- 20.04.2020

Ex-HSV-Profi rechnet mit Berater ab: „Legaler Menschenhandel“


Mattia Maggio (r.) feiert 2014 mit den HSV-Kollegen den Siegtreffer von Heiko Westermann gegen Leverkusen. (Foto: Witters)

Er spielt in Italien in der Serie A und auch für den HSV in der Bundesliga. Doch mit der ganz großen Karriere ist es nichts geworden. Mittlerweile stürmt Mattia Maggio (26) für den Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf. Mit dem Profifußball hat er nach vielen negativen Erfahrungen quasi abgeschlossen. Sein Fazit, wie er den „Supporters News“ jetzt rückblickend verriet, ist: „Profifußball ist legaler Menschenhandel. Berater versprechen dir die Welt und am Ende kommt nichts.“

Nach seiner Jugendzeit beim VfB Stuttgart war der Stürmer nach Italien gewechselt, durfte für Novara Calcio sogar in der Liga gegen den großen AC Mailand ran. Doch durchsetzen konnte er sich letztlich nicht, 2013 spielte er dann beim HSV vor und kam in die Regionalliga-Mannschaft. Mirko Slomka zog ihn zu den Profis hoch, sein erstes Bundesliga-Spiel gewann er im April 2014 im Volkspark gegen Leverkusen mit 2:1, beim Siegtor von Heiko Westermann war er mittendrin („So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt“). Es folgten bis Saisonende drei weitere Einsätze. Dann lief Maggios Vertrag aus. Und sein damaliger Berater Maurizio Gaudino soll seinem Wunsch, in Hamburg zu bleiben, einfach nicht nachgekommen sein. Er habe sich einfach nicht mehr gemeldet.

So ging seine HSV-Zeit zu Ende. Weiter Versuche (Hoffenheim, Italien, Belgien) klappten auch nicht. 2018 kehrte Maggio dann nach Hamburg zurück und schloss sich Dassendorf an. 28 Tore hat er für das Spitzenteam seitdem in der Oberliga erzielt. Den ganz großen Fußball vermisst er nur selten, auch wenn der Profitraum noch nicht ganz begraben ist. Beim HSV habe er damals schließlich „nicht mal tschüs“ sagen können.