- 29.03.2020

Heute vor 12 Jahren krachte es auch beim HSV


Thorben Marx (2. v. l.) geht David Jarolim (2. v. r.) an, nachdem der dem am Boden liegenden Markus Schuler zwischen die Beine gelangt hat (Foto: Witters).

Als „miesesten Kick dieser Saison“ und „schlimmes Gegurke beim armseligen 1:1“ bezeichnete die MOPO dieses Spiel vor exakt zwölf Jahren: Das Remis des HSV im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld bot fußballerisch wenig, was der Erinnerung würdig war. Dafür sorgte stattdessen David Jarolim bei einem Griff unter die Gürtellinie von Gegenspieler Markus Schuler. 

Der 29. März 2008, der 26. Spieltag der Saison 2007/2008. Das Volksparkstadion heißt zu dieser Zeit HSH Nordbank Arena, der HSV rangiert auf dem zweiten Tabellenplatz hinter den Bayern und will die Verfolger Schalke, Leverkusen und Bremen im Kampf um die Champions-League-Plätze distanzieren. Bielefeld ist Vorletzter, für die Rothosen stehen Spieler wie Rafael van der Vaart, Piotr Trochowski, Jerome Boateng und Ivica Olic auf dem Feld, um den Sieg zu holen. „Dass wir dieses Spiel gewinnen würden, stand für uns außer Frage“, sollte Bastian Reinhardt hinterher sagen.

Der HSV tut sich aber schwer, die ersten nennenswerten Chancen vergeben Boateng (54.), Trochowski (55.) und Paolo Guerrero (59.). Die beste erneut der Peruaner freistehend per Kopf nach van der Vaarts Freistoßflanke (62.).

Eine Minute später folgt die Szene des Spiels. David Jarolim geht am Bielefelder Strafraum in einen Zweikampf mit Rüdiger Kauf und dabei zu Boden. Schiedsrichter Jochen Drees entscheidet auf Schwalbe und Bielefelds Markus Schuler sich dazu, Jarolim zur Rede zu stellen. Dem Tschechen brennen dabei die Sicherungen durch, er greift dem Bielefelder mit der linken Hand beherzt zwischen die Beine. Jarolim fliegt vom Platz, die Arminia geht durch Bollmann gar in Führung (72.). Am Ende ist es Guerrero, der den HSV nach Vorlage von Mohamed Zidan vor einem Debakel bewahrt (82.).

Von einem „Resultat, bei dem man innerlich in die Tischkante beißt“, spricht Boss Bernd Hoffmann nach Abpfiff. Und Trainer Huub Stevens hat keinerlei Verständnis für Jarolims Aktion. „Das war eine große Undiszipliniertheit, das akzeptiere ich nicht“, schimpft der Niederländer. Auch Collin Benjamin ärgert sich. „Das war ein Blackout von Jaro“, befindet er. Jarolims „Opfer“ Schuler hat auch seine Meinung zu der Tätlichkeit. „Das war ein Griff in meine Familienplanung und die ist bei mir noch nicht abgeschlossen.“ Heute hat der inzwischen 43-Jährige übrigens zwei Kinder.

Der HSV beendet die Saison schließlich auf Platz vier hinter Meister Bayern, Werder Bremen und Schalke 04 und verpasst die Qualifikation zur Königsklasse. (max)

Aufstellung HSV: Rost – Benjamin (80. Sam), Demel, Boateng, Atouba – Jarolim, Reinhardt, Trochowski, van der Vaart – Guerrero, Olic (55. Zidan)