawel Wojtala (37. Rote Karte), Andreas Fischer (87. Marijan Kovacevic) – Jürgen Hartmann, Sven Kmetsch, Markus Schopp (76. Harald Spörl), Rodolfo Cardoso – Karsten Bäron (46. Valdas Ivanauskas), Hasan Salihamidzic

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