- 26.04.2020

Naohiro Takahara: „Sushi-Bomber“ hat eigenen HSV gegründet!


„Sushi-Bomber“ Naohiro Takahara jubelt heute vor genau 17 Jahren gegen den 1. FC Nürnberg mit HSV-Kollege Nico-Jan Hoogma. (Foto: Witters)

Von 2003 bis 2006 begeisterte „Sushi-Bomber“ Naohiro Takahara die HSV-Fans, erzielte 16 Tore in 119 Partien für die Hamburger in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und im UEFA-Cup. Nach einem Zwischenstopp bei Eintracht Frankfurt ging es für ihn zurück nach Japan – wo er bis ins ganz, ganz hohe Alter noch weiterspielte. Und schließlich auf die verrückte Idee kam, einen Verein in Anlehnung an den HSV zu gründen.

In der Winterpause der Saison 2002/03 taucht sein Name auf der Liste der HSV-Zugänge auf: Naohiro Takahara, damals 23 Jahre alt, kommt für rund 250.000 Euro vom japanischen Klub Jubilo Iwata nach Hamburg. In Deutschland kennt noch kaum einer seinen Namen – doch das wird Takahara nach nur wenigen Wochen sofort ändern.

In seinem dritten Spiel für den HSV hat der Japaner seinen ersten großen Auftritt. Ausgerechnet bei der Partie des HSV beim FC Bayern München sorgt Takahara für ganz große Schlagzeilen, indem er in der 90. Minute den umjubelten 1:1-Ausgleich für die Hamburger erzielt und zudem auch noch die unfassbare Serie von Bayern-Torwart Oliver Kahn, 803 Minuten ohne Gegentor zu bleiben, beendet. „Mein erstes Bundesligator ist wie ein Traum, und dann auch noch gegen Kahn“, schwärmt Takahara damals in der MOPO.

Denn: Damals ist die WM 2002 in Japan und Südkorea gerade mal ein paar Monate her, bei der Kahn mit Deutschland ein überragendes Turnier spielt. Der Torhüter gilt in Japan als Werbe-Ikone, jeder kennt ihn. Takahara bezwingt ihn an diesem Tag – und löst damit einen eigenen Hype in seinem Heimatland aus. Das Medieninteresse in Japan am deutschen Fußball – besonders an dem des HSV – steigt immens, die Zahl der HSV-Fans explodiert um mehrere Millionen. Der Transfer des „Sushi-Bombers“ hat sich bezahlt gemacht.

Auch in den folgenden Spielen steht Takahara beim HSV ständig auf dem Platz, erzielt weitere Treffer – wie unter anderem heute vor genau 17 Jahren gegen den 1. FC Nürnberg, als er als Joker für den 4:0-Endstand sorgt. Gemeinsam mit dem HSV zieht der Mittelstürmer in den UEFA-Cup ein und wird zum Fan-Liebling, der erst drei Jahre später wechseln wird. Im Sommer 2006 geht er für eineinhalb Jahre nach Frankfurt, danach geht es zurück nach Japan.

Der inzwischen 40-Jährige spielt in der vergangenen Saison noch immer aktiv mit, kickt in der fünften japanischen Liga für den Okinawa SV. Das ist allerdings nicht mehr sein Hauptberuf – denn den Verein hat Takahara 2016 selbst gegründet und ist seither Präsident und Manager des Klubs. Die außerhalb Deutschlands sehr außergewöhnliche Bezeichnung „Sport-Verein“ soll dabei ganz klar eine Anspielung auf den HSV sein. „Vielmehr als nur ein Fußballklub zu sein, wollen wir ein allgemeiner Sportverein sein. Zweifellos eifern wir dem HSV nach“, sagt Takahara einmal dem „Kicker“.

Finanziert hat sich der Verein bei seiner Gründung zunächst über Crowdfunding, inzwischen hält er sich sehr erfolgreich in der 5. Liga Japans. Ein Projekt, dass Takahara an seine damalige Zeit beim HSV erinnert. „Ich bin motiviert und es macht Spaß, bei Null anzufangen. Es ist langweilig, wenn man alles einfach erreicht“, sagt Takahara. „Die Einstellung ist vergleichbar zu der Zeit, als ich als erster Japaner nach langer Zeit den Sprung in die Bundesliga gewagt habe.“ (rmy)

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